Kategorie-Archiv: Wiener Neudorf allgemein

Heute: Shakespeare in Wiener Neudorf

HENRY V. braucht Geld. Was tun? Mit höheren Steuern macht man sich beim Volks nicht beliebt. Mit der Enteignung von ein paar Adeligen schafft man Feinde in den eigenen Reihen. Eines der vielen eigenen Schlösser verkaufen möchte man auch nicht. Am besten also, das Geld dort holen, wo es vorhanden ist: Im Opferstock der Kirche. Aber das gefällt dieser wiederum nicht. Es gibt aber eine Alternative. Immerhin ist Henry ein Verwandter der Tochter eines früheren französischen Königs, weitschichtig zwar, aber ein Anspruch liegt auf der Hand.

Es kommt zu Turbulenzen im Machtanspruch, weil da auch noch ein gewisser Kronprinz Franz von Frankreich mitmischt. So kommt es unweigerlich zum Krieg. Stichwort: Schlacht von Azincourt.

Vor dem Hintergrund dieser wahren Begebenheit entspinnt sich frei nach Shakespeares Stück eine Satire rund um Machterhalt, Tod und Intrige – aber auch um vieles mehr: Um Hoffnung, Lust und Liebe!

Der Schauspiel-Gruppe „Ergo Arte“, das sind Max Mayerhofer, David Sziffer und Mara Koppitisch, gelingt es Jahr für Jahr ein berühmtes Theaterstück auf ein 3 Personen-Stück zusammenzufassen und alle Jahre ein neues Theatererlebnis zu schaffen. So erleben wir heute einen überraschenden Schlagabtausch um die Kirschen in Nachbars Garten.

Wenn Sie noch keine Karten haben oder heute noch nichts vorhaben: Altes Rathaus (Wiener Neudorf, Rathausplatz 1), 19:00 Uhr. Karten zum Preis von € 16,-.

Wiener Neudorf bleibt „Fairtraide-Gemeinde“

Um das Gütesiegel für eine Fairtrade-Gemeinde zu bekommen, müssen 5 Kriterien erfüllt sein:

1.) Die Gemeinde bekennt sich zu einem fairen Handel!

2.) Die Gemeinde engagiert sich in der Fairtrade-Gruppe!

3.) Die Gemeinde macht Fairtrade-Produkte verfügbar!

4.) Die Gemeinde setzt sich aktiv für den Einsatz dieser Produkte ein!

5.) Die Gemeinde informiert und macht diesbezüglich bewusst!

Seit 2016 erfüllt Wiener Neudorf diese Kriterien und nach einer Überprüfung wurde dieser Status für weitere drei Jahre verlängert.

Was genau versteht man unter FAIRTRADE, also unter „fairem Handel“? Um die Anliegen von Kleinbauernfamilien oder Arbeitern auf Plantagen im globalen Süden ins Zentrum der gesellschaftlichen und politischen Aufmerksamkeit zu rücken, sieht die FAIRTRADE-Organisation ihre Aufgabe darin, Ansprechpartner in der Politik, in Gemeinden sowie in Handels-, Wirtschafts- und Umweltvereinigungen zu informieren und in einem gemeinsamen Netzwerk zu verbinden.

Um die Organisation und Maßnahmen innerhalb der Marktgemeinde Wiener Neudorf kümmert sich unser FAIRTRADE-Beauftragter Ulrich Mazuheli, MBA, MPA (siehe Bild oben rechts).

Was genau tun wir?

Wir organisieren alljährlich mit dem Schloßmühlladen das traditionelle Fairtrade-Frühstück, um der Bevölkerung das Thema der fairen Arbeitsbedingungen näherzubringen und gleichzeitig Nahversorger zu unterstützen. Heuer wird dies am Mittwoch, den 4. September ab 7:30 Uhr stattfinden.

Im letzten Jahr wurden in der Volksschule Workshops abgehalten, um den Kindern alles über die Schokoladeproduktion zu erklären und wie diese nachhaltig und fair gestaltet werden kann.

Beim zentralen Einkauf achtet die Gemeindeverwaltung strikt auf das FAIRTRADE-Siegel sowohl im internen als auch im öffentlichen Bereich.

Der Nikolaus verteilt jährlich in den Kinderbetreuungs- und Bildungseinrichtungen FAIRTRADE-Schokolade.

Bei Besprechungen und Veranstaltungen wird Kaffee, Orangensaft und Obst immer nach dem FAIRTRADE-Prinzip gereicht.

Wir achten in allen Gemeindeeinrichtungen, aber auch bei „Essen auf Rädern“ und der Zusammenstellung von Geschenkkörben darauf, dass FAIRTRADE-Produkte verwendet werden.

Auch die Stofftragetaschen der Gemeinde sind aus FAIRTRADE-zertifizierter Baumwolle hergestellt.

Alles klar mit der Badner Bahn

Die Gesprächsbasis zwischen der Gemeinde Wiener Neudorf und den Wiener Lokalbahnen (Badner Bahn) ist traditionell eine sehr gute. Nunmehr gab es einen Wechsel im Management. Nach der Bestellung der bisherigen Chefin, Mag.a Monika Unterholzner zur stellvertretenden Generaldirektorin der Wiener Stadtwerke übernahm Dr. Thomas Gruber (Bild Mitte) die Leitung.

Unser erstes Zusammentreffen war gleich eine intensive Arbeitssitzung, bei der auch unser Vize-Bgm. DI Pigisch (2.v.r.) und Bauamtsleiter Ing. Hudribusch (3.v.l.) und weitere Vertreter der Wiener Lokalbahnen teilnahmen.

Hauptthema war naturgemäß der demnächst beginnende Umbau des Bahnhofsplatzes und die weitere Nutzung der Räumlichkeiten des Bahnhofes. Angesprochen wurden auch Verbesserungen im äußeren Wartebereich, aber auch die bereits sehr konkreten Pläne einer neuen vierten Badner-Bahn-Station auf unserem Gemeindegebiet, Höhe Multiplex. Zur Erläuterung: Auch die Station „Südstadt“ befindet sich auf Wiener Neudorfer Gemeindegebiet.

Ich habe Herrn Dr. Gruber auch mitgeteilt, dass wir den Bahnhofsplatz nach Vorschlag unseres Archiv-Leiters HR Univ-Prof. Dr. Peter Csendes und Rücksprache mit den Fraktionsvorsitzenden im Rahmen der nächsten Gemeinderatssitzung in „Lindheim-Platz“ umbenennen werden. Wilhelm von Lindheim (1835 – 1898, Photo siehe unten) wurde 1886 zum ersten, heute nahezu vergessenen Ehrenbürger von Wiener Neudorf bestimmt. Er wurde in Schlesien geboren, ist in Wien gestorben, war nie in Wiener Neudorf wohnhaft, aber doch für uns enorm bedeutend. Wilhelm von Lindheim war Industrieller, Eisenbahnfachmann und Präsident des Verwaltungsrates der Neuen-Wiener-Tramway-Gesellschaft. Die 1886 eröffnete Straßenbahn-Strecke von Wien nach Wiener Neudorf geht auf seine Initiative zurück. Ich meine, dass die Umbenennung des in einem Jahr völlig neu umgestalteten Bahnhofsplatzes in „Lindheim-Platz“ der absolut richtige Ort für die Würdigung dieser für unsere Gemeinde so wichtigen Persönlichkeit ist.

Trauriger Jahrestag

Am 24. Februar jährt sich zum zweiten Mal der brutale und mörderische Überfall Russlands auf die Ukraine. Aus diesem Grund und zum sichtbaren Zeichen unserer Solidarität mit dem ukrainischen Volk hissen wir ab heute die Ukrainische Fahne und beleuchten das Gemeindeamt in den ukrainischen Nationalfarben.

Am Rande des Solidaritätskonzerts in der Wiener Stadthalle „United for Ukraine“ am vergangenen Mittwoch (das heute Freitag Abend in ORF 1 gesendet wird) hat der ukrainische Botschafter meine Frau und mich gebeten, dem Wiener Neudorfer Gemeinderat und allen Wiener Neudorfern „Danke“ zu sagen für die bisherige Unterstützung, für das bisherige Engagement und die bisherige Solidarität.

Wiener Neudorf war von Anfang an eine jener Gemeinden, die am schnellsten und öftesten geholfen haben und die einen sehr engen Kontakt mit der ukrainischen Botschaft pflegen.

2 x Silber für Wiener Neudorf

Beim 11. Projektwettbewerb der „NÖ Dorf- und Stadterneuerung“ hat Wiener Neudorf groß abgeräumt. Als einzige Gemeinde kamen wir gleich in zwei Kategorien – und zwar bei „Klimafitte Orte“ und in der Hauptkategorie „Ganzheitlichkeit“ – ins Finale und wurden von einer hochkarätig besetzten Jury jeweils mit dem 2. Platz ausgezeichnet. Auf dem Bild sehen Sie von links: Bauamtsleiter Fritz Hudribusch, Dorferneuerungs-Obfrau Maria Forstner, LH-Stv. Stephan Pernkopf, Vize-Bgm. Norman Pigisch, Bauamtsleiter-Stv. Manuela Terzer und Gemeindebund-Präsident Johannes Pressl.

„Niederösterreich lebt von den Ideen und der Tatkraft. Es sind die Initiativen, die Neues schaffen und damit nicht nur den eigenen Ort erneuern, sondern Niederösterreich in seiner Gesamtheit“ sagte LH-Stv. Stephan Pernkopf anlässlich der Preisverleihungsgala im Großen Sitzungssaal des Landhauses in St. Pölten.

Besonders hervorgehoben wurde bei Wiener Neudorf die konsequent verfolgte Energie- und Mobilitätsstrategie von einer Industrie- zu einer immer lebenswerteren Wirtschaftsgemeinde. Wir sind die erste Gemeinde, die bei größeren Projekten von den Betreibern Mobilitätskonzepte verlangen. Das dient mittlerweile als Blaupause für andere Bauvorhaben in anderen Gemeinden und wir werden immer wieder eingeladen, unsere Herangehensweise auch bei Universitätslehrgängen vorzustellen.

Bei der „Ganzheitlichkeit“ wurde vor allem unser Generalverkehrskonzept prämiert, das wir seit Jahren umsetzen, die Förderung des Öffentlichen Verkehrs und den Ausbau der Geh- und Radwege, das den Weg zum Verzicht des Zweit- oder Drittautos ermöglicht. Wir versuchen die Entsiegelung nicht nur bei Baugründen vorzunehmen, sondern auch im Straßenbereich, wo wir erfolgreich Fahrspuren schmälern oder wegnehmen konnten. Es geht aber auch um die Gestaltung und Vernetzung von Plätzen und die Schaffung von klimafittem Grünraum.

Ich freue mich sehr, dass unsere Bemühungen auch über die Ortsgrenzen hinweg Anerkennung, aber auch bereits Nachahmung finden und wir zum wiederholten Male Auszeichnungen entgegennehmen dürfen. Ich möchte das nicht überbewerten, aber es zeigt doch, dass wir uns auf einem richtigen Weg befinden.

Am Rande der Auszeichnung wurde auch die Planeinreichung „Neuer Bahnhofsplatz“ besonders hervorgehoben und als „DAS Leuchtturmprojekt des Jahres 2024“ in Niederösterreich erwähnt.

Ab heute darf ich wieder arbeiten!

Während der letzten Wochen haben die Narren der Faschingsgilde in Wiener Neudorf regiert, mir wurde am 11.11. um 11:11 Uhr der Gemeindeschlüssel gewaltsam abgenommen und ich wurde aus dem Gemeindeamt gewiesen. Gestern, Faschingsdienstag abends, pünktlich zum Faschingsende, wurde mir der Schlüssel wieder zurückgegeben. Da die Türschlösser nicht ausgetauscht wurden und der Schlüssel noch überall passt, werde ich ab heute wieder meiner Bürgermeister-Tätigkeit nachkommen können.

Endlich, möchte ich dazu schreiben. Denn viel haben die Narren nicht weitergebracht. Der Bahnhofplatz ist noch immer nicht umgebaut, das Wichtelhaus ist immer noch nicht erweitert und das Jugendhaus steht auch noch nicht. Alle Blumen sind verblüht und auf den Bäumen fehlen plötzlich die Blätter. Was sonst noch alles fehlt, werden die nächsten Tage ergeben. Feststeht, dass kein Geld mehr da ist. Die von mir der Faschingsgilde prall gefüllt übergebene Schatztruhe der Gemeinde ist komplett leer und wurde mir mit einem Lächeln zurückgegeben, wie auf dem Bild deutlich zu erkennen ist. Ich werde deshalb einen Untersuchungsausschuss anregen, um den Verbleib des Gemeindeschatzes aufklären zu lassen. Für den Vorsitz schlage ich den Herrn Nationalratspräsident vor. Die Sitzungen des Ausschusses sollen öffentlich sein und von Neudorf-TV live übertragen werden.

Der Kampf um den Gemeindeschlüssel ging allerdings vor den Augen der entsetzten Bevölkerung auch noch nach der Rückgabe weiter. Einige Mitglieder der Faschingsgilde konnten sich nicht damit abfinden, dass ihre Regentschaft abgelaufen ist und versuchten mit allen Mitteln, die Faschingszeit zu verlängern.