Wiener Neudorf wieder ein “Corona-Hotspot”

Sie erinnern sich: Vor zwei Monaten war Wiener Neudorf in Mittelpunkt des Corona-Interesses. Nur in unserer Gemeinde wurde im Osten Österreichs die sogenannte “Südafrika-Variante” des Corona-Virus festgestellt. Dem dringenden Ersuchen, dass sich die gesamte Bevölkerung einem PCR-Test unterziehen sollte, sind damals nur knapp ein Drittel nachgekommen. Trotzdem haben wir es geschafft, auch durch den verhängten Lockdown im Osten Österreichs, die Fallzahlen deutlich zu senken. Die 7-Tages-Inzidenz unserer Gemeinde lag am Höhepunkt (zwar nur kurzzeitig, aber doch) nahe an der 500er-Marke. In den letzten Wochen ist die Zahl auf knapp 150 gesunken. Das hat sich in der letzten Woche allerdings dramatisch verschlechtert.

Österreichweit gibt es derzeit eine 7-Tages-Inzidenz von 182. In Niederösterreich liegt dieser Wert bei 126, für den gesamten Bezirk Mödling bei 111. Tendenz sinkend. In Wiener Neudorf liegen wir (Stand heute früh) leider bei besorgniserregenden 275 – Tendenz steigend.

Gewertet werden pro Gemeinde nur die dort gemeldeten HAUPT-Wohnsitzer.

Nachdem sich die infizierten Personen vor allem im privaten Bereich angesteckt haben, ersuche ich Sie weiterhin um diesbezügliche besondere Vorsicht. Ein kleiner Cluster hat sich leider auch in einer unserer Kinderbetreuungseinrichtungen gebildet und so musste mittlerweile eine komplette Kindergartengruppe gesperrt werden.

Ich ersuche Sie deshalb dringend, das gute Testangebot in unserem Bezirk (vor allem aber auch in unserer Gemeinde) zu nutzen und – da schließe ich mich den Worten unseres neuen Gesundheitsministers an – nehmen Sie den erstmöglichen Impftermin, den Sie bekommen.

Zu Information hier noch einmal die Teststraßen im Bezirk Mödling, für die Sie keine vorherige Terminanmeldung benötigen, mit den Öffnungszeiten:

Viele wichtige Beschlüsse bei der kommenden Gemeinderatssitzung

Am kommenden Montag findet im Festsaal des Freizeitzentrums die nächste Gemeinderatssitzung wieder unter ganz besonderen Schutzmaßnahmen statt. Alle Teilnehmer/-innen werden knapp vor der Sitzung mittels Antigen-Schnelltest getestet. Alle Teilnehmer/-innen tragen Masken und müssen ausreichend Abstand halten. Wir haben auch für Zuhörer ein paar Plätze reserviert. Bitte melden Sie sich dazu im Bürgermeister-Sekretariat (02236-62501-) an. Dafür bitten wir auch Sie ca. um 18.15 zur Testung vor Ort zu kommen.

Wir werden über einen – den Umständen entsprechend – guten Rechnungsabschluss 2020 befinden und auch einen sehr positiven Energiebericht vorstellen können. Wir werden – neben weiteren wichtigen Tagesordnungspunkten – Subventionen beschließen, über Raumordnungsfragen diskutieren, werden die Bauaufträge für die Geh- und Radwegverlängerung vom Wirtschaftshof Richtung Biedermannsdorf freigeben und für gewisse Projekte Darlehen zu sehr günstigen Konditionen aufnehmen. Im nicht-öffentlichen Teil werden wir Wohnungs- und Personalangelegenheiten behandeln.

Wie gewohnt wird Neudorf TV den öffentlichen Teil der Sitzung komplett aufnehmen und am nächsten Tag “ins Netz” stellen.

Nach der Sitzung werde ich Sie über die Abstimmungsergebnisse informieren.

Dort können Sie sich im Bezirk Mödling testen lassen

Die Testmöglichkeiten im Bezirk Mödling sind ausgesprochen gut. In 17 der 20 Bezirksgemeinden sind Antigen-Schnelltests möglich, bei denen das Ergebnis innerhalb von 20 Minuten vorliegt.

Und gerade im Ballungsraum Wiener Neudorf, Mödling, Guntramsdorf und Vösendorf ist das Testangebot besonders gut ausgebaut, wie der obigen Auflistung zu entnehmen ist. Wir sind also bestens gerüstet, falls es ab Anfang Mai zu Eintrittstests für Gastronomie, Handel und Kulturveranstaltungen kommen sollte, worüber die Bundesregierung derzeit im Rahmen ihrer Klausur berät.

Und ab morgen Mittwoch, 10 Uhr, können die Jahrgänge 1961 und älter (wieder bzw. erstmals) Impftermine unter http://www.impfung.at/termin buchen.

Vor 39 Jahren

Interessiert das überhaupt wen? Meine Berater sagen, dass viele der Mensch hinter dem Bürgermeister-Amt interessiert und darum wäre es wichtig. Ist das so?

Vor 39 Jahren war der 17. April ebenfalls ein Samstag. Es war deutlich wärmer, aber auch regnerischer, als Gaby und ich uns das Ja-Wort gaben. In der Pfarre Herz-Jesu. 12 Jahre lang war ich nahezu täglich in der Pfarre St. Othmar in Mödling in etlichen Funktionen tätig. Aber als der “Fernsehpfarrer” (wie wir Monsignore Müller nannten) erfuhr, dass Gaby schwanger ist, verweigerte er uns eine Brautmesse. So wichen wir in die Herz-Jesu-Kirche aus, Kaplan Wolfgang Schwarz nahmen wir mit. Noch heute gibt es neben der Liebe zu einem Menschen für mich keinen passenderen Grund zu heiraten, als wenn sich Nachwuchs einstellt. Aber mit dem Begriff der Sexualität hat die Kirche, vor allem die katholische, nach wie vor ihre Probleme. Vor der Hochzeit hatten wir verpflichtenden Eheunterricht. Ein etwas älteres Pärchen erklärte uns 5 Brautpaaren (darunter waren vier Bräute schwanger) wie das mit der Zeugung von Kindern theoretisch geht.

Zwei Töchter und zwei Enkeltöchter später, möchte ich behaupten, dass es ein erfülltes und aufregendes gemeinsames Leben war. Meine Frau dürfte es mit “anstregend” umschreiben. Wir sind gemeinsam durch “dick und dünn” gegangen, wobei ich nicht weiß, welcher Begriff von den beiden die guten Zeiten – und welcher die schlechten – bedeutet. Sagen wir besser: Wir haben viele Höhen, aber auch einige Tiefen überwunden. So wie alle Ehepaare. Ich habe die Zeit rundum als glücklich empfunden und Gaby gibt mir täglich das Gefühl, das auch zu tun.

Vor ein paar Jahren haben wir vereinbart, dass wir unsere Hochzeitstage immer irgendwo anders verbringen. Das Corona-Virus hat auch diesbezüglich in unser Leben eingegriffen. Also haben wir gestern beschlossen, an unserem 39. Hochzeitstag alles das zu machen, was wir immer schon gerne gemeinsam taten und tun. Wir brunchen gern. Also haben wir ausführlich gebruncht. Wir reden gern über interessante Artikeln im Standard, profil, der Zeit us.w. Also haben wir darüber gesprochen. Wir gehen gern wandern. Also sind wir die mittlerweile gewohnten 9 Kilometer über die Felder nach Biedermannsdorf und Vösendorf marschiert. Wir saunieren gern. Also haben wir in Anschluss daran ordentlich geschwitzt. Natürlichen machen wir auch DAS gern. Also haben wir auch DAS gemacht. Wir hören gern klassische Musik. Also haben wir uns den “Bolero” aufgedreht. Gratis-Tagestip von mir: DAS und das Hören des “Bolero” lässt sich wahnsinnig gut kombinieren, vor allem, wenn man etwas lauter aufdreht.

Wir schauen uns gern Dokumentationen an. Also haben wir uns gestern die “7 Rätsel der Menschheit” gegeben. ZDFInfo – einer unserer Lieblingssender. Wir essen gern. Übrigens haben ich in der Corona-Zeit meine Liebe zum Kochen entdeckt. Also haben wir uns gemeinsam etwas Gutes gekocht und den Tisch festlich gedeckt. Beim Wein sind wir fremdgegangen. F.X. Pichler – Wachau. Nicht, dass ich damit sagen möchte, dass wir auch gerne Fremdgehen. Beim Wein ist das erlaubt.

Und dann wollten wir noch am Hochzeitstag in die Samstag-Vorabend-Messe. Die Messe müssen wir heute nachholen. Das haben wir gestern nicht geschafft. Als wir hätten aufbrechen müssen, haben wir plötzlich Maurice Ravel gehört. Bolero. Relativ laut.

Wie geht es nach dem Lockdown weiter?

Noch etwas mehr als 2 Wochen, bis Sonntag den 2. Mai, dauert der Lockdown in Niederösterreich und Wien noch an. Und dann? Wie geht es ab Montag, dem 3. Mai weiter? Die Fragen, die immer wieder an das Gemeindeamt und auch an mich persönlich gestellt werden: Wird dann die Gastronomie geöffnet? Dürfen wir dann wieder einkaufen gehen – und wie? Wird es Eintrittstests geben – und wofür? Wann sperrt der Kahrteich auf?

Antworten heute: Keine Ahnung. Nix is fix. Nichts Genaues weiß man nicht.

Wir warten auf Entscheidungen und diesbezügliche Verordnungen aus dem Gesundheitsministerium. Wir haben uns mittlerweile daran gewöhnt, dass die Verordnungen im besten Fall knapp vor Inkrafttreten von Maßnahmen übermittelt werden. Ob das unter dem neuen Gesundheitsminister, der sich aber erst einarbeiten muss, anders wird, wissen wir nicht. Vielleicht werden die Kompetenzen an die Landeshauptleute übertragen. Auch das wissen wir zur Stunde nicht. Vielleicht wird es aber auch von Bezirk zu Bezirk – abhängig von den Inzidenzzahlen – regional unterschiedliche Vorgehensweisen geben.

Eintrittstests: “Ganz Österreich gurgelt????”

So wie es heute ausschaut, soll es verpflichtende Eintrittstests für Gastronomie, Handel und Kulturveranstaltungen geben. Auch viele Unternehmen ersuchen ihre Mitarbeiter sich regelmäßig – freiwillig – testen zu lassen. Niederösterreich setzt dafür auf die Antigentests in den Teststraßen, deren Ergebnis innerhalb von 20 Minuten am Handy ersichtlich ist. Wenn die Eintrittstests notwendig sind, dann werden sich viel mehr Menschen als heute testen lassen (müssen), um Einkaufen, Essengehen oder eine Veranstaltung besuchen zu können. Wir haben in Wiener Neudorf dafür bereits vorgesorgt und mittlerweile gibt es an drei Standorten in unserer Gemeinde von Montag bis Freitag Testmöglichkeiten. Wien setzt eher auf die etwas genaueren “Gurgeltests”, die aber in einem Labor ausgewertet werden müssen. Es gibt Wünsche, diese Art der Testung auf ganz Österreich auszuweiten. Auch die Orts-SPÖ möchte das. Alle Details sehen Sie auf: http://www.allesgurgelt.at Der Vorteil: Der Test kann zu Hause vorgenommen werden und man muss zu keiner Teststraße gehen. Das ganze Prozedere muss per Handy aufgenommen und an das Labor übermittelt werden, damit festgestellt werden kann, ob das 1-Minuten-lange Gurgeln ordnungsgemäß erfolgt ist. Das Problem: Die Auswertung dauert derzeit bis zu 24 Stunden. Wenn ganz Österreich gurgelt, dann überfordert das die Labore, die die Testungen auswerten müssen und die Ergebnisse werden erst bis zu 48 Stunden später vorliegen. Das bedeutet: Will man am Mittwoch zum Heurigen gehen, muss man sich spätestens Montag testen lassen und hoffen, dass das Ergebnis rechtzeitig vorliegt. Geht man dann eben einen Tag später, also am Donnerstag, zum Heurigen, dann ist die Berechtigung (spätestens 72 Stunden nach der Testung) abgelaufen. Bei dem bisher gewohnten Antigen-Test (Nasen- oder Rachenabstrich) reicht es, sich eine halbe Stunde vor dem geplanten Heurigentermin zu testen. Deshalb glaube ich, dass der Antigentest die bessere – weil vor allem schnellere und unkompliziertere – Variante ist.

Kahrteich

Normalerweise öffnet das Teichgelände jährlich am 2. Mai. Da dieser Tag noch in den Lockdown fällt, bereiten wir uns für Montag, den 3. Mai vor. Ob Freibäder/Teiche dann allerdings geöffnet werden dürfen – und wenn ja, unter welchen Bedingungen – weiß ich derzeit noch nicht. Wiener Neudorfer/-innen mit bestehendem Haupt- oder Nebenwohnsitz können eine Saisonkarte bereits jetzt beziehen (oder die bestehende aufladen). Wenden Sie sich dafür bitte telefonisch an das Bürgerservice der Gemeinde. Ob und wann auch wieder auswärtige Gäste zugelassen werden können, wissen wir erst, wenn die diesbezüglichen Verordnungen und die zu treffenden Maßnahmen vorliegen.

Die Corona-Impfstrategie des Landes Niederösterreich

In Österreich fahren die Bundesländer eigene Impf-Strategien. In Niederösterreich wird bislang über Arzt-Ordinationen geimpft. Wenn sich mehrere Ärzte dazu entschließen, nicht in ihren Ordinationen – aus welchen Gründen auch immer – zu impfen, dann können sie sich zu sogenannten “Impfstraßen” zusammenschließen. Diese Impfstraßen werden dann organisatorisch wie die Ordinationen behandelt. Ich habe mit unseren Ärzten deshalb schon vor drei Monaten über eine gemeinsame Impfstraße im Festsaal des Freizeitzentrums gesprochen. Aus verständlichen Gründen haben sich die Ärzte aber für ihre eigenen Ordinationen entschieden.

Um so viele Impftermine wie möglich vergeben zu können, müssen die Impfzeiten derzeit “diktatorisch” von oben vorgegeben werden. Da dies mit den normalen Ordinations-Öffnungszeiten oft nicht in Einklang zu bringen ist, haben viele Ärzte ihre Teilnahme leider wieder absagen müssen, denn die eigenen “Haus-Patienten” haben Vorrang. Darüber hinaus standen bislang auch nur wenige Impfstoffe zur Verfügung. Das ist auch der Grund, warum in Wiener Neudorf derzeit nur in der Ordination “Dr. Nouri” geimpft wird.

Da in den nächsten Wochen mit viel mehr Impfstoffen gerechnet wird, ändert das Land Niederösterreich seine Strategie. Bis jetzt werden durch die gelieferten Impfmengen bis zu 30.000 Personen in NÖ pro Woche geimpft. Ab Mai soll dies auf 90.000 bis 100.000 Personen gesteigert werden. In jedem Bezirk wird deshalb ein sogenanntes “Impfzentrum” eingerichtet, das 7 Tage pro Woche geöffnet haben wird. Im Bezirk Mödling wird dies in Laxenburg sein. Ausgewählt wurden diese Impfzentren nach Größe, Verfügbarkeit und Erreichbarkeit der Einrichtung. Wer diese Impfzentren betreuen wird, ist derzeit Gegenstand eines internationalen Ausschreibeverfahrens. Bis zum Vorliegen eines Ergebnisses, werden diese Impfzentren (die ersten werden Mitte April öffnen, die restlichen in der 2. Mai-Woche) vorübergehend vom Roten Kreuz betreut.

Durch diese permanent geöffneten Impfzentren erhofft man sich eine schnellere Durchimpfung als bei nur stundenweise geöffneten Impfstraßen oder Ordinationen. Auch für diese Impfzentren wird es eine Anmeldung und einen genauen Impfzeitpunkt geben, den man wählen kann. Nicht auswählen kann man den Impfstoff. Jede/r Niederösterreicher/in kann jedes der 20 Impfzentren im Bundesland wählen, aber natürlich wird man im Regelfall zum nächstgelegenen greifen. Wir Wiener Neudorfer haben mit dem knapp 5 Kilometer entfernten Impfzentrum in Laxenburg nur einen vergleichsweise sehr kurzen Anfahrtsweg, auch mit einer – falls benötigt – guten Bus- oder Taxiverbindung.

Darüber hinaus soll auch weiter über die niedergelassenen Arztordinationen geimpft werden – und zwar mit den Impfstoffen “AstraZeneca und Johnson & Johnson”.