Archiv für den Monat: März 2026

Diesbezüglich war 2025 ein gutes Jahr

Das Geschäftsjahr 2025 stand unter keinem guten Stern. Die Sparnotwendigkeit im Bund und im Land waren bekanntlich sehr herausfordernd und hat letztlich auch auf sämtliche Gemeinden durchgeschlagen. Wir alle müssen mithelfen, die prekäre Situation in den Griff zu bekommen. Weit mehr als die Hälfte aller österreichischen Gemeinden können nicht mehr positiv bilanzieren – wir gehören nicht dazu. Aber leider merken auch wir zusätzlich einen Rückgang bei den Kommunalsteuereinnahmen durch vermehrte Betriebsschließungen. Wir haben sehr viele Rädchen gedreht und konnten sowohl im Personal- als auch im Sachbereich entscheidende Weichen stellen. Wir haben ausgabenseitig mehr einsparen können als ursprünglich geplant. Diesbezüglich ein großer Dank an die Mitarbeiter des Gemeindedienstes, allen voran der Führungsmannschaft, die meinen Auftrag perfekt umgesetzt hat.

Leider hat die Situation auch dazu geführt, dass wir die Gemeindegebühren, teilweise nach Jahren, anpassen mussten. Wir haben uns dabei an den niedrigsten Gebühren der Bezirksgemeinden orientiert. Das Leben der Wiener Neudorfer Haushalte ist damit im Vergleich nach wie vor ein kostengünstiges. Es ist uns vor allem gelungen, Jungfamilien weiterhin bestmöglich zu unterstützen – mit durchschnittlich ca. € 8.000,- pro Kindergarten- bzw. Hortkind pro Jahr.

Die Förderungen unserer Vereine mussten wir nur geringfügig zurücknehmen. Es ist uns wichtig, das Rückgrat des gesellschaftlichen Lebens in unserer Gemeinde weiterhin bestmöglich zu unterstützen. Wir werden weiterhin an unserem Ruf als Kulturgemeinde arbeiten, mussten aber hoch defizitäre Veranstaltungen überdenken, wie beispielsweise den jährlichen Ball im Festsaal des Freizeitzentrums oder den „Girls just fun“-Abend oder aber auch den Osterschikurs.

Im Februar-Mitteilungsblatt durfte ich Sie über die wichtigsten Vorhaben, die dieses Jahr umgesetzt bzw. begonnen bzw. geplant werden, eingehend informieren. Unsere umsichtige Finanzgebarung erlaubt eine gute mittelfristige Umsetzungssicherheit wichtiger Zukunftsprojekte.

Ich freue mich, dass der Rechnungsabschluss 2025 sowohl im Prüfungs- als auch Finanzausschuss positiv gesehen wurde – und so kann und darf ich diesen im Rahmen der nächsten Sitzung am 23. März dem Gemeinderat zur endgültigen Beschlussfassung vorlegen – und das vergangene Jahr damit endgültig abschließen.

Das ist halt der Unterschied

Beim Lesen mancher Zeitungen und beim Zuschauen mancher Nachrichtensendungen kommen einem wie mir gewisse Gedanken:

Bei uns macht man sich Sorgen über steigende Spritpreise. Anderswo steigen die Kriegsopferzahlen. Bei uns kommen manche ein paar Tage später vom Urlaub zurück, weil sie auf irgendeinem Flughafen festgehalten sind. Anderswo würden die Menschen gerne auf einem Flughafen auf die Ausreise warten, egal wie lange. Bei uns steigt die Inflationsrate um 0,2 %. Anderswo fliegen Wohnhäuser in die Luft. Bei uns macht man sich Sorgen, wie die Kinder eine 3-wöchige Handypause verkraften werden. Anderswo kommen Schüler/-innen wegen eines Bombenabwurfes überhaupt nicht mehr nach Hause. Aufgrund des Krieges wird es bei uns zu einem Engpass bei Pistazien kommen. Anderswo gibt es einen Engpass bei Freiheit, Demokratie und Überleben.

Ich wundere mich über manche Unzufriedenheit, die bei uns herrscht und über die größten Sorgen, die uns angeblich plagen. Eigentlich sollten wir dankbar sein, dass wir bei uns leben dürfen – und nicht anderswo. Wahrscheinlich hätten über 90 % der Menschen, die anderswo leben, gerne unsere Sorgen. Aber wahrscheinlich müssten wir anderswo leben, um zu begreifen, welches Glück wir haben, bei uns leben zu dürfen.

Grandioser Vortrag im Alten Rathaus

Unser Altes Rathaus verwandelte sich im Rahmen der Reihe „WIR im Alten Rathaus“ erneut in einen lebendigen Ort aus Kunst und Technik. Das eumigMuseum präsentierte eine besonders spannende Ausstellung, bei der diesmal die Designerinnen und Designer hinter den historischen Geräten im Mittelpunkt standen.

Höhepunkt des Abends war für mich der Vortrag des renommierten Kunsthistorikers Carl Aigner. Unter dem Titel „Die Kunst der Technik – Kein Kunstwerk ohne Werktechnik“ beleuchtete er das Zusammenspiel von Kunst und technischer Innovation – von Fotografie und Video bis hin zur heutigen künstlichen Intelligenz, die unsere Wahrnehmung erneut tiefgreifend verändert.

Es war einer der interessantesten, spannendsten und tiefgründigsten Vorträge, die ich in der letzten Zeit hören durfte. Carl Aigner studierte in Salzburg und Paris Geschichte, Germanistik, Kunstgeschichte und Publizistik, war Hochschullehrer an mehreren österreichischen Universitäten und langjähriger Direktor der Kunsthalle Krems. Er fungierte als Projektleiter an der Donauuniversität, leitete das Museum Niederösterreich und war Vorstandsmitglied der Leopold-Museum-Privatstiftung.

Sehen und hören Sie seinen Beitrag in voller Länge, der von Uschi Seemann (Eumig-Museum) eingeleitet wurde:

https://youtu.be/fLfW37aEiWY