Archiv für den Monat: April 2015

Herr Wöhrleitner und dieses Wochenende

Unknown

Ich mache das wirklich nicht gerne, denn dafür habe ich diesen Blog nicht eingerichtet. Aber nachdem mich mittlerweile doch viele dazu auffordern, Stellung zu beziehen, mache ich das natürlich. Ja, mir ist bekannt, dass Alt-Bgm. Wöhrleitner in persönlichen Gesprächen, in Aussendungen, vor allem aber im Facebook über mich herzieht, mich beschimpft und mir Sachen unterstellt, die nicht stimmen.

Es klingt jetzt wahrscheinlich eigenartig wenn ich schreibe, dass ich dafür ein wenig Verständnis aufbringe. Herr Wöhrleitner hat 10 Jahre in Wiener Neudorf gemacht und getan, was er wollte und offensichtlich kommt er mit der jetzigen Situation noch nicht klar. Da muss man ihm einfach noch ein wenig Zeit geben, mit dem Verlust des Bürgermeister-Amtes fertig zu werden. Dass derzeit er und einige in der SPÖ versuchen, ihren “neuen” Platz zu finden, ist für mich verständlich. Verständlich ist für mich auch, dass die SPÖ ihre bisherige Politik mit allen Mitteln verteidigt und alle neuen Ansätze der neuen Koalition (Reformpartnerschaft) versucht von vornherein in Grund und Boden zu verdammen. Dass die Bevölkerung den Stil und das Niveau, wie das geschieht, mehrheitlich ablehnt, haben manche in der SPÖ allerdings noch nicht begriffen. Das was die SPÖ zumindest erkannt zu haben scheint ist, dass eine sofortige Neuwahl, wie von Herrn Wöhrleitner angestrebt, von den Wiener Neudorfer/-innen nicht gewünscht wird. Ich muss zur Kenntnis nehmen, dass einige (aber nicht alle) in der SPÖ unser Angebot zur Mitarbeiter ausgeschlagen und sich für Frontal-Opposition entschieden haben. Auch gut. Mehr möchte ich zu diesem Thema nicht sagen.

Dieses Wochenende! Dieses Wochenende geht es wieder rund in Wiener Neudorf. In den nächsten Tagen bieten wir eine Vielfalt an Events und Veranstaltungen. Wir stehen in guten Verhandlungen, dass das Wetter trocken bleibt.

Heute, am 30. April, wird der Maibaum im Rathauspark aufgestellt. Wir treffen uns ab 18.00 Uhr und gemeinsam mit Gemeinderäten, Vertretern einiger Vereine und hoffentlich vielen von euch werde ich den Maibaum bewachen. Für Livemusik, Speisen und Getränke wird gesorgt. Einige werden das bis morgen früh machen (natürlich ab 22.00 Uhr ohne Live-Musik), damit nichts Unvorhergesehenes passiert.

Morgen, am 1. Mai gibt es im Rathauspark ab 10.00 Uhr das traditionelle Mai-Fest mit dem Frühschoppen des Musikvereins Lyra mit einem Kinderfest und allem Drum und Dran.

Am Sonntag, den 3. Mai wird um 9.30 Uhr Bischof Erwin Kräutler (Prälat der flächenmäßig größten Diözese Brasiliens) die Firmung in unserer Pfarrkirche vornehmen. Dort werde ich dabei sein.

Ebenfalls am Sonntag räumen wir ab 10.00 Uhr in Wiener Neudorf auf. Unter der Leitung von Frau Vize-Bgm. Dr. Kleissner werden wir in einigen Gruppen ausschwärmen. Treffpunkt Gemeindeamt. Im Anschluss werden alle tatkräftigen Mitarbeiter im Rathauspark verpflegt.

Und am Montag wird um 19.00 Uhr die abgebrochene Öffentliche Gemeinderatssitzung im Sitzungssaal des Gemeindeamtes fortgesetzt. Es ist sicherlich interessant, sich das auch einmal anzuhören.

SPÖ lässt Gemeinderatssitzung platzen

IMG_2702

Weil die neue Gemeinderegierung (ÖVP, UFO, FPÖ) nicht bereit ist, Wöhrleitners Millionen-Prestigeprojekt “Generationenpark” so wie geplant weiterzuführen und wieder einen Kredit über € 500.000,- aufzunehmen, verließen die SPÖ-Mandatare die Gemeinderatssitzung. Damit war die Sitzung nicht mehr beschlussfähig und musste abgebrochen werden. Wenn mehr als 1/3 der Gemeinderäte die Gemeinderatssitzung verlassen, kann diese nicht mehr weitergeführt werden. Wichtige Punkte konnten deshalb nicht behandelt werden. Ich werde die Sitzung in der kürzestmöglichen Zeit, das ist Montag, der 4. Mai 2015 um 19.00 Uhr wieder aufnehmen. Gemäß Gemeindeordnung ist es dann egal, ob die SPÖ an der Sitzung teilnimmt oder nicht, weil bei einer Wiederholungssitzung 50 % der Gemeinderäte ausreichen.

Was ist bisher geschehen? Die ABB verkaufte ihre Liegenschaft an die AURA, die darauf Wohnbauten errichten wollte, aber nicht knapp 200 Wohnungen, wie von mir in meiner ersten Bürgermeister-Zeit geplant, sondern mehr. Aus bestimmten Gründen (Verkehr, sowie benötigte großzügige “Puffer-Flächen” zwischen dem neuen Wohnbau und dem bestehenden Betriebsgebiet u.a.) waren die 200 Wohnungen eine Obergrenze. Die Wöhrleitner-Regierung verzichtete auf die Puffer-Flächen, erklärte das Verkehrsproblem für gering und verdoppelte bekanntlich die Anzahl der Wohnungen. Zur “Tierseuchenanstalt” muss trotzdem ein Abstand eingehalten werden, eine Fläche, die nicht mit Wohnbauten verbaut werden darf. Die ABB wollte die Fläche trotzdem verkaufen, die AURA diese aber absolut nicht kaufen, weil wertlos. Also sprang die Gemeinde ein und erwarb die Fläche um insgesamt 1 Million € (der Vollständigkeit halber muss erwähnt werden, dass damit auch die Fläche des neuen Kindergartens erworben wurde).

Bislang wurden über € 500.000,- für die Gestaltung der 12.000 m2 Fläche ausgegeben, vor allem für Planungskosten, für die Errichtung der sogenannten “Goldenen Bank” und der Unterflur-HighTech-Bewässerungsanlage. Alles Ausgaben, die aus unserer Sicht entbehrlich gewesen wären und für die es wichtigere Verwendungsmöglichkeiten gäbe. Der Großteil musste mit Krediten finanziert werden. Für heuer waren weitere knapp € 700.000,- geplant, davon € 500.000,- mit Krediten. Und die Fertigstellung hätte dann noch einen weiteren 6-stelligen Betrag gekostet. Dann hätten wir einen völlig “durchgestylten” Park bekommen. Platz zum Fußball- oder Frisbee-Spielen hätte es beispielsweise keinen gegeben.

Wir haben das Projekt deshalb gestoppt und werden es deutlich “abspecken”. Wir wollen, dass sich auf dieser Fläche jeder wohlfühlen kann  und es soll möglich sein, sich eine Decke zu nehmen und sich hinzulegen. Und wenn zwischen den Grashalmen Gänseblümchen und Löwenzahn wachsen, dann sollen sie wachsen. Aber genau um das zu verhindern, wurden von der Gesamtfläche 30 cm Humuserde abgetragen (weil sich darin möglicherweise Unkrautsamen befinden könnten) und es hätte neue Humuserde als Ausgleich herangeschafft werden sollen. Damit der Rollrasen in jedem Fall grün bleibt und nichts anderes durchwachsen kann. Sorry, aber wir haben da einen anderen Zugang. Uns geht es um eine naturbelassene Grünfläche. Alles weitere können Sie auf meinem Blog-Beitrag vom 9. April lesen.

Wiener Neudorf hat endlich ein Eisgeschäft

_20150425_1Eissalon ND

Heute Punkt 12.00 Uhr war es so weit. Nach über 40 Jahren wurde wieder ein Eisgeschäft in Wiener Neudorf eröffnet. An der Ecke Hauptstraße/Europaplatz, wo früher ein Fernsehgeschäft und danach die Fa. Glas-Fuchs untergebracht war, eröffnete die Gelateria Pantelini und bietet ab sofort von Montag bis Samstag von 10.00 bis 20.00 Uhr und am Sonntag von 12.00 bis 20.00 Uhr Eissorten von Zanoni, Wien, Lugeck.

Bei strahlendem Frühsommer-Wetter durfte ich das erste Eis-Stanitzel verkosten und kann die Gelateria mit tiefster Überzeugung weiterempfehlen.

Der Standort des Eisgeschäftes ist natürlich unfair. Von meinem Bürgermeister-Büro habe ich direkte Sicht. Aber ich befürchte, es wird nicht beim Blickkontakt bleiben.

Schöne Geste auch von unserem Pfarrer, Dr. Iosef Antoci, der nicht nur das Eisgeschäft segnete, sondern auch die Speise des Bürgermeisters. Und vielen Dank an unseren Fotografen, Willi Kraus, für die Fotodokumentation.

_20150425_22Eissalon ND

Der Friedhof wird zu klein

IMG_0034

Im Jahr 1900 wurde der “alte” Friedhof in Wiener Neudorf neben der Frischauf-Mühle (Gebiet um die heutige Brauhausstraße) aufgelassen. 30 Jahre zuvor erwarb der Ziegelwerksbesitzer Robert Herzfelder die “Austria-Brauerei” in Wiener Neudorf und baute sie zu einer der größten Brauereien Niederösterreichs aus. Dazu benötigte er Platz und erwarb Grundstück um Grundstück. Zuletzt wurde auch die Fläche des Friedhofes benötigt. Herzfelder schenkte der Gemeinde als Gegenleistung das Grundstück des heutigen Friedhofes in der Friedhofstraße/Ecke Volksheimgasse. Damals dachten sich die Gemeindeverantwortlichen wohl, dass die Fläche des neuen Friedhofs für alle Ewigkeit ausreichen würde. Dass die Gemeinde von damals knapp 3.000 Einwohnern auf mittlerweile über 9.000 anwachsen würde, war damals nie und nimmer absehbar.

Aufgrund dieser rasanten Bevölkerungsentwicklung und dem damit klarerweise verbundenen Wunsch, auch in der neuen Heimatgemeinde begraben zu werden, erreicht unser Friedhof in den nächsten Jahren die Grenze seiner Kapazität. Bis spätestens 2018 werden die letzten noch freien Gräberflächen benötigt werden. Die einzige Möglichkeit einer Erweiterung besteht nach Süden in Richtung des Grundstückes der MOJA/Mutterberatung und der Asphaltstockbahn. Dafür müssen wir neue Unterbringungsmöglichkeiten überlegen. Die Pläne für eine Vergrößerung des Friedhofes werden wir umgehend beginnen zu entwerfen.

IMG_0036

Die Zusammenarbeit funktioniert

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Der erste Monat der neuen Gemeinderegierung ist Geschichte. Er war geprägt von vielen, vielen Gesprächen – mit Beratern, Professionisten, Mitarbeitern. Mein Terminkalender war erwartungsgemäß – und ist es noch immer – völlig ausgebucht. Viele kommen zu einem Antrittsbesuch, viele zu einem Vorstellungsgespräch. Viele erhoffen sich eine Weiterbeschäftigung, viele eine neue Zusammenarbeit.

Wir sind dabei, bei den unterschiedlichen Projekten und Vorhaben den Ist-Zustand zu erheben. Natürlich hilft mir persönlich die Erfahrung meiner ersten Bürgermeisterzeit – und zwar mehr als ich erhofft habe. Es wird kürzer dauern, den Wissensvorsprung der Vor-Regierung (leider kam es zu keiner geregelten Übergabe) aufzuholen, als ich angenommen habe. Ich denke, dass wir diesen Zeitpunkt spätestens in einem Monat erreicht haben werden.

Die Zusammenarbeit zwischen den Regierungsfraktionen ÖVP, UFO und FPÖ funktioniert aus meiner Sicht derzeit absolut friktionsfrei. Aber auch zum SPÖ-Klubobmann Dr. Messogitis besteht eine gute und korrekte Gesprächsbasis. Natürlich sind wir nicht immer einer Meinung, aber das gehört zu einer gelebten Demokratie dazu. Die Frage ist nur, wie man mit unterschiedlichen Meinungen umgeht. Es gab in den ersten Wochen mehr Gespräche zwischen allen Fraktionen als in den letzten Jahren zusammen. Das ist für mich auch ein Hauptweg in die richtige Richtung. Ich habe die Geheimhaltungspolitik meines Vorgängers umgehend beendet. Zu den obersten Prinzipien meines Amtsverständnisses – und da weiß ich mich in Übereinstimmung mit Frau Vize-Bgm. Dr. Kleissner (UFO) und Bgm.-Stv. GfGR Stania (FPÖ) – gehören Offenheit und Information.

Wir haben – und da möchte ich nicht müde werden das zu betonen – ein äußerst engagiertes und ambitioniertes Team von Gemeindebediensteten vorgefunden. Natürlich hat jeder Chef individuelle Vorstellungen von Führung und hat unterschiedliche Führungsgrundsätze. Ich habe diese meinem Team während einer Mitarbeiter-Vollversammlung bereits nahebringen dürfen. Ich werde da und dort an der Ablauf- und Aufbauorganisation behutsame Veränderungen vornehmen. Aber das Allerwichtigste ist, dass die Einstellung, die Motivation und die Freude an der Arbeit vorherrschen. Wie in jedem Betrieb sind das Betriebsklima und der Zusammenhalt die Grundlagen für gute Leistungen.

Wenn wir (Politiker und Gemeindebedienstete) diesen “Drive” beibehalten und noch ein wenig ankurbeln können, dann stehen wir vor einer guten Zeit für Wiener Neudorf.

Vor 33 Jahren

Hochzeit 1982150

Samstag, der 17. April 1982 war ein verregneter Tag. Einer, an dem man am liebsten das Haus nicht verlassen hätte. Ging aber nicht. Hundert und mehr Menschen warteten. Der Pfarrer wartete. Und vor allem eine junge Dame in einem weißen Kleid (das ich, wie damals üblich, erst beim Altar das erste Mal sehen durfte).

33 Jahre später sind Gaby und ich 33 Jahre verheiratet – und zwar durchgehend und mit ein- und demselben Partner – , haben zwei Töchter erziehen und ein bislang überaus schönes, ereignisreiches, interessantes und aufregendes gemeinsames Leben verbringen dürfen. Ich habe mir damals nicht vorstellen können, wie rasch 12.055 Tage vergehen können.

Freitag, der 17. April 2015 war ein verregneter Tag. Einer, an dem man am liebsten das Haus nicht verlassen hätte. Ging aber nicht. Der Terminkalender war – wie immer – restlos gefüllt. Architekten wollten sich vorstellen. Der Präsident des Landesschulrates wollte ein kurzes Gespräch zum Thema “Bildungscampus”. Der Ex-Bürgermeister, nunmehr geschäftsführender Gemeinderat, war eingeladen – kam aber nicht. Post- und Unterschriftenmappen mussten erledigt werden. Mit dem Gemeindeanwalt musste ein wichtiges Thema abgestimmt werden. Danach Treffen mit hochrangigen Vertretern von Wiener Neudorfer Firmen. Spaziergang zum Hort. Eine Mitarbeiterin hat Geburtstag. Zurück ins Gemeindeamt. Der Fahnenabzug des Mai-Gemeindeblattes ist eingetroffen und gehört korrigiert. Ein Ortsplaner hat sich kurzfristig angesagt und präsentiert seine Ideen. 33 Rote Rosen mussten zwischendurch besorgt und irgendwo ein Tisch bestellt werden. Gaby musste mit irgendeinem Vorwand dorthin gelockt werden – es sollte ja eine Überraschung werden. Gelungen. Kurzes gemeinsames Mittagessen. Danach Treffen mit einem Nachbarbürgermeister.  Danach ins Lebenshilfehaus, wo Betreuerinnen und Bewohner/-innen die neue Gemeindeführung zu einer Jause und einem Rundgang luden. Verabschiedung. Ab ins Alte Rathaus. Abo-Veranstaltung. Großartiges Klavier-Konzert mit Elias Meiri (dem kongenialen Musik- und Lebenspartner von Timna Brauer). Mittlerweile ist es 22.00 Uhr geworden. Rüber ins “Della Casa”, dort sollte noch der Jugendbeirat tagen. Tja – Jugend! Niemand mehr da. Wir trinken noch einen Valpolicella (na gut – ertappt – Gaby einen, ich zwei). Ab nach hause und in die Heia.

Und heute beginnt unser gemeinsames 34. Jahr. Und es tut gut zu wissen, dass es aller Voraussicht nach wieder ein schönes, ereignisreiches, interessantes und aufregendes werden wird.

Dieser Beitrag wurde in der Kategorie persönlich eingetragen und mit getaggt.