Archiv für den Monat: Januar 2015

Eigentlich will ich mich mit Wiener Neudorf beschäftigen und nicht mit der SPÖ

Unknown

Meine Fraktionsfreunde waren über den Stil und die durchwegs falschen Aussagen im letzten SPÖ-Blatt entsetzt und haben mich aufgefordert, entweder noch ein Flugblatt oder einen Blog-Beitrag zu machen. Vorerst war ich dagegen, weil ich mich ab sofort eigentlich nur mit Wiener Neudorf beschäftigen möchte und nicht mit den Unwahrheiten der Orts-SPÖ. Aber nachdem ich über Nacht doch einige diesbezügliche E-Mails erhalten habe, die mich ersuchen, diese Ungeheuerlichkeiten nicht unerwidert zu lassen, möchte ich einen E-Mail-Verkehr mit einem Wiener Neudorfer hier veröffentlichen. Nachdem ich nicht weiß, ob es ihm recht ist, wenn ich den ganzen Namen ausschreibe, verwende ich anonymisiert nur seine Initialen.

Lieber Herr Janschka,

Was ist dran an den Anschuldigungen, die gestern im SPÖ Flugblatt verbreitet wurden? Heisse Luft? Viel Erfolg am Sonntag, ich hoffe es geht sich dieses Mal aus.

LG N.S.

Lieber Herr Sch……,

eigentlich möchte ich mich mit Wiener Neudorf auseinandersetzen und mit meinen Vorstellungen über die Zukunft unseres Heimatortes – und nicht mit abstrusen Aussagen einer SPÖ, der offenbar jedes Mittel und jede Unwahrheit recht ist, um noch einmal die absolute Mehrheit zu retten.

Ich wünsche mir – mit Ihnen – für Wiener Neudorf, dass sich das mit der absoluten SPÖ-Mehrheit nicht mehr ausgeht und dass sich die Wiener Neudorfer/-innen am Sonntag für einen anderen Weg entscheiden.

Zu Ihrer Frage: Nichts ist dran. Die Protokolle des Masterplanverfahrens sind weder geheim, die wurden allesamt damals auf einer eigenen Homepage „www.masterplan.at“ veröffentlicht (diese Webseite hat Herr Wöhrleitner sofort nach Amtsantritt 2005 schließen lassen) und liegen im Gemeindeamt für jeden ersichtlich auf. Es gab weder eine exakte Schätzung was der Tunnel kostet (die hat Herr Wöhrleitner 2010 durchführen lassen: ca. 45 Millionen), noch eine Verhandlung über die Aufteilung der Kosten. Bekanntlich wurden die Kosten des Tunnels in Waidhofen komplett vom Land übernommen. Und so weiter und so fort. Kein Bürgermeister oder Politiker kann beispielsweise einen Betrieb in Konkurs schicken. Das macht in Österreich schon noch immer ein Konkursrichter. Genauso war es beim Samariterbund. Ich habe mich damals nur darum gekümmert, dass das Rote Kreuz unmittelbar die Rettungsstelle übernimmt. Glücklicherweise hat das geklappt.

Volkshilfe: Niemand möchte, dass das Volkshilfehaus (Kurzzeit- und Tagespflege) geschlossen wird. Die Opposition hat sich nur darauf verständigt, dass Wiener Neudorf ab sofort nur mehr die Unkosten für die Wiener Neudorfer übernimmt und nicht mehr für die 80 % Auswärtigen. Das ist die Aufgabe derjenigen Gemeinden, aus denen diese Patienten kommen. Das ist nicht unsere Aufgabe. Dass die SPÖ Wiener Neudorf die Kosten für die Kurzzeit- und Tagespflege für alle, egal wo sie wohnen, weiterhin übernehmen möchte – ist einerseits absurd und zweitens nicht notwendig, weil dies die Aufgabe der jeweiligen Wohnsitzgemeinde ist.

Und so könnte ich auf jeden einzelnen Satz eingehen.

Ich denke, dass auch die SPÖ fühlt, dass ihre Felle möglicherweise davonschwimmen. Und da wird halt untergriffig versucht, die Wiener Neudorfer/-innen zu verunsichern. Sie hoffen, dass diese Taktik bei einigen greift.

Natürlich könnte ich jetzt rasch ein Flugblatt machen und dementieren. Aber mittlerweile bin ich so weit: Wenn die Wiener Neudorfer diesen Unsinn und diese Unwahrheiten tatsächlich glauben wollen, dann sollen sie ihn halt glauben. Und wenn die Wiener Neudorfer weiterhin der Meinung sind, dass diese Art und dieser Stil von Politik, die die SPÖ Wiener Neudorf macht, wählbar und vielleicht sogar mehrheitsfähig ist – tja, dann muss die Bevölkerung wohl oder übel mit dieser Gemeinderegierung weiterleben.

Ich habe diese Zeit nicht miterleben müssen, aber das Allter-Tiefste ist der immer wiederkehrende Konnex meiner Initialen mit der Hitlerzeit. Schon während meiner Bürgermeisterzeit ist die SPÖ darauf gekommen, dass meine Initialen dieselben sind wie damals die der Hitlerjugend und haben sich diebisch darüber gefreut und seither bin ich halt bei der SPÖ der „HJ“. 5 Jahre lang hat mich die SPÖ nicht als Bürgermeister sondern als GRÖBAZ bezeichnet (Größter Bürgermeister aller Zeiten) in Anlehnung an die Bezeichnung Hitlers als GRÖFAZ (Größter Feldherr aller Zeiten). Nach der Veranstaltung im Freizeitzentrum, bei der sich die Bevölkerung gegen eine Betriebszufahrt ins IZ-NORD über den Freizeitpark Reisenbauer-Ring ausgesprochen hat, hat sich Herr Wöhrleitner doch tatsächlich in seiner Bürgermeisterrubrik an den Austrofaschismus erinnert gefühlt, als Sozialisten verfolgt wurden. Ich denke, da wird versucht, auf den Gefühlen und Erinnerungen von vielen älteren Wiener Neudorfern herumzutrampeln. Den Sinn verstehe ich allerdings seit Jahren nicht. Aber der SPÖ gefällt es. Ich glaube allerdings nicht, dass sie selbst wissen, warum.

In jedem Fall ist dieses Flugblatt der SPÖ für mich eine Bestätigung mehr, für einen Richtungswechsel in Wiener Neudorf einzutreten, für einen anderen Stil, für eine andere Art von Politik. Ich kann für Wiener Neudorf nur hoffen, dass dies viele so sehen.

Liebe Grüße

Herbert Janschka

PS: Ich werde Ihre Frage und meine Antwort darauf als meinen heutigen Blog-Beitrag veröffentlichen: www.janschka.at . Ihren Namen natürlich anonymisiert unter Ihren Initialen. Seien Sie übrigens froh, dass Sie nicht politisch tätig sind, denn sonst würden Ihre Initialen wohl auch in einigen SPÖ-Aussendungen vorkommen.

 

 

JE SUIS RAIF BADAWI

رائف-بدويIch weiß schon, ich müsste eine Woche vor einer Gemeinderatswahl über Wiener Neudorf schreiben. Über das, was ich besser machen will als der derzeitige Bürgermeister. Über mein Programm. Über meine Visionen. Oder zumindest über den gestrigen Ball der Neudorfer.

Aber eigentlich beschäftigt mich derzeit etwas ganz anderes. Die halbe Welt ist derzeit „Charlie“ (Je suis Charlie). Noch vor zwei Wochen hat dieselbe halbe Welt nichts von Charlie Hebdo gewusst. Heute will diese französische Satirezeitung fast jede/r haben, auch wenn sie/er kein einziges Wort Französisch kann.

Auch von jemand anderen hat die halbe Welt bis vor kurzen noch nie etwas gehört.

JE SUIS RAIF BADAWI 

Da wagt ein Mensch in einem Land, dessen Name nach Fernweh klingt und wo gut und gerne auch einige der verklärten Geschichten von 1001 Nächten spielen könnten, die Wahrheit zu sagen. Und wird dafür zum Tod auf Raten verurteilt. 20 aufeinander folgende Freitage jeweils 50 Peitschenhiebe. Irgendwann an einem dieser Freitage wird er sterben, weil diese Tortur kein Körper aushält. Nur deshalb, weil er – hoffentlich – die Wahrheit geschrieben hat.

Alle Menschen sind gleich. Muslime, Juden, Christen, Atheisten. Jeder hat das Recht zu glauben, oder nicht zu glauben. Auf der einen Seite der Erde eine „No-na-net“-Feststellung. Auf der anderen Seite der Erde eine Aussage, die offenbar eine Weltreligion in den Grundfesten erschüttert. Ich frage mich, wie gefestigt kann eine Religion sein, wenn sie die Aussage eines Bloggers als Bedrohung ansieht? Wie sicher ist sich diese Religion eigentlich ihrer selbst?

Ja, ich bin Christ! Aber bin ich deshalb ein besserer Mensch als ein Atheist? Als ein Jude? Ein Moslem? Würde mir niemals einfallen, das zu glauben oder für meinen Glauben als wichtig einzustufen. Ich wünsche mir, dass alle gemeinsam – Christen, Atheisten, Juden, Moslems – für Raif Badawi beten – übrigens zum selben Herrgott, von dem wir alle annehmen, er hat die eine Religion lieber als die andere – oder er ist überhaupt nur ein Hirngespinst.

Ortswechsel nach Wiener Neudorf. Ein Ort der Gläubigen. Die Roten glauben sie wären die Sozialeren. Die Grünen glauben sie wären die Umweltbewussteren. Die Schwarzen glauben sie wären die die Kompetenteren. Die Blauen glauben sie wären die Traditionelleren.

Jetzt habe ich wieder die Kurve gekratzt hin zu einem Beitrag, der meinem Blog eine Woche vor der Wahl gerecht wird. Moslems, Juden, Christen, Atheisten. Alle sind gleich. Da wie dort gibt es gute und böse Menschen. Letztlich geht es um denselben Gott, an den die einen glauben und die anderen nicht.

Rote, Schwarz, Blaue, Grüne (Violette). Da wie dort gibt es gute und weniger gute Politiker. Letztlich geht es um denselben Ort. Um Wiener Neudorf! Und seine Zukunft.

JE SUIS RAIF BADAWI

Ich will ihm helfen. Ich will, dass er lebt. Ich will, dass die Tortur gestoppt wird. Ich will, dass eine Weltreligion sich einen Satz überlegt, den ich vor Jahren einmal in einem Gedichtband veröffentlichen durfte: Für jeden Menschen, der an Höheres glaubt ist eine Erklärung noch vonnöten: Für den Glauben sterben ist erlaubt, aber nicht für ihn zu töten!

Vielleicht hilft es für Raif Badawi zu beten. Vielleicht hilft es an Raif Badawi zu denken. Versuchen wir wenigstens ihm zu helfen – egal wie. Jeder auf seine Art. Gemeinsam. Juden, Atheisten, Muslime, Christen, Rote, Schwarze, Blaue, Grüne, Violette.

Meine Neujahrsansprache

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Obwohl knapp 200 Personen bei unserem Neujahrsempfang am 6. Jänner im Migazzihaus waren, haben es einige aus verschiedensten Gründen nicht geschafft. Nachdem sie gehört haben, dass meine Neujahrsansprache sehr gelungen gewesen sein soll, wurde ich gebeten, einen Mitschnitt auf meinen Blog zu stellen.

Wir haben eine Kurzfassung unseres Empfanges und meine komplette Festansprache auf unserer Webseite veröffentlicht. Für die Interessierten: www.oevp-wienerneudorf.at

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Das ist halt für manche Wahlkampf!

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Heute vormittag erhielt ich laufend Fotos von empörten Wiener Neudorfern von unseren verunstalteten Plakaten. In der Nacht scheint es eine konzertierte Beschmierungsaktion gegeben zu haben. Nachdem ausschließlich unsere Plakate betroffen sind und zumeist jene, die für weniger Verkehr und den B17-Tunnel werben, scheint es sich um keinen „Lausbubenstreich“ zu handeln. Die meisten vermuten eine ganz fiese Aktion von einer bestimmten Partei.

Ohne konkrete Beweise möchte ich diese Vermutung nicht teilen. Natürlich ist die Sache für uns ärgerlich, weil wir sinnloserweise Plakate nachbestellen müssen. Scheinbar freut sich da jemand diebisch darüber. Für manche, die keine Argumente für eine sachliche Diskussion haben, gehören solche Methoden offenbar zu einem Wahlkampf dazu.

Ich hoffe, dass unsere Ideen und Vorhaben mittlerweile bekannt sind und kann versprechen, dass diese weder über Nacht noch sonst wann wegzuschmieren sind.

 

 

Wieviel Wahlwerbung darf/soll sein?

 

Eine Wiener Neudorferin hat sich bei den wahlwerbenden Gruppierungen – berechtigterweise – über die Menge an Papier (inklusive Steinen und CDs) in ihrem Briefkasten beschwert. Weil mir auch die Frage gestellt wurde, wie ich dazu stehe, möchte ich dieses Thema für meinen heutigen Blog-Beitrag aufnehmen.

Ich denke, dass jeder weiß, dass ich mich seit 25 Jahren sehr für die Umwelt einsetze und dass dies auch der Grund ist, weshalb ich Politik mache. Leider hat bei einer Wahlauseinandersetzung nur der/die-jenige eine Chance, der/die auch Wahlwerbung betreibt. Dazu gehören Aussendungen. Dazu gehören Werbegeschenke. Dazu gehören Standln. Dazu gehören Plakate. Wenn eine Gruppierung bei diesem Treiben nicht mitmacht, dann ist sie chancenlos. Ich selbst habe vor 10 Jahren (nach 5 Jahren Bürgermeisterzeit) auf eine Wahlwerbung weitestgehend verzichtet, weil ich die Meinung vertrat, die Menschen (Wähler/-innen) wissen, was ich getan habe und werden aufgrund dieses Wissens entscheiden. Nach der Wahl haben mich viele darauf angesprochen, dass ich mir der Sache wohl zu sicher war und es deshalb nicht der Mühe wert gefunden habe, einen entsprechenden Wahlkampf zu führen. Damals wurde ich heftig kritisiert, weil von meinem Team viel weniger Informationsmaterial kam als von den anderen. Wie man es macht, macht man es bekanntlich verkehrt!

Ein Wahlkampf unterliegt in einer Demokratie ganz bestimmten Regeln, die auch die Wähler/-innen eingehalten wissen wollen. Leider hat das auch mit einer Flut an Informationsmaterial zu tun. Der Vorteil ist, dass die verschiedenen Standpunkte und Ideen durch die Menge an Informationsmaterial bekannt sind – oder bekannt sein sollten. Dass schriftliche Informationen irgendwann im Müll landen, ist klar. Dass sie manchmal nicht gelesen werden, ist leider auch eine Tatsache. Glücklicherweise gibt es die Wiederverwertung – gerade was den Papiermüll betrifft. Da haben wir mehr Probleme, was Plastik, Alu und dergleichen anbelangt. Und wir haben beim Papier mehr Probleme mit den wöchentlichen Werbeaussendungen als mit den Wahlwerbungen, die ja glücklicherweise – bei Gemeinderatswahlen – nur alle 5 Jahre stattfinden.

Auch die Geldverplemperei wurde angesprochen: In unserer Gruppierung (nur für die kann ich sprechen und schreiben) wird die Wahlwerbung ausschließlich aus Spenden unserer Gemeinderäte bezahlt. Mittlerweile habe ich persönlich ganz sicher schon den Gegenwert einer mehrmonatigen Weltreise in Informationen und damit auch in die Wahlwerbung gesteckt. Natürlich hätte ich mit dem Geld diese Reise machen können oder mir ein viel, viel schöneres und besseres Auto als meinen Skoda kaufen können, oder meiner Frau ein Zweitauto, oder einen höheren Betrag für meine Pensionszeit zurücklegen können – aber ich gebe mein Geld halt lieber für Informationen an die Wiener Neudorfer/-innen aus. Vielleicht halten das einige für verfehlt. Aber da bin ich egoistisch: Ich halte das für richtiger!

Und natürlich wäre es besser, auf diese Menge von Wahlwerbung verzichten zu können. Vielleicht verfolgen in 10, 20 Jahren fast alle den Wahlkampf nur mehr über Internet und wir können auf Papier weitestgehend verzichten. Angeblich wissen 14 Tage vor einer Wahl ca. 70 % sowieso schon, welche Person oder welche Partei sie wählen werden. Diese 70 % brauchen eigentlich keine Wahlwerbung. Aber wer sind diese 70 %, die eigentlich nichts mehr im Postkasten brauchen? Und wer sind die 30 %, die noch Informationen brauchen, um eine Entscheidung zu treffen? Es wäre hilfreich, billiger und umweltschonender dies zu wissen. Aber leider!

Wer ist denn das? Wer ist denn das?

Samstag, 10.1.2015 – 17.00 Uhr: Kostümprobe im Hause Janschka für das Gschnas (Gschnabarett) der Faschingsgilde Wiener Neudorf:

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Tisch 3 im Volksheim während des Gschnabaretts (Samstag 10.1.2015, irgendwann vor Mitternacht). Gaby und Herbert Janschka, Erhard Gredler, Eva Wetsch, Andreas Wetsch, Erich Schweiger, Luise Mahlberg, Sissi Gnauer und Gaby Stur (oder doch Michael Gnauer ???):

Foto Norman Pigisch (deshalb nicht auf dem Bild) – verkleidet als Bauingenieur und Tunnel-Fan.

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Tisch 3 im Volksheim (Sonntag, 11.1.2015, irgendwann nach Mitternacht. Ist das jetzt die frühere Volksschuldirektorin Gaby Stur oder doch ihr Sohn Michael Gnauer – oder doch nicht? Wir haben es bis jetzt (Sonntag, 11.1.2015, irgendwann nach 8.00 Uhr) nicht herausgefunden.

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