
Derzeit wird – wie schon vor etlichen Jahren – überlegt, die Volksschule von 4 auf 6 Jahrgänge zu erweitern. Ich halte das für eine Scheindiskussion, weil für nahezu alle Gemeinden nicht realisierbar. Jetzt noch weniger als früher.
Der Bau, der Erhalt, die Sanierung und der Zubau von Landeskindergärten und Volksschulen muss aus den jeweiligen Gemeindebudgets finanziert werden. Ein (kleiner) Teil davon kann durch Förderungen oder Zinsenzuschüsse für Darlehen abgefedert werden.
Für Wiener Neudorf würde dies Folgendes bedeuten: Derzeit besuchen über 300 Kinder im Alter von 6 bis 10 Jahren unsere Volksschule. Würden die 11- und 12-Jährigen dazukommen, müsste Platz für weitere 150 bis 160 Kinder in 7 bis 8 Klassen geschaffen werden. Ein entsprechender Neu- oder Zubau würde Millionen kosten, die mittelfristig nicht vorhanden sind. Abgesehen davon, dass auf dem derzeitigen Gelände am Europaplatz kein Platz dafür ist. Gut, dann müssten wir halt eine zweite Volksschule irgendwo anders errichten, etwa auf dem Grundstück der Alten Volksschule in der Parkstraße. Theoretisch ginge das – finanziell nicht.
Andererseits sind unsere Gymnasien und Mittelschulen für den Platzbedarf der 11- und 12-Jährigen ausgelegt. Würden diese weiter in eine Volksschule gehen, blieben dort wiederum Klassenräume leer. Um Geld zu sparen, könnten man die 11- und 12-Jährigen Volksschüler dann in den frei gewordenen Klassenräumen den Mittelschulen und Gymnasien – quasi als Außenstellen – unterbringen.
Wenn die Volksschule von 4 auf 6 Jahrgänge erweitert wird, dann braucht es um 50 % mehr Volksschullehrer. Andererseits braucht es weniger Gymnasial- und Mittelschullehrer. Gut, dann könnten diese „frei gewordenen“ Gymnasial- bzw. Mittelschullehrer die zusätzlichen Volksschüler unterrichten, eventuell sogar in den dann leer gewordenen Klassenräumen der Gymnasien und Mittelschulen. Dann würde ein Mittelschullehrer in der Außenstelle der Volksschule in der Mittelschule Volksschüler unterrichten – entweder nach einem neuen Lehrplan für erweiterte Volksschulen oder sogar nach dem bisherigen Mittelschullehrplan für 11- und 12-Jährige.
Ich persönlich halte nichts von Diskussionen über Themen, die eher nicht realisierbar sind. Das nimmt Zeit und Energie für Überlegungen für tatsächlich notwendige Maßnahmen. Und die bräuchte es, ganz sicher auch im Bildungsbereich.





