
Der gestrige Schritt der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) zum ersten Mal seit über 7 Jahren den Leitzins zu erhöhen, war von vielen (auch von mir) längst erwartet und erhofft worden.
Es mag auf den ersten Blick toll klingen, wenn Kredite nahezu nichts kosten. Aber eine Ware die nichts kostet, beginnt mit der Zeit wertlos zu werden. Und wenn die Ware „Geld“ heißt, dann ist das ein ganz gefährliches Spiel mit dem Feuer. Die Null-Zinsphase war nach der Weltfinanzkrise (Stichwort: Lehman Brothers) als kurzfristige Notmaßnahme gedacht und ein durchaus richtiger Schritt.
Bei manchen Staaten, Ländern und Gemeinden (auch Wiener Neudorf) ist diese Maßnahme allerdings völlig falsch angekommen. Staaten, Länder und Gemeinden (aber auch Private) haben begonnen, sich übermäßig zu verschulden, weil man dachte, dass praktisch nur das Kapital langfristig zurückgezahlt werden muss und die Zinsen auf Dauer nahe der Nullgrenze bleiben.
Ich habe in den letzten Jahren meinen Vorgänger im Bürgermeisteramt wieder und wieder gewarnt, dass die absolute Niedrig-Zins-Politik demnächst zu Ende gehen wird und muss. Eine Gemeinde nimmt Kredite zumeist auf 20 Jahre und länger auf. Man muss sich bei jeder Kreditaufnahme immer überlegen, ob man die Schulden auch in 10 und 15 Jahren noch bedienen kann und nicht nur in den ersten zwei oder drei Jahren, solange die Zinsen tief bleiben.
Es ist anzunehmen, dass die Europäische Zentralbank in absehbarer Zeit dem Beispiel der Fed folgen wird und auch die Zinsen für Kredite und Darlehen im Euro-Raum steigen werden. Für Wiener Neudorf bedeutet eine Anhebung des Zinssatzes um 1 % eine Mehrbelastung von ca. € 300.000,- pro Jahr.
Wir konnten mit dem Budget 2016 noch gerade rechtzeitig eine politische Finanzwende in Wiener Neudorf einleiten, in dem wir richtig gehandelt haben und unseren Schuldenstand, der sich in den letzten 10 Jahren der SPÖ-Alleinregierung (von 15,8 auf 29.0 Mio.) nahezu verdoppelt hat, nunmehr „einzufrieren“.













