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Ein frohes Osterfest – oder: Was hat Ostern mit meinem Hochzeitstag zu tun?

Immer dann, wenn sich die Sonne exakt im Frühlingspunkt der Erdbahn befindet, also wenn es auf der Erde zur Tagundnachtgleiche kommt, ist Frühlingsbeginn, ein halbes Jahr später, Herbstbeginn. So habe ich das in der Volksschule gelernt.

Früher, zu Beginn des 20. Jahrhunderts, war der Frühlingsbeginn konsequent am 21. März. Das konnten sich Schüler leicht merken. Ab 1920, aber nur in den Schaltjahren, wurde der Frühlingsbeginn vorverlegt – und zwar auf den 20. März. In den letzten 15 Jahren fiel der Frühlingsbeginn aber gleich 13 x auf den 20. März (auch ohne Schaltjahr, denn so viele gibt es bekanntlich gar nicht) und nur 2 x auf den 21. März. Ab 2048 wird der Frühlingsbeginn sogar erstmals auf den 19. März fallen. Das ist übrigens auch ein Schaltjahr.

Da soll sich noch einer auskennen!? Na gut – eigentlich wurscht! Ganz aber auch wieder nicht. Denn dann ist noch wichtig, wann genau nach dem Frühlingsbeginn der erste Vollmond ist. Heuer war dies gestern, am 11. April. Wie wir gelernt haben, fällt der Ostersonntag immer auf den ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond. Nachdem also gestern, am Dienstag der erste Frühlingsvollmond war, muss also am kommenden Sonntag, den 16. April, Ostersonntag sein. Ich blicke auf den Kalender meines Handys: Stimmt genau!

Das ist ein eher später Ostertermin, aber längst nicht der späteste. Erinnern wir uns 6 Jahre zurück. Da war am 16. April noch nicht einmal Palmsonntag.

Für mich gilt: Egal wann Ostern ist, für mich ist der 16. April seit 35 Jahren sowieso eine Konstante. Da ist mein standesamtlicher Hochzeitstag, egal ob Ostern ist – oder nicht.

Und es gibt eine weitere Konstante: In Wiener Neudorf findet am Ostermontag das traditionelle Osternestsuchen im Klosterpark statt, bei dem meine Frau und ich zur Arbeit eingeteilt sind. Und das ist heuer an meinem 35. kirchlichen Hochzeitstag. Meine Frau wird sich freuen – hoffe ich zumindest.

ÖVP-Neujahrsempfang in Wiener Neudorf: Ein tolles Fest

Vorweg: Eine komplette Aufzeichnung des Neujahrsempfanges mit allen Highlights finden Sie auf der Webseite der ÖVP-Liste Wiener Neudorf unter www.oevp-wienerneudorf.at 

 

Am Sonntag lud die ÖVP-Liste Wiener Neudorf zum traditionellen Neujahrsempfang. Der Einladung sind trotz des kalten und winterlichen Wetters viele gefolgt. Durch die Matinee führte unser geschäftsführender Gemeinderat Mag. Patrick Lieben-Seutter (im Bild links), der auch unsere Gemeindevertreter DI Norman Pigisch (Bild Mitte) und Erhard Gredler (im Bild rechts) zu den Arbeiten in ihren Ressorts, Verkehr bzw. Vereine, befragte.

Die vor etwas mehr als einem Jahr aus dem Gemeinderat ausgeschiedenen Funktionäre Luise Mahlberg und Peter Pfeiler wurden für ihre Verdienste um die Ortspartei geehrt.

Zwischen den Programmpunkten sorgte ein Gitarrenduo für die musikalische Umrahmung des Vormittags.

Den Schlusspunkt machte meine Festansprache, in der ich auf die grundsätzliche Situation aus meiner Sicht eingegangen bin, im Detail auf die zukünftige Mobilität, die aktuelle Situation rund um das IZ-Nord und meine Gedanken zur Bildung.  Ich bedanke mich an dieser Stelle für die vielen positiven Rückmeldungen die ich bekommen habe – auch dafür, dass ich mit meinen Worten offenbar viel Zuversicht für die Zukunft gegeben habe.

Entschuldigen möchte ich mich bei unseren Gästen dafür und ersuche dafür um Verständnis, dass ich die Veranstaltung aufgrund des Brandeinsatzes in der Mitterfeldgasse rascher als vorgehabt verlassen musste.

Ausgeklungen ist das Fest mit zahlreichen Gesprächen, zu denen ich später noch dazugestoßen bin, und einem Buffet von „Tom’s Schmankerl, Freizeitzentrum“, alkoholfreien Getränken, aber auch Wein von Weinbau Geiszler sowie WieNeuBräu-Bier von Helmut Dobritzhofer.

 

 

Alles Gute, Erwin Pröll

Im Namen der Marktgemeinde Wiener Neudorf überbrachte ich ein besonderes Geschenk an den Jubilar.

Ein Festgottesdienst in der Göttweiger Stiftskirche hat am vergangenen Samstag den Auftakt für die Feierlichkeiten anlässlich des „70ers“ von Erwin Pröll (ÖVP) gebildet, den der NÖ Landeshauptmann am Heiligen Abend begeht.

Abt Columban Luser begrüßte LH Dr. Pröll, begleitet von Ehefrau Sissy und den vier Kindern Astrid, Bernhard, Stephan sowie Andreas bei traumhaft schönem „(Landes-)Kaiserwetter“ über Göttweig. Die Stiftskirche war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die vom St. Pöltner Diözesanbischof Klaus Küng zelebrierte Messe wurde auch ins eigens aufgestellte Festzelt übertragen.

Knapp 3.000 Gäste aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Sport waren der Einladung zu diesem Fest gefolgt. Die Liste der Gäste aus der Politik in Göttweig führten Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) und die Minister Wolfgang Sobotka, Wolfgang Brandstetter sowie Andrä Rupprechter an.  Zudem erwiesen die Landeshauptleute Hermann Schützenhöfer, Josef Pühringer, Hans Niessl, Wilfried Haslauer, Günther Platter und Markus Wallner – ihrem  Amtskollegen die Ehre. Auch viele Bürgermeister und Gemeindevertreter, die mit Dr. Pröll seit Jahren ein inniges Verhältnis pflegen, ließen es sich nicht nehmen, zu kommen und zu gratulieren.

Nationalbank-Präsident Claus Raidl führte die Wirtschaftsdelegation an, Ursula Strauss vertrat in einem Interview-Talk die Künstlerriege und der ehemalige ÖFB-Teamchef Pepi Hickersberger, Teamkollege im Club Niederösterreich, erzählte über seine sportlichen Erfahrungen mit dem Landeshauptmann.

Ich kenne Dr. Erwin Pröll seit über 20 Jahren, seit knapp 15 Jahren verbindet uns eine sehr gute Bekanntschaft (Freundschaft wäre zu viel gesagt). Er ist auch ein wenig mitverantwortlich dafür, dass ich mich vor etwa 7 Jahren entschlossen habe, wieder in die Politik zurückzukehren und gemeinsam mit der ÖVP neue Überlegungen für Wiener Neudorf einzugehen.

Man kann Erwin Pröll viel vorwerfen, dass er ein Machtmensch wäre, dass er sich als „Landeskaiser“ aufführe, dass er sich mehr als ihm eigentlich zusteht, in die Bundespolitik einmengt – mit Personalentscheidungen oder zuletzt mit dem Beschluss eines landeseigenen Mindestsicherungen – und so weiter.

Ich habe an ihm immer seine Klarheit, seine Geradlinigkeit und – wenn Sie so wollen – seine Eindeutigkeit geschätzt, auch wenn ich nicht immer mit seinen Entscheidungen einverstanden war. Ich mag Menschen mit Handschlagqualität, ich arbeite gerne mit Menschen zusammen, die eine konkrete Frage mit einem „Ja“ oder „Nein“ beantworten können und ich mag Menschen, die sich auch etwas trauen, die etwas Entscheidendes und – für sie – Richtiges versuchen, auch mit der Gefahr, anzuecken und Schwierigkeiten zu haben.

Und ich unterstreiche voll, was Propst Maximilian Fürnsinn in seiner Predigt meinte, nämlich dass Erwin Pröll unserem Bundesland eine unglaubliche Identität gegeben hat und ein enorm großes Landesbewusstsein – ohne den Patriotismus für ganz Österreich und – darüber hinaus – Europa zu verlieren.

Ich habe Erwin Pröll als Ermutiger kennen lernen dürfen, und weniger als Bedenkenträger. Er hat mich als Kommunalpolitiker immer ermutigt auch große Dringe anzugehen (Stichwort: Altlastensanierung, Stichwort: Untertunnelung B-17, Stichwort: A2: Tempo 80, Stichwort: Generalverkehrskonzept). Er hat mich ermutigt, für eine gute Sache niemals die Konfrontation zu scheuen und einen geradlinigen, klaren, eindeutigen Weg zu gehen und standhaft zu bleiben, egal wie stark der Gegenwind auch ist.

Lieber Erwin: Ich wünsche Dir auch auf diesem Weg – in meinem Namen und im Namen von Wiener Neudorf – alles Gute und vor allem viel Gesundheit für Deine nächste Lebensdekade. Ich wünsche Dir, dass Du im nächsten Jahr die richtige Entscheidung für Dich und auch für Niederösterreich triffst: Entweder im März 2018 bei der nächsten Landtagswahl noch einmal anzutreten oder das Zepter weiterzugeben. Was ich mir diesbezüglich wünsche, habe ich Dir ja schon gesagt.

 

 

Anforderungsprofil und Entscheidung Bundespräsident

 

Vorweg darf ich mich von einem einwöchigen Urlaub wieder zurückmelden.

Am Sonntag habe ich eine wichtige Entscheidung zu treffen. Ich wurde auserwählt, gemeinsam mit 6,382.506 anderen Österreicherinnen und Österreichern, einen neuen Bundespräsidenten zu wählen. Das haben wir zwar schon vor 6 Monaten getan, aber da es damals zwar zu keinen Manipulationen kam – aber hätte kommen können – hat der Verfassungsgerichtshof beschlossen, die Wahl wiederholen zu lassen.

Nachdem ich seit 3 Jahrzehnten Personalentscheidungen treffen darf und muss, gehe ich persönlich bei Wahlen wie bei Bewerbungsgesprächen vor. Ich erstelle mir ein Anforderungsprofil und bewerte die für die Positionen verfügbaren Personen nach diesem Profil. Überschlagsmäßig habe ich in den letzten 30 Jahren ca. 80 Positionen in den vier Betrieben, in denen ich bislang tätig sein durfte (eine Bank, eine Versicherung, eine Bausparkasse und eine Gemeinde) neu besetzt. Ich gebe zu, bei ca. 10 % habe ich daneben gegriffen, aber bei ca. 90 % habe ich keine schlechte Wahl getroffen.

Es wird, so viel steht fest, ein Mann werden. Zwei Herren, ein gewisser Dr. Alexander Van der Bellen und ein gewisser Herr Ing. Norbert Hofer sind von uns – aus der Riege der verfügbaren Kandidaten – als die zwei bestgeeigneten erachtet worden. Die Mehrheit des Auswahlgremiums hat sich dafür entschieden. Ich gebe zu, dass ich persönlich eine andere Wahl getroffen hätte. Aber so ist das in einer Demokratie. Jetzt habe ich die Verantwortung übertragen bekommen, herauszufinden, wer von den beiden der besser Geeignete ist.

Anforderungsprofil Bundespräsident (ich habe – aus meiner Sicht – zehn für mich wichtige Entscheidungsgrundlagen erstellt):

  • Er muss seinem Land einen moralischen Rückhalt geben.
  • Er muss zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen Positionen ausgleichen können.
  • Er muss Erfahrung und damit Kompetenz in vielen Lebens- und Politikbereichen mitbringen.
  • Bundespräsidenten kommen de facto immer aus einem gewissen politischen Lager, trotzdem muss es ihm gelingen, überparteilich und objektiv zu agieren.
  • Er muss nach außen und innen die Berechenbarkeit Österreichs in der internationalen Staatengemeinschaft verkörpern.
  • Er muss die Balance zwischen den jeweiligen Staatsgewalten sein.
  • Er muss in politischen Konfliktsituationen feinfühlig und ausgleichend agieren.
  • Er muss dafür Sorge tragen, dass die obersten Staatsorgane so gut wie möglich zusammenarbeiten.
  • Er hat bei politischen und grundsätzlichen Fragen eher intern und zurückhaltend zu agieren. Er hat zu akzeptieren und so zu agieren, dass er nicht glaubt, Chef des Bundeskanzlers, der Bundesregierung oder des Nationalrates zu sein.
  • Er hat Wirtschaftsdelegationen ins Ausland anzuführen und sollte dazu fähig sein, für Aufträge und damit für Arbeitsplätze zu sorgen.

Fast ein Jahr lang durfte ich beide Bewerber sehr intensiv beobachten, ihnen zuhören und mir eine Meinung bilden.

Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich bezweifle im Stillen, ob diese zwei Kandidaten wirklich die Bestgeeigneten von ganz Österreich sind. Aber egal, die beiden stehen zur Auswahl und ich erachte es als meine Pflicht, aber auch als mein Recht, mich für einen der beiden zu entscheiden.

Ich versuche bei Personalentscheidungen grundsätzlich Sympathie, Antipathie, Parteizugehörigkeit, Religionsverhalten und dergleichen auszuschalten und mich rein auf das Anforderungsprofil zu konzentrieren.

Und: Für diese ausgeschriebene Position ist sachlich betrachtet für mich die Entscheidung letztlich einfach – auf Basis meines persönlichen Anforderungsprofils: Als Bundespräsident ist für mich Dr. Alexander van der Bellen der deutlich besser Geeignete.

Hilfe! Was ist mit den Wählern los? Aber: Ist überhaupt was mit den Wählern los?

 

Ich muss mir das jetzt einfach von der Seele schreiben.

Im jeweiligen Ausland wird nur mehr kopfgeschüttelt. Außerhalb der USA wundern sich fast alle über den Wahlausgang in den USA. Da gewinnt ein äußerst fragwürdiger Kandidat aus dem Establishment die vielleicht wichtigste Wahl der Welt weil er gegen das Establishment – und damit gegen sich selbst – auftritt. Außerhalb von Ungarn wundern sich fast alle über die Wahlerfolge von Viktor Orbán. Außerhalb der Türkei wundern sich definitiv alle über die breite innerstaatliche Zustimmung zu den Machenschaften eines Recep Tayyip Erdogan. Dass es in Russland eine Mehrheit für Vladimir Putin gibt ist sowieso vielen suspekt. Gut, Nordkorea ist sowieso ein eigenes Kapitel. Plötzlich lechzt das Land der republikanischen Revolution mit Marine Le Pen wieder nach einer Scharfmacherin. In Großbritannien nimmt die Mehrheit eine höhere Arbeitslosigkeit in Kauf und Milliarden von Pfunde in die Hand, um aus der EU auszusteigen, aber um andererseits bilaterale Verträge abzuschließen, gegen die sie eigentlich sind. In Österreich wird in zwei Wochen knapp mehr oder knapp weniger als die Hälfte der bei der Wahl Teilnehmenden jemand wählen, der uns das Wundern beibringen möchte. (Da ich keinen Blog-Roman schreiben möchte, höre ich mit den Aufzählungen jetzt einmal auf.)

Während im jeweiligen Ausland nur mehr über das jeweilige betreffende Inland kopfgeschüttelt wird, versuchen Politikversteher des jeweiligen Inlands das Wahlverhalten der eigenen Wähler zu verstehen oder zu erklären.

Das Ausland hätte Hillary Clinton gewählt – und zwar eindeutig. Im Ausland hätte es ein Donald Trump wohl nicht einmal zu einem Auftritt in „Willkommen Österreich“ gebracht. Andererseits, ohja, das hätte er geschafft. Im Ausland wäre Orbán längst abgewählt in Politpension und Inhaber eines millionenschweren Lobbyistenvertrages. In Österreich greifen sich zwar viele wegen der Zustimmung zum Brexit auf den Kopf, um jemand zu wählen, der mit dem Öxit spekuliert, was wiederum viele im Ausland dazu bringt, sich auf den Kopf zu greifen.

Jahrzehntelang haben unsere Altvorderen mit den Überlegungen der Aufklärung für die Demokratie gekämpft und haben großteils ihr Leben gelassen. Vor Hundert Jahren war es dann plötzlich cool und modern populistische Autokraten zu wählen. Was daraus geworden ist, wissen wir. Dann hat sich mühevoll wieder die Demokratie durchgesetzt. Es geht uns, zumindest in Europa, so gut wie noch nie. Aber es lehrt die Philosophie, dass mit der Sättigung die Unzufriedenheit steigt. Irrational, aber leider wahr. In meiner Jugend, so vor vierzig Jahren, war ein geflügeltes Wort, das immer wieder zu hören war: Ein kleiner Hitler gehörte her. Nein, kein echter, wahrhaftiger, sondern irgendwie ein kleinerer, ein etwas besserer als der echte gewesene. Das hat mich schon damals auf die Palme gebracht.

Jetzt sind wir wieder so weit, dass es eine breite Sehnsucht nach populistischen Autokraten gibt, Hauptsache sie wissen alles besser, Hauptsache sie sind laut, Hauptsache sie sagen es „denen da oben hinein“, Hauptsache sie versprechen alles anders zu machen – wie und was ist nicht so wichtig, Hauptsache sie denken lokal und nicht global. Autokraten können auch nicht anders als im Kleinen und in Grenzen zu denken, das ist ja ihr Wesenszug und die einzige Chance Macht zu bekommen und vor allem die Macht zu behalten. Natürlich wissen das die Wähler und trotzdem wählen sie derzeit so wie sie wählen.

Da fragt man sich natürlich „Was ist mit den Wählern los?“. Was erwarten sich die Wähler von so einem Wahlausgang? Was erwarten sich die Wähler von Populisten? Natürlich ist es mit einem gewissen Nervenkitzel verbunden, beispielsweise einen Donald Trump zu wählen. Wir werden alle in vier Jahren durchatmen, wenn nichts passiert sein wird. Und Nervenkitzel gehört doch zum Leben dazu. Wir fahren ja auch gerne Achterbahn, feiern Halloween, gehen gratis zu Krampusläufen und leben im Zeitalter von Horrorclowns. Meine 2jährige Enkeltochter freut sich auch diebisch darüber, wenn ich hinter einer Ecke stehe und sie plötzlich sanft erschrecke.  Die Sehnsucht nach dem Nervenkitzel ist uns offenbar genetisch immanent. Das würde das Wahlverhalten der US-Amerikaner – und vieler anderer – plötzlich wissenschaftlich logisch erscheinen lassen. Vielleicht gehört das Wissenwollen, worüber wir uns wundern werden, auch zu diesem Nervenkitzel dazu. Könnte sein.

Populisten versuchen die Welt bekanntlich immer leicht zu erklären. Ich halte mich zwar nicht für einen politischen Populisten, aber ich suche auch nach einer leicht verständlichen Antwort. Ich denke, nachdem wir aufgehört haben, ideologisch zu wählen, leben wir im Zeitalter des Wählens nach dem Ausschluss-Verfahren. Wähler wählen gerne, das ist meine Überlegung, die- oder denjenigen, die/der nach dem „A, Be, Bu und drauss’t bist Du“-Verfahren, übrig bleibt. Viele würden dazu sagen: Das kleinere Übel.

Wen ich Clinton und Trump nicht ausstehen kann, aber Clinton ein Stück mehr nicht, dann bleibt nur Trump über. Wenn ich Hofer und Van der Bellen nicht ausstehen kann, aber Hofer noch weniger als Van der Bellen, bleibt Van der Bellen über – bzw. umgekehrt.

Wenn ich Hollande generell nicht mag und Sarkozy generell auch nicht, dann bleibt nur Le Pen über, außer ich mag sie generell auch nicht – oder ich bleibe bei der Wahl zu Hause. Und wenn ich der Meinung bin, dass alle anderen sowieso nur Versager sind, dann probiere ich halt …..

Menschen sehen gerne die Schwächen der anderen. Aber jeder Mensch hat seine Stärken. Diese sollten wir bewerten, auch bei Politikern. Vielleicht sollten wir Wähler wieder beginnen, nicht das kleinere Übel, sondern das größere Bessere zu wählen und unvoreingenommen bewerten, wer und warum jemand für die jeweilige Position der/die Bessergeeignete und nicht der/die weniger Schlechtgeeignete ist. Es ist für mich wirklich eigenartig, dass man dafür im Ausland offenbar den besseren, weil neutraleren Überblick hat.

Heisst das dann aber, dass besser eher nicht die im Wahlland Lebenden wählen sollten, sondern die anderen? Das kann es aber doch auch nicht sein. Ich glaube, ich habe mich jetzt in einen Wirbel hineingeschrieben.

Alles Gute zum Geburtstag der ältesten Wiener Neudorferin

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Zum 102. Geburtstag durfte ich Frau Skala gemeinsam mit ihrem Sohn, Herrn Wildeis von der BH Mödling und Vize-Bgmin Dr. Kleissner gratulieren.

Als Hilda Skala in Wien zur Welt kam, war noch Kaiser Franz Josef I. an der Macht, der 1. Weltkrieg dauerte gerade ein paar Wochen, Otto Sundback erfand den Reißverschluss und in Cleveland (Ohio) wurde die erste elektrische Verkehrsampel installiert.

1914 war noch keine Rede von einem Haartrockner, von Nylonstrümpfen, von Antibiotika – und Albert Einstein grübelte gerade an seinem falschen Ansatz zur Relativitätstheorie, den er erst ein Jahr danach löste.

Als Rudolf Kirchschläger das erste Mal zum Bundespräsident gewählt wurde – und das ist eine gefühlte Ewigkeit her -, war Hilda Skala bereits in Pension.

Vor wenigen Tagen feierte die älteste Wiener Neudorferin ihren 102. Geburtstag. Ich freue mich sehr, dass ich eine – durch eine große Familienfeier am Vortag – ein wenig müde, aber geistig sehr rege und fitte Seniorin anlässlich ihres Ehrentages besuchen durfte.

Ich wünsche im Namen aller Wiener Neudorfer/-innen alles Gute für das neue Lebensjahr.