Aktuelles aus Wiener Neudorf

Das neue Impfzentrum in der SCS wurde über Nacht wieder nach Laxenburg verlegt

Vor knapp zwei Wochen wurde das neue Impfzentrum im Bürogebäude der SCS eröffnet. Zur großen Überraschung wurde es nun über Nacht de facto wieder lahmgelegt (nur die vereinbarten Termine werden abgearbeitet). Die Räumlichkeiten sind angeblich doch zu klein. Es wurde jedoch Platz im Multiplex gefunden. Dort wird ein Bereich derzeit für eine neue Impfstraße eingerichtet und soll in ein bis zwei Wochen in Betrieb gehen. Deshalb wurde vom Land NÖ auch kurzfristig entschieden, das Impfzentrum im Schloß Laxenburg umgehend wieder in Betrieb zu nehmen.

Wir haben bekanntlich in Wiener Neudorf für das Wochenende Samstag und Sonntag, 27. und 28. November von 9.00 bis 13.30 Uhr einen Shuttle-Service zum Impfzentrum zugesagt. Dieser Service bleibt aufrecht. Wir bringen die Impfwilligen allerdings vom Gemeindeamt aus nun nicht in die SCS, sondern nach Laxenburg – und natürlich wieder zurück.

Das Inhalatorium geht mit heutigem Tag in den Winterschlaf. Aufgrund der angesagten Minustemperaturen drehen wir die Leitungen ab und versperren die Anlage bis voraussichtlich April 2022.

Gemeinsam mit denn beiden zuständigen Ingenieuren im Bauamt (Josef Podek und Christoph Simanko), unserem Lärmsachverständigen DI Werner Kaufmann und dem Projektleiter der ASFINAG Gerald Mühl habe ich die Situation an der bestehenden Lärmschutzwand Weidenweg besichtigt.

Die Aufsätze für die Lärmschutzwand am Weidenweg werden demnächst geliefert. Soferne das Wetter mitspielt, werden diese bis Weihnachten montiert. Gleichzeitig wird überprüft, ob die Lärmschutzwand an gewissen Stellen ausgebessert werden muss. Die Wand muss die Lärmsituation zwischen Autobahn und Wohnsiedlung um 25 dB verbessern. Ob das durchgehend der Fall ist, wird in der nächsten Woche kontrolliert und die etwaigen Schäden umgehend ausgebessert.

Die Impfpflicht ist für fast alle Die Lösung

Gestern Montag stand der Impfbus von 10.00 bis 18.00 Uhr vor dem Wiener-Neudorfer Gemeindeamt. Über den Tag verteilt nahmen Hunderte Impfwillige (darunter auch viele Erstimpfende) das Angebot in Anspruch. N1TV hat sich für die Argumente interessiert.

Eigentlich wollte ich dieses Mal über etwas anderes schreiben, aber das Corona-Thema drängt alles andere in den Hintergrund und bestimmt auch weiterhin – nicht nur – meinen Arbeitsalltag.

Bei aller Kritik an der Bundesregierung hinsichtlich Versäumnissen, falschen Versprechungen, Entscheidungsschwächen und entbehrlichen Kommentaren, ist das Durchringen zu einer Impfpflicht die einzig mögliche Strategie. Dass die Ankündigung einer Impfpflicht auch für mich (ich trete dafür bekanntlich seit mehreren Monaten ein) zu spät kommt, ist ein anderes Kapitel. Aber besser zu spät als gar nicht. Aus meiner Sicht ist die Impfpflicht für für alle: Die Lösung.

Für die Geimpften: Weil wir mit einer hohen Durchimpfungsrate damit ab dem Frühjahr 2022 eine reelle Chance haben, unverschuldet keinen neuen Lockdown mehr mittragen zu müssen.

Für die eigentlich solidarisch denkenden Ungeimpften: Weil sie sich gegenüber der Umwelt mit abstrusen Argumenten und Theorien in eine Ecke manövriert haben, aus der sie möglicherweise gerne herauskommen würden, aber meinen, dies ohne Gesichtsverlust nicht zu können. Wer gibt denn gerne zu, monatelang falschen Aussagen auf den Leim gegangen zu sein. So kann man weiter auf die Regierung schimpfen, sich weiter in einer nicht vorhandenen Diktatur wähnen – und trotzdem impfen gehen, weil man ja dazu gezwungen wird.

Für die Kranken und Jungen: Weil sie sich nicht impfen lassen können/dürfen, sei es weil sie dafür zu krank oder zu jung sind. Eine hohe Durchimpfungsrate ist für sie ein Schutz und heißt vor allem für die Kinder, dass der Schulbetrieb nicht mehr gefährdet ist.

Für das Krankenhauspersonal: Eine hohe Durchimpfungsrate wird mittelfristig (hoffentlich früher) zu einer Entlastung der Stationen – vor allem der Intensivstationen – führen. Wir wissen, dass vor allem Ungeimpfte dort behandelt werden. Je weniger es von diesen gibt, umso früher wird das Krankenhauspersonal entlastet.

Für diejenigen, bei denen eine Operation ansteht: Eine hohe Impfrate bedeutet eine Vermeidung der Auslastung der Krankenhausbetten und gibt Sicherheit, dass eine notwendige Operation durchgeführt werden kann und nicht eventuell verschoben werden muss.

Für den Tourismus: Eine hohe Durchimpfungsrate verhindert die Schließung in Lockdowns und auch Reisewarnungen des für diesen Wirtschaftszweig so wichtigen Auslands. Es wird sowieso eine gehörige Anstregung werden, das verlorene Terrain und den teilweise verlorenen Ruf wieder gutzumachen.

Für die Wirtschaft generell: Eine hohe Durchimpfungsrate heißt, dass weitere Lockdowns mit ziemlicher Sicherheit verhindert werden können. Geschäfte können offen bleiben, Arbeitnehmer behalten ihre Arbeitsplätze oder müssen nicht in die Kurzarbeit.

Für die Zögerlichen: Ich habe mit nicht wenigen gesprochen, die bisher einfach noch keine Zeit oder Gelegenheit gefunden haben, sich impfen zu lassen. Die Impfpflicht wird ihnen die Zeit und die Gelegenheit dazu verschaffen.

Für die Skeptiker: Es wird etliche geben, denen noch das entscheidende Argument für die Impfung fehlt. Bevor das Zuwarten gesundheitsgefährdend wird, wird die Impfpflicht das Argument sein.

Diejenigen, die nicht von einer Impfpflicht profitieren sind diejenigen, die keine hohe Impfrate wollen. Weil sie politisch so lange wie möglich vom Chaos profitieren wollen, wie die FPÖ. Weil sie sich gerne empören. Weil sie sowieso ein Problem mit Obrigkeiten und Vorgaben haben. Weil sie der rechts- oder linksradikalen Szene angehören – und sowieso gerne gegen „wurscht was“ demonstrieren und Krawall machen.

Und es wird ein paar geben, die sich in dieser Aufzählung nirgends wiederfinden. Ich behaupte, dass auch für diese Personengruppe die Impfpflicht eine gute Lösung ist, weil die Impfung generell eine gute – weil einzig positive und wirksame – Lösung ist, was mittlerweile weltweit bewiesen ist (auch wenn es manche nicht einsehen wollen).

Was jetzt kommen muss: Lockdown und Impfpflicht!

Vielleicht ringen sich die entscheidenden Politiker am schönen Achensee zu richtigen Entscheidungen durch.

Was mich besonders ärgert ist, dass wir uns das ersparen hätten können. Die Heftigkeit der jetzigen Welle und die Maßnahmen, die jetzt erforderlich sind, sind hausgemacht.

Dass die Impfrate zu gering sein würde, um der heutige Situation zu entkommen, war eigentlich seit Monaten klar. Ich habe darüber einen Blog-Beitrag am 1. August geschrieben, der mir damals viel Kritik eingebracht hat, der die nunmehrige Lage aber irgendwie vorweggenommen hat. Und ich bin beileibe kein Wahrsager, sondern habe nur 1 und 1 zusammengezählt und mir die Argumente der Fachleute angehört und diese abgewogen. Dass im Sommer die Welt in Ordnung gewesen wäre, ist schlichtweg falsch.

Die Bundespolitik muss endlich aufhören, Wohlfühlschlagzeilen für einen Tag zu verbreiten. Es gab nie ein Licht am Ende des Tunnels, weder für die Geimpften noch für die Ungeimpften. Eine Pandemie kann niemals eine Pandemie nur für Ungeimpfte sein. Noch immer leben wir in einem Land und sitzen damit im selben Boot. Die Bundespolitik muss endlich auf die Wissenschaft hören und nicht vorrangig auf ihre Klientel und nicht nur das daherplappern, was das Volk gerne hören möchte.

Die Impfverweigerer müssen endlich aufhören, ein Land in Geiselhaft zu nehmen und sich hinter dem absurden Begriff der persönlichen Freiheit zu verschanzen. Wir leben – verdammt noch einmal – in einer Gemeinschaft und nicht jede/r auf seiner/ihrer selbstgezimmerten Insel mit seinen einen/ihren individuellen Regeln. Diese niedrige Impfquote ruiniert derzeit ganze Branchen wie den Tourismus und die Gastronomie und ist eine unverantwortliche Gefährdung derjenigen, die sich nicht impfen lassen können, entweder weil sie zu jung oder zu krank dafür sind. Vor einem Krankenhaus gegen die Corona-Maßnahmen zu demonstrieren, während drinnen ein längst ausgelaugtes und über alle Maßen gefordertes ärztliches Personal mit allen Mitteln versucht, Leben zu retten, schlägt ja sowieso allen Fässern den Boden aus.

Die Bundespolitik muss endlich begreifen, dass die Appelle an die Selbstverantwortung, an die Solidarität und an das freiwillige Umdenken bei viel zu vielen nichts bringen. Die Argumentation der Kickl-FPÖ hat ihres dazu beigetragen, um die Spaltung im Land unter allen Umständen aufrecht zu erhalten und am besten noch zu vertiefen. Kapiert denn niemand, was da abgeht?

Wenn wir so weiterwurschteln wie jetzt, dann schlittern wir von einer Welle in die andere.

Hoffen wir, dass der Ausflug der entscheidenden Bundes- und Landespolitiker zum Achensee die Erleuchtung bringt, endlich etwas fertig zu diskutieren, worüber es allerdings mittlerweile kaum mehr etwas zu diskutieren gibt. An der viel zu geringen Impfquote leiden wir alle, nicht nur die Ungeimpften. Es kann doch wirklich niemand geglaubt haben, dass man das Problem löst, indem man die Ungeimpften einsperrt und die Geimpften in ein normales Leben schicken kann, die dann vor den Fenstern der eingesperrten Ungeimpften herumspazieren und „Schleckerpatzel“ rufen.

Um einiges zu spät hat Oberösterreich und Salzburg die missliche Lage kapiert und endlich gestern mit einem Lockdown für alle reagiert. Es ist mittlerweile sowieso fast allen klar geworden, dass diese Maßnahme auf ganz Österreich auszurollen sein wird (möglicherweise mit regional unterschiedlichen Details).

Und wer jetzt noch immer glaubt, dass wir die Impfquote ohne Impfpflicht auf das notwendige Maß bringen können, der schläft sowieso in der Pendeluhr.

Die Alternative dazu wäre allerdings typisch österreichisch: Weiterwurschteln, Durchtauchen und auf bessere Zeiten hoffen, frei nach dem Motto: Das kriegen wir schon irgendwie irgendwann hinweil den Wurschtl, den kann sowieso keiner daschlong, warum also soll das gerade einem Virus gelingen. Ob wir uns da nicht täuschen würden?!

Sonder-Impfkampagne in Wiener Neudorf

Ich denke, mittlerweile sollte allen klar sein, dass nur eine Impfung gegen das Corona-Virus hilft und wir eine möglichst hohe Impfquote brauchen, um aus dieser Pandemie endlich herauszukommen. Die letzten Wochen haben aber auch gezeigt, dass der Impfschutz nach ca. 5 bis 6 Monaten nach dem 2. Stich seine Wirkung sukzessive verliert und erst eine Auffrischungs-Impfung (3. Stich) einen nachhaltigen Schutz bietet, Impfdurchbrüche zu vermeiden.

Wir brauchen also ein niederschwelliges Angebot einerseits für die bisherigen Impfverweigerer und andererseits für diejenigen, die in der nächsten Zeit die Auffrischungs-Impfung (Booster-Impfung) benötigen.

Alle Wiener Neudorfer Haushalte bekommen Ende dieser Woche ein Schreiben über eine Sonder-Impfkampage ohne vorheriger Terminvereinbarung in unserer Gemeinde, das ich Sie ersuche, sich genau durchzulesen.

Einerseits wird an zwei Tagen von 10:00 bis 18:00 Uhr der Impfbus vor der Gemeinde stehen – und zwar bereits am kommenden Montag, 22. November und dann am Dienstag, 7. Dezember.

Andererseits nützen wir das neue Bezirks-Impfzentrum an der Ortsgrenze Wiener Neudorf/Vösendorf im SCS-Bürogebäude, um am Samstag, 27. November und Sonntag, 28. November zwischen 9:00 und 13:30 Uhr einen Gratis-Shuttle-Service dorthin einzurichten. Der blaue 7-sitzige Gemeindebus wird an diesen beiden Tagen permanent zwischen dem Gemeindeamt und dem SCS-Bürogebäude hin- und herpendeln.

Aber natürlich können Sie bereits ab jetzt aus eigenem das Impfzentrum aufsuchen. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag von 14:00 bis 19:00 Uhr und an Sams-, Sonn- und Feiertagen von 9:00 bis 14:00 Uhr.

Ich werde diesen geradlinigen Weg in Wiener Neudorf konsequent weitergehen, auch wenn ich da und dort auf Kritik stoße. Ich halte überhaupt nichts davon, der Bevölkerung vorzugaukeln, dass es sich nur mehr um eine Pandemie der Ungeimpften handelt und dass die Geimpften ein weitestgehend freies Leben hätten. Es gibt kein Österreich der Geimpften und eines der Ungeimpften. Wir sitzen alle im selben Boot. Und wenn wir gemeinsam die Impfquote nicht sehr schnell deutlich heben, dann werden wir alle in diesem Boot dieselben Probleme bekommen – und mit denselben Maßnahmen konfrontiert werden.

Die Uneinigkeiten und das Zaudern in der Bundespolitik sind entbehrlich und vor allem gefährlich. Das andauernde Schielen nach Umfragewerten und die Angst vor Kritik ist aus meiner Sicht völlig unangebracht. Es gilt jetzt den Experten endlich zu vertrauen und danach die Maßnahmen zu setzen Und die Einschätzungen der ernst zu nehmenden Experten – und deren Vorschläge – sind eigentlich eindeutig.

Prof. Dr. Kurt Janetschek 1930 – 2021

Archivbild: 1. 9. 2010: Schlüsselübergabe der Archivräumlichkeiten im Migazzihaus von Prof. Dr. Kurt Janetschek (r.) an Prof. Dr. Peter Csendes (l.)

Es gab letzte Woche EDV-technische Probleme bei der Veröffentlichung dieses Artikels. Da ich nicht weiß, wo und ob dieser Text angekommen ist, publiziere ich diesen – weil mir die Person des Dr. Kurt Janetschek so wichtig war und ist – noch einmal. Sollte dies für einige eine Wiederholung sein, dann entschuldige ich mich dafür.

Mit großer Bestürzung und tiefer Trauer erreichte mich die Nachricht vom Ableben des früheren jahrzehntelangen Archiv-Leiters von Wiener Neudorf, Prof. Dr. Kurt Janetschek.

Aufgewachsen im Ostteil der Stadt Mödling, verbrachte er schon in seiner Jugend viel Zeit in der Nachbargemeinde Wiener Neudorf, wo er viele Jahre das Gemeindearchiv aufbaute und leitete, zuerst in der Brauhausstraße und dann im Migazzihaus im Klosterareal. Mit 80 Jahren übergab er die Leitung dann an Prof. Dr. Peter Csendes.

Nachdem ich mit seinem älteren gleichnamigen Sohn in eine Klasse ging, war mir Prof. Dr. Kurt Janetschek seit meiner frühesten Jugend ein Begriff. Aus diesem Begriff wurde spätestens im Jahr 2000, als ich das erste Mal das Bürgermeister-Amt bekleiden durfte, eine sehr innige Bekanntschaft und eine – ich hoffe, ich darf das schreiben – väterliche Freundschaft von ihm zu mir. Genau an seinem 70. Geburtstag, am 2. Mai, wurde ich zum Bürgermeister gewählt – ein Datum, das uns beide immer verbunden hat.

Dr. Kurt Janetschek war nicht nur Historiker, sondern ein begabter Erzähler und Wissensvermittler. Jahrzehntelang unterrichtete er in der früheren Gendarmeriezentralschule in Mödling Generationen von Gendarmen aus ganz Niederösterreich. Genauso legendär waren seine periodischen Treffen mit älteren Wiener Neudorfer/-innen zum Stammtisch „Damit es uns nicht verloren geht“. Unzählige Geschichten und Fotos über unsere Gemeinde wurden gesammelt, aufgeschrieben und ausgewertet.

Sein bereits in den 70er Jahren geschriebenes Buch „WIENER NEUDORF im Wandel der Zeit“ ist für mich ein unerlässlicher Teil meiner Bibliothek und ein Werk, in das ich immer wieder nachschaue, wenn ich etwas über die Vergangenheit von Wiener Neudorf zu erzählen oder zu berichten habe.

Über Anregung meiner Frau Gabriela entstand im Herbst 2000 neben dem Amtlichen Mitteilungsblatt auch die Reihe „Unser Neudorf“ mit Beiträgen aus dem Archiv, das vom derzeitigen Archivteam Dr. Peter Csendes und Josef Stoik bis heute weitergeführt wird.

Noch bei unserem letzten Besuch im Landespflegeheim Mödling hat Kurt meiner Frau und mir Interessantes über die NS-Zeit in der Hinterbrühl erzählt. Auch eine Gemeinde, deren Geschichte er in seinen Büchern aufgearbeitet hat.

Dr. Kurt Janetschek hat nie in Wiener Neudorf gewohnt, aber es gab und gibt nicht viele, die mehr über die Geschichte unseres Ortes wissen als er. Er hat sich oft als „Wahl-Neudorfer“ bezeichnet und es gibt niemand, der mich mehr über die Entwicklung unserer Gemeinde gelehrt hat, als Dr. Kurt Janetschek. Für seine Verdienste um Wiener Neudorf durfte ich ihm – nach einem einstimmigen Gemeinderatsbeschluss – im Jahr 2004 den Ehrenring der Gemeinde überreichen.

Vielen Dank Kurt für unsere jahrzehntelange Freundschaft, für das Viele, das Du mich gelehrt hast und für alles, was Du für Wiener Neudorf herausgefunden, aufgeschrieben und getan und für all das Wissen, das Du in Deinen Werken für unsere und die späteren Generationen gerettet hast. Durch Deine vielen Bücher und Werke in meiner Bibliothek wirst Du mich mein weiteres Leben lang begleiten – und weiter unterrichten. Schön, dass es Dir damals gelungen ist, mit Dr. Peter Csendes einen kongenialen Nachfolger für das Wiener Neudorfer Archiv zu finden.

Corona: Wie geht es bei uns weiter?

Die Delta-Variante des Corona-Virus macht uns weltweit das Leben schwer

Für heute abend habe ich das Corona-Strategie-Team zu einer Abstimmungsrunde einberufen. Dieses besteht neben mir aus unserer Gemeindeärztin Dr. Elisabeth Stadter, dem Arzt und Gemeinderat Dr. Alireza Nouri, politischen Vertretern und Führungskräften der Gemeindeverwaltung sowie unserem bestellten Covid-Beauftragten Martin Billensteiner.

Wir werden einige Fragen zu besprechen und zu klären haben. Wie gehen wir weiter vor? Stehen Veranstaltungen zur Diskussion? Welche Maßnahmen werden wir im eigenen Verantwortungsbereich treffen? Welche Maßnahmen werden wir mit der Bezirksbehörde und der Landesregierung abzuklären haben? u.s.w.

Die Situation ist nicht rosig. Gehen wir in den März zurück. Da vermeldete der Bezirk Mödling durchschnittlich etwa 500 positive Corona-Fälle, Wiener Neudorf um die 25. Die Ziffern von heute früh: Bezirk Mödling: 588, Wiener Neudorf: 52.

Wiener Neudorf hinkt bei den Impfraten – im Bezirksvergleich – hinterher. Während Nachbargemeinden bei weit höheren Impfquoten liegen (z.B. Perchtoldsdorf 77 %, Gaaden sogar bei knapp unter 80 %), liegt Wiener Neudorf bei 71,5 %. Wir sind also eine Gemeinde mit überdurchschnittlich vielen Impfverweigerern. Das wirkt sich in den täglichen Fallzahlen aus, die derzeit überdurchschnittlich steigen. Das ist umso bedauerlicher, weil uns über die Ortsgrenzen zugestanden wird, dass wir eine hervorragende Corona-Gemeindepolitik und Corona-Kommunikation machen – und wir hier sogar eine Beispielfunktion haben.

Ich war immer überzeugt davon, dass die Wiener Neudorfer/-innen im Extremfall als Team zusammenstehen und zusammenhalten. Letztlich war ich immer von dem Gefühl überzeugt, dass – wenn es darauf ankommt – alle in unserem Ort ihren Beitrag leisten. Leider werde ich bei der Bekämpfung der Corona-Krise derzeit anders belehrt. Große Sorge macht mir, dass wir täglich positive Fälle in unserer Volksschule haben.

In meinen Gesprächen mit Impfgegnern kommen derart absurde Argumente, von denen ich oft nicht weiß, ob man mich jetzt veräppeln möchte. Da geht es um persönliche Freiheiten, wobei die damit verbundene Unfreiheit der anderen völlig wurscht ist. Da geht es um den persönlichen Egoismus, der über die eigene Gesundheit und die der anderen gestellt wird. Und oft kommt am Ende des Gespräches, wenn die Argumente ausgehen, der Vorwurf an mich, dass ich mit meiner stringenten Haltung und meinen permanenten Versuchen, die Impfrate erhöhen zu wollen, die Gesellschaft spalten würde.

Ich weiß schon, dass es etliche Gemeinden in anderen Bezirken gibt, die viel viel schlechter dastehen. Aber ich habe mich in meinem Leben immer lieber nach oben als nach unten orientiert. Vor allem, wenn es um die Gesundheit geht.