Toller Seniorenausflug ins Ötscherland

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Die um 400 v.Chr. in die Gegend eingewanderten Kelten gaben dem beherrschenden Berg der Region den Namen „ocan“ (Vaterberg), woraus später der Name Ötscher entstand.

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Über 300 Senioren fuhren am Donnerstag mit 6 Bussen zur Landesausstellung ins Ötscherland. Traditionell organisiert die Gemeinde immer Mitte August einen Ausflug für unsere älteren Mitbürger/-innen gegen einen geringen Kostenbeitrag.

Heuer besuchten wir die Laubenbachmühle, die Ötscherbasis und das Töpper-Schloss, die Destinationen der heurigen niederösterreichischen Landesausstellung. Vor knapp 2 Monaten habe ich mit meiner Frau und unserem Sozialreferenten Robert Stania die Ausstellungsorte besucht und die Gasthäuser ausgesucht. Es ist ja nicht gerade leicht, die richtigen Gastwirtschaften für eine derart große Gästeanzahl zu finden. Aber wie ich glaube, haben wir ganz gut ausgewählt. Als Zeichen des neuen politischen Stils wurden Gemeinderäte aller Fraktionen eingeladen, uns als Busbegleiter zu unterstützen. Ich freue mich, dass alle Fraktionen diese Einladung auch angenommen haben.

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Die insgesamt fast 400 Wiener Neudorfer und Bärnkopfer Pensionisten wurden auf 2 Ebenen im ganzen Ramsauhof untergebracht.

Glücklicherweise hat der Regen aufgehört, als wir bei den Ausstellungen ankamen, so haben wir rundum einen schönen Tag verbracht. Den Abschluss machten wir in einem wunderschön restaurierten alten Gehöft, dem Event-Gasthof Ramsauhof in Purgstall an der Erlauf, wo wir auf unsere Bärnkopfer Freunde trafen, die ebenfalls am selben Tag ihren Pensionistenausflug abhielten.

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Bärnkopfs Vize-Bgm. Erich Bauerfried, GRin Gaby Janschka, Bgm. Herbert Janschka, Sozialreferent Robert Stania und Ramsauhof-Chef Hermann Wurzenberger

Für das nächste Jahr planen wir wieder eines außergewöhnlichen Tagesausflug. Wenn jemand eine gute Idee hat, dann her damit.

Das Euro(pa)-Problem: Meine Aufgabe ist es, Wiener Neudorf krisenfest zu machen!

Es war in meiner Schulzeit bald klar, dass die Welt der Buchstaben und der Zahlen meine Welt sein würde. Nicht, weil ich dafür eine besondere Neigung, sondern für alles andere eine überschaubare Begabung hatte. Warum ein Auto funktioniert, wenn ich einen Schlüssel umdrehe, verstehe ich bis heute nicht. Was sich unter einer Motorhaube oder einem Schaltkasten versteckt, lasse ich dort versteckt. Wenn mein Computer nicht funktioniert oder irgendein Lämpchen leuchtet, rufe ich meine Töchter oder Schwiegersöhne (hoffentlich demnächst bald meine Enkeltochter) zur Hilfe.

Wenn es gilt, einen Buchbeitrag oder einen Aufsatz zu schreiben oder das schwierigste Sudoku-Rätsel zu lösen dann fühle ich mich wohl. Zahlen und Ziffern sind für mich zu treuen Freunden geworden. Ich bin als Kind noch extra negativ aufgefallen, wenn ich wusste, die Bestrafung war: Staffelrechnungen. Dass ich damit eher für die Handelsakademie als für die HTL und in weiterer Folge eher für Finanzunternehmen als für eine Technikfirma geeignet war, lag auf der Hand. Glücklicherweise hat auch das Bürgermeisteramt eher mit dem einen als mit dem anderen zu tun.

Schulisch aufgewachsen bin ich mit den Thesen von John Maynard Keynes und Friedrich von Hayek, auch wenn beide unterschiedliche Positionen vertreten, wobei ich mit den Ansichten beider einiges anfangen kann. Mitten in meiner wirtschaftspolitischen Ausbildung bekam Milton Friedman den Nobelpreis und seither verfolgen mich dessen Ausführungen. Bei Einführung des Euro sagte Friedman voraus, dass der Euro innerhalb kürzester Zeit den Kontinent Europa durcheinander bringen und wahrscheinlich spalten werde.

Wie kam Friedman zu dieser Vermutung? Es kann nicht gutgehen, traditionelle Hart- und Weichwährungsländer unter einen Hut zu bekommen – meinte Friedman. Die Länder, die gelernt haben, ihre Probleme mit dem Spielen mit den Wechselkursen zu lösen, werde man nicht kurzfristig auf einen Hartwährungskurs umfunktionieren können – und umgekehrt. Das werde zu Problemen führen, so Friedman damals, die mit der Zeit unbewältigbar werden. Auch das oft zitierte Vorbild USA benötigte fast 200 Jahre, um das finanzielle Miteinander zwischen dem Zentralstaat und den Bundesstaaten halbwegs in den Griff zu bekommen.

Friedman hat prophezeit, dass sich der Euro als eine riesengroße wirtschaftspolitische Fehlentscheidung herausstellen werde, wenn die falschen Rahmenbedingungen (nämlich die, die wir jetzt haben) zugrunde gelegt werden. Friedman hatte damals Recht und hat heute Recht. Sein Beweis sind auch die Wirtschaftsdaten der europäischen Länder, die nicht im Euro sind. Beispiele: Schweiz, England, Ungarn etc. Dort ist die Wirtschaftsleistung in den letzten 10 Jahren gestiegen, in vielen Euro-Ländern nicht. Und viele Länder, wie z.B. Spanien haben sich ja nur oberflächlich mit bestimmten Daten aus der Krise gemogelt – bei einem gefährlich hohen Zuwachs der Arbeitslosenzahlen.

Für viele Länder, wie beispielesweise Deutschland oder Österreich hat sich der Euro weitestgehend bewährt, auch weil wir seit Jahrzehnten gewohnt sind, mit einer harten Währung umzugehen und da ist es egal, ob diese Währung Schilling, Mark oder Euro heißt. Für ein Land, wie Griechenland, das nebenbei eine Reihe von wirtschafts- und fiskalpolitischen Fehlern gemacht hat, ist der Euro, wie er heute verstanden wird, der ganz sichere Weg in eine unaufhaltsame Negativspirale.

Ich verstehe bis heute nicht, warum den Europäern vorgemacht wird, ein Grexit würde Griechenland oder Europa in Gefahr bringen, irgendetwas würde zerfallen oder irgendetwas müsse man unbedingt abwenden. Ich denke, dass der deutsche Finanzminister Schäuble den richtigen Ansatz gewählt hat – und zu unrecht dafür geprügelt wurde und wird. Griechenland kann sich nicht im Euro mit den Sanktionen und Auflagen (die allerdings für eine Hartwährungsunion unabdingbar und notwendig sind) erholen. Griechenland wird auch trotz der nunmehr beschlossenen 86-Milliarden-Finanzhilfe nicht auf die Beine kommen. Und ich behaupte, dass dies viele wissen. Was natürlich nicht geht, ist der Wunsch Griechenlands im Euro zu bleiben, nichts zu verändern und die anderen sollen zahlen. Mittelfristig, da braucht man kein begabter Prophet zu sein, wird es Griechenland nicht schaffen, im Euro zu bleiben. Da versuchen manche, offenbar Zeit zu gewinnen nur weiß ich nicht wofür. Damit es den Griechen insgesamt noch schlechter geht? Damit wir noch mehr hineinbuttern?

Für mich ist der Ausstieg Griechenlands aus dem Euro auf unbestimmte Zeit die einzige Chance. Mit allen Aspekten und Auswirkungen, die damit verbunden sind und die auszuführen zu lange dauern.

Warum beschäftigt sich jetzt ein Dorf-Bürgermeister mit diesem Thema und warum erlaubt sich jemand wie ich über ein so komplexes Thema zu schreiben? Weil es nicht bei Griechenland alleine bleiben wird. Weil ich zwar an die Zukunft der Europäischen Union glaube, aber nicht mehr daran, dass mit unserer Währung die richtigen Entscheidungen getroffen werden. Andere Länder – neben Griechenland – werden folgen. Und das hat Auswirkungen. Da wird es weitere Hilfspakete geben (müssen) und die werden spürbar sein, für die Staaten, die die Hilfspakete schnüren und tragen werden. Österreich wird dazu gehören. Der Bund alleine wird diese Last nicht tragen können und sie verteilen – auf die Länder und auf die Gemeinden.

Wir müssen also in Hinkunft mit unserem Gemeindebudget sehr vorsichtig umgehen. Wir dürfen und werden keinen absoluten Sparkurs fahren. Wir müssen damit kalkulieren, dass die Zuwendungen, die wir von Bund und Land bekommen, eher weniger werden. Wir müssen und werden zwar nicht jeden Euro drei Male umdrehen, bevor wir ihn ausgeben, aber jeden einzelnen 100-Euro-Schein. Unsere Gemeinde ist in erster Linie abhängig von den Einnahmen der knapp 800 Unternehmen im Ort, die Kommunalsteuern zahlen. Da werden wir eine noch viel engere Partnerschaft leben. Aber alles unter der Überschrift der Verbesserung der Lebensqualität.

Ich habe viele finanzielle Wünsche der politischen Fraktionen am Tisch liegen. Manche davon werden im Budgetvorschlag an den Gemeinderat möglicherweise nicht oder nur teilweise vorkommen (können). Eine weitere übermäßige Verschuldung der Gemeinde, die dann die kommende Generation zu tragen hat, darf nicht mehr stattfinden. Und wir müssen über den Tellerrand hinausschauen. Auch das, was in anderen Ländern, was in Europa passiert, wird Auswirkungen auf unser Gemeindebudget haben. Deshalb war mir das Schreiben dieses Blog-Beitrages wichtig. Damit Sie auch mein Handeln verstehen. Aber natürlich ist das meine persönliche Meinung und muss auch nicht stimmen. Aber ich befürchte, dass sie das tut.

 

Verkehrsentlastung ist wieder Hauptthema Nummer 1

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Wiener Neudorf: Bgm. Herbert Janschka, Vize-Bgm. Dr. Elisabeth Kleissner und Verkehrsreferent gfGR DI Norman Pigisch (vorne links) besprechen mit unserem Verkehrsplaner (Fa. IKK) und unseren Raumplanern DI Friedmann und Aujesky die Pläne der Gemeindeführung.

Meine erste Bürgermeister-Zeit (2000 bis 2005) war geprägt davon, die Auswirkungen des Verkehrs hinsichtlich Lärm und Abgase sichtbar zu machen. In jahrelanger Arbeit wurden die neuralgischen Punkte herausgearbeitet (Stichwort: Masterplanverfahren). Gemeinsam mit Fachleuten, den wichtigsten Beamten des Landes NÖ und namhaften Grundeigentümer noch freier Flächen (Stichworte: ABB, AURA, IZ-Nord, Eco-Plus) wurde emsig daran gearbeitet, wie die Bevölkerung entlastet werden kann und unter welchen Bedingungen noch Verbauungen möglich sein können und dürfen. Spürbare Entlastungen für die Anrainersiedlungen entlang der A2 und die B17-Unterführung waren nur Teile davon. Wir waren Ende 2004 schon sehr sehr weit und haben vereinbart, dass wir gemeinsam an einem gesamtörtlichen Verkehrskonzept arbeiten werden, das eine spürbare Entlastung der Bevölkerung zum Ziel hat.

Bei der GR-Wahl 2005 wurden die Weichen bekanntlich anders gestellt. C. Wöhrleitner wurde Bürgermeister, die SPÖ bekam ihre absolute Mehrheit zurück und hatte andere Ziele. Das Masterplanverfahren wurde eingestellt, das Verkehrsthema als eher unwichtig und eigentlich nicht besorgniserregend abgetan und damit hat sich die Situation in den letzten 10 Jahren dramatisch entwickelt.

Wir haben in den letzten Wochen und Monaten dieses Thema „Verkehrsentlastung Wiener Neudorf“ wieder überall (Land NÖ, Bund, ASFINAG, Grundeigentümer etc.) aufs Tapet gebracht. Von den Fachleuten und Beratern der Gemeinde, die einen völlig anderen Weg für Wiener Neudorf verfolgen, haben wir uns getrennt. Wir haben jetzt wieder ein Team beisammen, dem ich persönlich vertraue, dass es im Sinne der Steigerung der Wohn- und Lebensqualität arbeitet. Es kann und darf nicht weiter angehen, dass wir wissen, dass viele Straßenzüge und vor allem viele Kreuzungsbereiche an der Kapazitätsgrenze sind und wir nichts dagegen tun.

Ab September arbeiten wir mit Hochdruck am Generalverkehrskonzept für Wiener Neudorf, dem sich jede Entwicklung, dem sich jede Verbauung unterordnen wird. Wir werden, das ist mein erklärtes Ziel, nur mehr mit Verkehr verbundene Verbauungen (und damit Belastungen) zulassen, wenn es andererseits zu einer merkbaren Entlastung der Wohnbevölkerung kommt. Bauwerber – und seien sie noch so prominent und bedeutend – werden sich dieser Strategie zu unterwerfen haben. Durchaus möglich, dass freie Baugründe nur eingeschränkt oder gar nicht verbaut werden können, weil die Bedingungen des Verkehrskonzeptes nicht erfüllt werden oder weil ganz einfach kein zusätzlicher Verkehr mehr möglich ist. Da hilft auch nicht die Aussage, man hätte dies in Vorgesprächen mit meinem Vorgänger angeblich abgeklärt. Da beeindrucken mich auch nicht Kontakte zu irgendwelchen prominenten Politikern – die habe ich auch. Und da lasse ich mich auch nicht davon abbringen, wenn große Unternehmen, wie derzeit z.B. die Univerale, die Gemeinde klagen, um eine Verbauung zu erzwingen.

Was tun mit den Flüchtlingen?

 

Es gibt derzeit in Wiener Neudorf zwei Themen, die kreuz und quer diskutiert werden. Das erste Thema betrifft das Schicksal von Vanessa Sahinovic. Diesbezüglich erhalte ich viele Nachrichten mit der Frage wie geholfen werden kann. Hier ersuche ich noch um ein wenig Geduld. Ich bin mit der Familie Sahinovic in Kontakt. Ich wurde gebeten, die Gespräche mit dem Olympischen Komitee, mit Aserbaidschan, mit dem Schwimmverband und anderen Organisationen abzuwarten und erhalte Bescheid, wann und wie es weitergehen kann.

Das zweite „große“ Diskussionsthema betrifft die Flüchtlinge. Bei diesem Thema erhalte ich äußert kontroversielle Mitteilungen. Die Bandbreite geht von „so viele wie möglich nach Wiener Neudorf holen, egal wohin“ bis „Bitte lassen Sie nicht zu, dass Flüchtlinge nach Wiener Neudorf kommen.“

Dieses Thema beschäftigt derzeit die Politik in allen Hierarchieebenen und ich behaupte, dass derzeit niemand eine wirkliche Antwort und eine Lösung für dieses brennende Thema hat, weder in Europa, noch in Österreich, noch in einem Bundesland, noch in einem Bezirk, noch in einer Gemeinde. Ansonsten würde es Zustände wie z.B. in Traiskirchen nicht geben. Wenn Sie sich die Weltnachrichten ansehen, dann haben aber viele Staaten leider ihr Traiskirchen.

Ich bin sehr dafür, dass es hier eine gemeinsame und abgesprochene Vorgehensweise – zumindest in Österreich gibt. An dieser wird gearbeitet, Über diese wird diskutiert. Und so weit es meine Kompetenz als Dorfbürgermeister zulässt beteilige ich mich auch an diesem Prozess.

Vorweg sind jetzt einmal das Innenministerium und die Landesregierungen gefragt. Dort muss eine Richtung festgelegt werden. Wenn ich höre, dass durchschnittlich 1.600 Flüchtlinge pro Woche derzeit in Österreich um Asyl ansuchen, dann sind das knapp 90.000 pro Jahr, falls die Werte so weitergehen wie bisher. Und das wird eher der Fall sein, denn niemand wird annehmen, dass in Syrien und Umgebung demnächst wieder Friede herrschen wird. Also werden wir diese Asylsuchenden nicht zurückweisen. Wenn diese 90.000 Asylanten, die ja auch teilweise alleine kommen, die Familien nachholen, dann sprechen wir wahrscheinlich mittelfristig von knapp 250.000 Asylanten pro Jahr, Fachleute sogar von über 300.000.

Ich denke, dass bei der Bewältigung dieses Themas nicht irgendeine politische Weltanschauung oder das Schielen nach möglichen damit verbundenen Wählerstromsituationen im Vordergrund stehen darf, sondern unsere Werte nach Solidarität und Menschlichkeit. Trotzdem muss neben all diesem auch die Machbarkeit stehen. Politische Entscheidungen sollten nicht nur für den Moment ausschlaggebend sein und nicht nur als Schlagzeile in irgendeiner Zeitung dienen, sondern politische Entscheidungen sollen vor allem nachhaltig richtig sein.

Was heißt das für Wiener Neudorf? Wenn ich die Ziffer 250.000 durch die 2.354 Gemeinden dividiere, dann komme ich auf knapp 100 Asylanten pro Gemeinde. Wenn ich den Gesamtbevölkerungsschlüssel hernehme (also ca. 3 %), dann komme ich in Wiener Neudorf auf knapp 250 bis 270 Asylanten.

Persönlich glaube ich jedoch, dass dieses Thema nicht durch eine mathematische Formel lösbar sein wird. Dazu braucht es Gebäude, die auch mittelfristig zur Verfügung stehen und die vor allem auch geeignet sind. Derartige Gebäude, wie Kasernen etc., stehen für gewöhnlich im Eigentum des Bundes oder eines Landes. Also wird sich der Fokus eher auf diese Gemeinden richten (müssen). Wiener Neudorf hat kein derartiges zur Verfügung stehendes Gebäude. Was aber nicht heißen kann und darf, dass wir uns jetzt nur deswegen bequem aus der Diskussion heraushalten.

Was ich ganz sicher nicht tun werde, ist, dem Innenministerium anzubieten, dass wir Plätze (Alter Sportplatz, Rathauspark, Klosterpark …) haben, wo neue Zeltstädte oder Containerdörfer entstehen könnten. Ich werde – bitte um Verständnis – auch die Ideen, anderweitige Räumlichkeiten wie die Alte Feuerwehr zu verwenden – nicht weiterverfolgen lassen. Erstens weil diese Räumlichkeiten hinsichtlich sanitärer Einrichtungen etc. nicht geeignet sind und weil ich zweitens benutzte Räumlichkeiten nicht einfach leerräumen lassen kann. Aber trotzdem bin ich über jeden Hinweis dankbar, über den wir nachdenken können.

Wiener Neudorf wird diesbezüglich eher in kleinen Einheiten helfen können. Wir haben bereits Ideen, über die ich noch nicht sprechen kann, weil es noch Fragen gibt, die wir vorher intern bzw. mit Organisationen abklären müssen. Ich kann mir auch vorstellen, Wiener Neudorfer/-innen, die bereit sind, Asylanten bei sich zuhause aufzunehmen, zusätzlich zu den Tagsätzen finanziell zu unterstützen. Auch das müssen wir noch eingehend besprechen. Bei aller Notwendigkeit, unser Budget zu sanieren, werden wir hier ganz sicher Möglichkeiten der Finanzierung finden.

Weil die an mich gerichteten Nachrichten bei diesem Thema immer mehr werden, habe ich es für richtig gehalten, Sie auf diesem Weg umgehend zu informieren. Ja, es ist Thema – auch in Wiener Neudorf. Ja, die Gemeindeverantwortlichen sind dran. Ja, Wiener Neudorf wird selbstverständlich einen Beitrag leisten (welchen, das müssen wir noch intern diskutieren bzw. abwarten, welche Lösungen Bund und Land vorschlagen).

Urlaub aus – ich bin wieder da!

 

Am  Weissfluhgipfel

Schweiz, Graubünden: Vom Gipfel des Weissfluh ein gigantischer Blick auf die Schweizer Bergwelt

10 Tage Wanderurlaub in den Schweizer Bergen im Kanton Graubünden haben meine Lunge wieder feinstaubfrei gemacht. Bei den täglichen stundenlangen Märschen habe ich über vieles nachdenken können, habe ich über vieles reflektieren dürfen und mir über vieles Klarheit verschafft. Urlaub mit mir ist wahrscheinlich nicht einfach. Faulenzen, die Seele baumeln lassen, im Liegestuhl liegen oder dergleichen ist nicht meines. Nach einem Urlaubstag mit mir fällt man normalerweise nach dem Abendessen völlig erledigt ins Bett. Meine Frau hat sich in den letzten Jahrzehnten daran gewöhnt, dass sie nach einem gemeinsamen Urlaub ein paar Zusatztage Urlaub vom Urlaub braucht.

Ich habe nur die wichtigsten und dringendsten Entscheidungen der Gemeindeverwaltung per E-Mail zwischendurch erledigt – soferne ich eine Verbindung hatte. Alles andere werde ich in den nächsten Tagen nachholen.

Ich bitte um Verständnis, dass deshalb viele E-Mails und Anrufe unbeantwortet geblieben sind. Ich bin bemüht, alle Ihre Anfragen und Anregungen binnen einer Woche zu erledigen. Die allermeisten Reaktionen betreffen den Unfall unserer Venessa Sahinovic. Insgesamt über 11.600 Zugriffe hatte mein diesbezüglicher Blogeintrag – und viele wollen helfen.

Ich werde in den nächsten Tagen sowohl mit Familie Sahinovic als auch mit dem Österreichischen Olympischen Komitee die nächsten Schritte besprechen und Sie danach ausführlich informieren.

So schön die Schweiz als Land ist, so schön ist es wieder zuhause zu sein.

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Am kommenden Sonntag: Kirtag in Wiener Neudorf

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Wiener Neudorf: Ab heuer gibt es wieder den Kirtag

Viele erinnern sich noch mit Entsetzen an den letztjährigen Kirtag. Knapp nachdem die „Standler“ ihre Stände aufgebaut hatten, wurde von Herrn Wöhrleitner die Polizei gerufen und der Kirtag am Eumigweg wurde umgehend entfernt. Warum, das weiß bis heute niemand.

Natürlich weiß ich, dass sich manche Tradition ein wenig überlebt hat und dass manches im Jahr 2015 anders gesehen wird als noch vor 20, 30 Jahren. Ich persönlich bin ein Fan von Kirtagen. Da kommt auch Nostalgie bei mir auf und ich erinnere mich dabei gerne an meine Kinder- und Jugendzeit der 60er- und 70erJahre. Selbstverständlich hatte damals ein Kirtag einen anderen Stellenwert als heute, auch weil die Katholische Kirche damals noch einen anderen Stellenwert hatte als heute. Der Kirtag in einem Ort fällt bekanntlich mit dem Patronatstag der jeweiligen Pfarrkirche zusammen.

Unsere Pfarrkirche ist „Santa Maria ad Nives“ (zu deutsch: Maria Schnee) gewidmet. Gemäß der Legende geht der Bau dieser Kirche auf das Schneewunder von Rom zurück. Die Madonna soll in der Nacht auf den 5. August 358 einem römischen Bürger und seiner Frau erschienen sein und ihnen versprochen haben, dass ihr sehnlichster Wunsch nach einem Kind in Erfüllung gehe, wenn ihr zu Ehren eine Kirche errichtet werde, wo am nächsten Morgen Schnee liege. Und dies soll dann erstmalig und seither auch letztmalig in Rom am 5. August am Esquilinhügel der Fall gewesen sein. Das Kind kam tatsächlich 9 Monate später zur Welt und Papst Liberius löste das Versprechen des römischen Bürgers ein und begründete das Fest „Maria Schnee“.

Auch unsere Pfarrkirche wurde nach dieser Legende benannt und so findet unser Kirtag Anfang August statt. Weil der 5. August auf einen Mittwoch fällt und da mit Sicherheit nicht so viele Zeit haben, wurde der Kirtag einfach auf den nächstfolgenden Sonntag verschoben. Schneien, so viel steht schon heute fest, wird es zumindest in Wiener Neudorf nicht. Hoffentlich auch nicht regnen.

Zurück zu meinen Jugenderinnerungen und zur Tradition: Als Mödlinger war es für mich alljährlich „Pflicht“ zum Kirtag nach Wiener Neudorf zu kommen. Und der war nicht am Eumigweg (den gab es damals in der heutigen Form auch noch gar nicht), der war in der Parkstraße. Und genau dort wird auch der heurige Kirtag wieder stattfinden.