A2 Umbau – Der Unterschied zwischen Presse und Wirklichkeit

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Der Umbau der A2-Anschluss-Stelle Wiener Neudorf wurde von den Medien hochgelobt. Von den Anrainern höre ich im Gegensatz dazu fast nur Negatives. Während die Presse, wie in dem obigen Artikel den Schutz der Anrainer durch den Umbau lobt, klagen die Anrainer über eine zusätzliche Lärmbelastung seit der Fertigstellung der Arbeiten.

Der Umbau der Anschluss-Stelle Wiener Neudorf war schon vor 10 Jahren Thema. Ich habe damals als Bürgermeister mein Veto dagegen eingelegt und im Masterplanverfahren die Alternative eines eigenen IZ-NÖ-Süd-Autobahnanschlusses angeregt. Alle Expertisen gingen von einer zusätzlichen Belastung der Anrainer durch den Umbau aus. Nach heftigen Diskussion wurde mein Alternativvorschlag angenommen und verwirklicht. Leider soll dieser neue Anschluss von den Mitarbeitern und Zubringerdiensten des IZ-NÖ-Süd nicht angenommen werden und so wurde die Idee des Umbaues der Anschluss-Stelle Wiener Neudorf wieder aufgegriffen.

Ich bin überzeugt, dass dieses Geld (10 Millionen Euro) gespart werden hätte können und die IZ-NÖ-Süd-Unternehmen hätten sowohl ihre Mitarbeiter als auch die Lieferanten durchaus anhalten können, die neue IZ-Anschluss-Stelle zu verwenden. Das war im übrigen auch damals so vereinbart. Ich weiß schon, dass das ein anderer Budgetposten ist, aber mit diesem Geld hätten wir schon einen Großteil des B17-Tunnels finanzieren können, der sowohl den Betrieben als auch der Bevölkerung etwas bringt.

Für den Umbau der A2-Anschluss-Stelle Wiener Neudorf wurde der Baumbestand entlang der bisherigen Lärmschutzwand ganz einfach gerodet. Es stimmt, dass die Lärmschutzwand etwas erhöht wurde, aber die Fahrbahn dahinter auch. Damit ergibt sich im Gegensatz zu den Aussagen unseres Bürgermeisters und den Presseartikeln kein besserer Lärmschutz – im Gegenteil.

Die Mitarbeiter des Autobahnbetreibers ASFINAG haben mir erklärt, dass der Bürgermeister in alle Pläne und Verhandlungen eingebunden war. Der Lärmschutz war nie Tagesordnung und wurde vom Bürgermeister, der die Interessen der Bürger/innen zu vertreten gehabt hätte, in keinem einzigen Gespräch und keiner einzigen Verhandlung thematisiert. Dass nunmehr nachträglich Verbesserungen der Lärmsituation nachverhandelt werden könnten, hat die ASFINAG definitiv ausgeschlossen. Das Projekt wurde jahrelang besprochen und ist abgeschlossen. Hätte der Bürgermeister das Thema des Lärmschutzes zeitgerecht angesprochen, dann hätte es behandelt werden können. Das war aber nicht der Fall. Na, toll!

Herr Wöhrleitner rühmt sich ständig, einen Sitz im Aufsichtsrat der „ecoplus“ (Betreiberin des IZ-NÖ-Süd) inne zu haben. Offenbar sind ihm diese Interessen wichtiger als die der Wiener Neudorfer/innen. Schade! Damit wurde wieder eine Chance für nachhaltige Lärmschutzmaßnahmen vertan.

PS: Auch mir wurde damals – wie übrigens jedem bisherigen Wiener Neudorfer Bürgermeister – ein Sitz im Aufsichtsrat der „ecoplus“  angeboten. Ich habe dies abgelehnt. Ein Bürgermeister hat, Aufsichtsratssitz hin oder her, sowieso die Interesse der Ortsbetriebe zu vertreten. Aber wenn  es einen Interessenskonflikt zwischen Bevölkerung und Betrieben gibt, dann war und ist meine Haltung immer sonnenklar: Dann hat ein Bürgermeister in erster Linie die Interessen derer zu vertreten, die ihn gewählt haben – und das sind nicht die Betriebe.

Sehr durchsichtige SPÖ-Polemik

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Quelle: NÖN 36/2014

Die Mödlinger SPÖ regt sich bei der NÖN auf, weil es während des Tunnelfestes eine Umleitung des Verkehrs über den Schulweg gab. Wir haben unser Tunnelfest exakt zu dieser Tageszeit geplant, Sonntag mittag, in der nahezu kein Verkehr über die B17 anfällt und damit auch nahezu kein Verkehr umgeleitet werden muss. Da es einen Autoverkehr von Mödling kommend über die B17 (Badner-Bahn-Kreuzung) nach Süden gibt, ist es wohl einsichtig, dass dieser Verkehr über die direkte Route (Schulweg – Schillerstraße) zur B17 (Bereich außerhalb unseres Festes) geführt wurde. Die Alternative wäre gewesen, dass wir den Verkehr von Mödling kommend wie gehabt zur Badner-Bahn-Kreuzung geführt, dann aber – weil die B17 in diesem Teil nicht befahrbar war – in der Gegend herumgeschickt hätten. Hätten wir das gemacht, hätte sich die Mödlinger SPÖ mit Recht aufregen können.

Eigentlich schon traurig. SPÖ-Bgm. Wöhrleitner hat mit allen Mitteln versucht, unser Tunnelfest zu verhindern (für ein Interview mit N1TV war er aber dann doch ein paar Minuten vor Ort). Weil ihm die Verhinderung nicht gelang, müssen ihm nun die Mödlinger Genossen zu Hilfe eilen und ihn medial unterstützen.

Was sollen denn eigentlich wir Wiener Neudorfer machen? Ein Großteil der Mödlinger fährt nahezu täglich durch unseren Ort auf die B17, auf die B11, auf die A2 … Wir könnten uns jetzt auch mit gesenktem Daumen für ein Gruppenfoto zusammenstellen. Und das täglich! Wir tun es deshalb nicht, weil wir damit das Verkehrsproblem der Region nicht ansatzweise lösen. Mit dem B17-Tunnel im übrigen schon. Wenn das kommt, was die SPÖ Wiener Neudorf möchte, nämlich die B17 so unattraktiv zu machen, dass sich ein Teil des heutigen B17-Verkehrs sowieso andere Wege sucht – nämlich über Ortsgebiete – dann wird der Schulweg und andere Straßen aber ordentlich belastet. Schon komisch, dass die SPÖ Mödling gegen dieses Projekt der SPÖ Wiener Neudorf nichts zu meckern hat.

Pfarrer Florian: Sein letzter Arbeitstag in Wiener Neudorf

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Einen derartigen Besuch der Heiligen Messe wie am letzten Sonntag hätte unser Pfarrer wohl gerne öfter gehabt. Bis zum letzten Stehplatz war unsere Kirche Maria Schnee gefüllt, um Mag. Florian Sobocan bei seinem letzten offiziellen Gottesdienst in Wiener Neudorf dabei zu sein. Und mehr als 20 Ministranten war eine schöne Begleitung bei seinem letzten Arbeitstag bei uns.

Ich erinnere mich noch gerne an die Anfangszeit von Pfarrer Florian in Wiener Neudorf zurück, als er mit seiner Gitarre in die Kirche einzog und irgendwann während der Messe einfach zu diesem Musikinstrument griff und die musikalische Begleitung selbst übernahm. Diese unkonventionelle Art hat mich sehr berührt und vereinnahmt. Während meiner Bürgermeisterzeit war ich in ständigem Kontakt mit unserem Pfarrer und es hat sich in diesen Jahren eine gewisse Freundschaft zwischen uns beiden entwickelt, für die ich sehr dankbar bin.

Sehr sehr oft haben wir uns anlässlich von Begräbnisfeierlichkeiten am Friedhof getroffen. Was mir diesbezüglich Mag. Sobocan beigebracht hat ist, dass der Mittelpunkt des Zusammenlebens nicht der Abschied sein sollte, sondern die Zeit davor. Es geht nicht vorrangig um die Trauer über die Sekunde des Abschieds, sondern um die Dankbarkeit und die Freude, einen Menschen gut und besser kennengelernt haben zu dürfen. Natürlich tut jeder Abschied weh und ist jeder Abschied schmerzvoll und ist umso tiefer und unfassbarer, je näher uns ein Mensch stand, den wir verloren haben. Und natürlich gibt es einen haushohen Unterschied zwischen dem Tod eines bekannten, befreundeten oder geliebten Menschen und dem einfachen Abschiednehmen. So bleibt bei mir weniger die Traurigkeit darüber, dass Pfarrer Florian nun nach Hochwolkersdorf übersiedelt als mehr die Freude und Dankbarkeit darüber, dass er fünfzehn Jahre lang unser Pfarrer und Schäfer gewesen war und ich eines seiner Schafe (hoffentlich ein weißes). Bei mir bleibt die Erinnerung an einen Pfarrer, bei dem ich das Gefühl habe, dass er Wiener Neudorf sehr sehr gut getan hat und an den wir uns noch lange mit guten Gedanken zurückerinnern werden.

Und besonders sein liebevoller amikaler Umgang mit den Ministranten, den Kindern und Jugendlichen in unserer Pfarre, denen er für mich jederzeit das Gefühl gab, sie voll und ganz ernst zu nehmen, wird mit zum Erbe gehören, die uns Pfarrer Florian geschenkt hat.

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Lieber Flo, danke für Deine Zeit, danke für Deine Freundschaft, danke für die wichtigen Gespräche! Wir sehen uns  – in Hochwolkersdorf.

Das Tunnelfest: Ein voller Erfolg!

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Was habe ich da in den letzten Tagen gezittert. Alle zwei Stunden habe ich den Wetterbericht von Wiener Neudorf gegoogelt. Erst in den letzten beiden Tagen war eine gewisse Hoffnung, dass sich ein „trockenes“ Tunnelfest ausgeht.

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Und dann das: Kaiserwetter ist übertrieben, aber ein tolles Spätsommerwetter, eine riesige Stimmung, viele interessierte Wiener Neudorfer, die sich beim Plan unseres Verkehrssprechers, GfGR Norman Pigisch aufhielten und sich durch ihn und Stelios Papadopoulos fachliche Informationen holten. Letztlich haben wir über den Zeitraum des Festes knapp 400 Personen gezählt, die sich auf der autofreien B17 wohl gefühlt haben und bei Freibier und Freiwürsteln auf Picknickdecken, den aufgestellten Bänken oder mitgebrachten Sitzgelegenheiten einfach wohl gefühlt haben.

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Ein Renner war die Bodenzeitung von Eva Wetsch, wo die Teilnehmer einige Fragen zum Ort im Speziellen und der B17 im Besonderen beantworten konnten. Auch einen inoffiziellen Spatenstich haben wir gemacht und für wenige Stunden einen Baum gepflanzt, auf den die individuellen Wünsche mit Zetteln aufgehängt werden konnten.

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Die Kinder haben die B17 bunt bemalt. Leider ist der Spielebus des Landes NÖ. in einen Unfall verwickelt worden und hatte einige Stunden Verspätung.

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Der Tenor war klar: Die Wiener Neudorfer wollen die Untertunnelung der B17. Einige Fragen hinsichtlich Finanzierung etc. werde ich in unserem nächsten Informationsblatt ausführlich beantworten.

Tolles Naturschauspiel

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Keine Ahnung, was wir da heuer haben – Sommer ist es eigentlich keiner. Aber nachdem es sowieso keinen Sinn hat sich über etwas aufzuregen, was nicht zu verändern und zu verbessern ist, nehmen wir das Wetter so wie es ist. Und eigentlich hat einer meiner Tennisfreunde recht, wenn er meint, dass heuer der Herbst, den wir seit Juli haben,  ein sehr sehr schöner ist.

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Sehr schön war auch der Regenbogen, den wir gestern nach einem kurzen, aber heftigen Regenguss in Wiener Neudorf hatten und der sich wie ein geheimnisvolles buntes Band über meinen Garten spannte. Ein grandioses Bild, nur am kommenden Sonntag um die Mittagszeit hätte ich gerne während unseres Tunnelfestes einen anderen Himmel.

Michael Spindelegger tritt zurück: Ich versteh’s!

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Der Rücktritt von Michael Spindelegger als Vizekanzler, Finanzminister und ÖVP-Obmannes hat keinen Neudorf-Bezug – oder … ? Unlängst gab es einen sportlichen Charity-Vergleichskampf zwischen ihm und meinem Freund, Tennispartner und Fraktionskollegen Michael Gnauer. Da wird der Michael Gnauer doch dem Herrn Vizekanzler nicht …. oder doch ….? Ich muss ihn unbedingt noch heute fragen …..!

Spaß beiseite, weil lustig ist die Situation eigentlich nicht. Ich versteh den Rücktritt von Michael Spindelegger und er kommt für mich auch nicht überraschend, wenngleich ich am 26. August nicht unbedingt damit gerechnet habe. Eine  Position gegen einen politischen Mitbewerber einzunehmen und sie auch durchzufechten ist Aufgabe eines Politikers und das muss ein Politiker auch können. Einer, der nicht imstande ist, auch Gegenpositionen einzunehmen und auch dafür vehement einzutreten, ist falsch am Platz. Jemand, der in die Politik geht, um „everybody’s darling“ zu werden, wird alsbald scheitern. Aber seine Meinung und Ansicht gegen den politischen Mitbewerber und gleichzeitig das eigene Team zu behaupten, das kann nie und nimmer gut gehen.

Und wenn ein Teamleader die Gefolgschaft seines Teams verliert, dann gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder er sucht sich ein neues Team, das seine Ansichten und Ideen teilt – oder er gibt die Position des Teamleaders auf. In diesem Sinne hat sich Michael Spindelegger aus meiner Sicht für das Richtige entschieden.

Ich kann seinen Schritt sehr gut nachvollziehen. Mir ging es nach dem Verlust des Bürgermeisteramtes im Jahr 2005 ähnlich. Auch ich hatte das Gefühl, das Vertrauen eines Großteils meines damaligen Teams „UFO – Umweltforum Wiener Neudorf“ verloren zu haben und sah keine Möglichkeit, es wieder zurück zu gewinnen. In solch einem Augenblick muss man das Ruder weitergeben und dann muss ein anderer die Schlagzahl vorgeben.

Ich denke, dass Michael Spindelegger mit seinem Rücktritt seiner politischen Bewegung und seiner politischen Heimat einen großen Dienst erwiesen hat. Sie hat jetzt die Möglichkeit sich neu zu positionieren und neu auszurichten. Ich wünsche der ÖVP und hoffe für die ÖVP, dass Reinhold Mitterlehner dies schafft.

Persönlich hätte ich mir ein anderes Ergebnis des Parteivorstandes gewünscht. Reinhold Mitterlehner ist für mich der richtige Mann als neuer Vizekanzler. Ich halte es auch für gescheit, dass er sich nebenbei nicht das Finanzministerium antut. Denn „nebenbei“ sollte man solche wichtigen Aufgaben nicht übernehmen. Das kann nicht funktionieren und kann auch „draußen“ nicht verstanden werden. Als ÖVP-Obmann hätte ich mir jemand gewünscht, der in der Partei an vorderster Front den Ton, den Stil und die Richtung vorgibt. Und da kann man im Westen von Österreich so laut aufjaulen wie man will, aber für mich gibt es da derzeit nur einen Namen: Erwin Pröll. Ich hätte mir gewünscht, dass Erwin Pröll für einen abgesteckten Zeitraum von – sagen wir – 2 Jahren die Parteiführung übernimmt, die Partei organisatorisch auf Vordermann bringt, der ÖVP wieder die notwendigen Ecken und Kanten schleift und vor allem wieder eine Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Ich denke, man muss zur Kenntnis nehmen, dass es Persönlichkeiten gibt, die bei der Bevölkerung ankommen oder nicht, die das gewisse Etwas haben oder nicht, die gewisse Fähigkeit für gewisse Positionen haben oder nicht. Ich denke, man muss zur Kenntnis nehmen, dass man auch für absolute politische Führungspositionen gewisse Fähigkeiten und das gewisse Etwas braucht. Das hat man oder man hat es nicht. Das kann man nicht lernen – auch nicht in Parteiakademien. Michael Spindelegger hat viele Fähigkeiten, das hat er bewiesen, aber er hatte nie das gewisse Etwas, um als ÖVP-Bundesparteiobmann in den eigenen Reihen und – noch wichtiger – bei den Wähler/innen zu reüssieren. Erwin Pröll hat es. Sebastian Kurz hat es übrigens auch. Das ist ein Talent, das sind genetische Voraussetzungen, die eine(r) hat, ein(e) andere(r) nicht. Das mag für einige ungerecht erscheinen, die halt andere Vorzüge haben, aber nicht diese. That’s life!

In jedem Fall hat Michael Spindelegger jetzt vielleicht mehr Zeit auf den Tennisplatz zu gehen!