Kategorie-Archiv: Wiener Neudorf allgemein

Johannes Rom ist 90

90. Geburtstag Johannes Rom - 8.12.2014

Er sieht aus wie maximal 70. Er hat die volle Baritonstimme eines maximal 60jährigen. Er hat die geistige Rüstigkeit eines maximal 50jährigen. Wenn wir heute in der Kirche und anschließend im Pfarrsaal den 90. Geburtstag unseres Lektors und Kantors Johannes Rom gefeiert haben, dann nur, weil wir ihm halt alle glauben, dass er wirklich schon dieses Alter erreicht hat. Seit seiner Übersiedelung nach Wiener Neudorf vor 50 Jahren ist er fester Bestandteil unserer Pfarrgemeinde, jahrzehntelang war er auch im Pfarrgemeinderat, u.a. als Vorsitzender-Stellvertreter, tätig.

In der gelungenen Laudatio von Rudolf Tovarek wurden alle Stationen im Leben des Jubilars eindrucksvoll geschildert. Johannes Rom war in führender Funktion bei der SGP (Simmering-Graz-Pauker) und im Betriebsrat tätig und seit den Jugendjahren bei der Katholischen Männerbewegung. Seit 65 Jahren erfreut er die Kinder, darunter meine beiden Töchter Barbara und Michaela, mit seinen Besuchen als Heiliger Nikolaus. Irgendwann kamen meiner damals vielleicht 5-jährigen Barbara Zweifel, als sie mir ins Ohr flüsterte: „Der Nikolaus sieht aus wie der Herr Rom!“ Ich musste mir damals allerlei Notlügen einfallen lassen, um die Ähnlichkeit wortgewaltig wegzudiskutieren.

Viele Wiener Neudorfer haben Johannes Rom als Mitglied des Wiener Neudorfer Theatervereins in unzähligen „Nestroy“-Rollen im Genossenschaftshaus bewundert und enthusiastisch beklatscht. Seine Lesungen gemeinsam mit seiner Gattin Sonja waren viele Jahre lang ein unverzichtbarer Bestandteil des Wiener Neudorfer Advent.

Mir unvergesslich werden die Besuche im Hause Rom bleiben, die ich als Bürgermeister machen durfte. Neben den tiefgreifenden und immer humorvollen Gesprächen, wurde ich zu einem Liebhaber von Irish Coffee, den niemand besser zubereitet als Johannes Rom.

Einstimmig wurde im Gemeinderat vor einigen Jahren der Vorschlag meiner Fraktion angenommen, Johannes Rom mit dem Ehrenring – der höchsten Auszeichnung der Gemeinde nach der Ehrenbürgerschaft – zu huldigen.

Alles Gute Johannes Rom mit den Wünschen für viel Gesundheit und noch vielen Jahren der gemeinsamen Begegnung.

Ich bin ein „B17-Tunnel-Fan“

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Alle Wiener Neudorfer Haushalte bekommen in diesen Tagen mit dem neuen INFO einen Aufkleber „Ich bin ein Tunnel Fan“! Wir können damit auch öffentlich zeigen, wie wichtig und richtig wir diese Maßnahme halten, um endlich ein lebenswertes Ortszentrum in Wiener Neudorf zu schaffen.

https://www.facebook.com/ProTunnelWienerNeudorf

Seit wenigen Tagen gibt es eine Facebook-Plattform „Pro Tunnel Wiener Neudorf“, die diese Aktion unterstützt. Darauf finden Sie Informationen über dieses Jahrhundertprojekt, können Fragen stellen und bei einem Gewinnspiel mitmachen, das wir in den nächsten Tagen vorstellen.

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Wenn Sie mehr Aufkleber benötigen, dann schicken Sie mir eine kurze-Email an   herbert.janschka@kabsi.at   und ich lasse Ihnen die gewünschte Menge zukommen.

Was ein Blog bewirken kann! – Volkshilfe-Vertrag abgesetzt

Das rote Volkshilfe-Haus im Klostergarten

Die Zugriffe zu meinen letzten Beitrag über den „Volkshilfe-Vertrag“ waren überraschend hoch. Dass bei diesem Thema die SPÖ letztlich „kalte Füße“ bekam, ist überraschend, aber für Wiener Neudorf sehr positiv. Offenbar hat mein Blog-Beitrag seine Wirkung nicht verfehlt. Obwohl Herr Wöhrleitner betonte, dass das Eine nichts mit dem Anderen zu tun hat.

Der von Rechtsanwälten als ungesetzlich eingestufte neue Vertrag mit der SPÖ-nahen Volkshilfe (der bei der Gemeinderatssitzung am 1. Dezember beschlossen hätte werden sollen) wurde plötzlich abgesetzt, obwohl Herr Wöhrleitner noch ein paar Tage zuvor verlauten ließ, ihm wären die Gutachten und das Gesetz egal – er werde den vorliegenden Vertrag in jedem Fall mit seiner SPÖ-Mehrheit beschließen lassen.

Der „alte“ Vertrag mit der Volkshilfe, der bereits zum 31.12.2014 gekündigt wurde, wird bis zum 31.03.2015 verlängert. Bis dahin soll eine Ausschreibung für alle interessierten Betreiber (also nicht nur die Volkshilfe) stattfinden. Nachdem die Einrichtung überwiegend von Auswärtigen genützt wird, die Gemeinde aber alle Kosten – auch für die Ortsfremden – trägt (heuer belastet dies das Budget mit immerhin € 600.000,-) kam es bei der Gemeinderatssitzung zu einer heftigen Debatte.

Die Selbstkosten der Kunden der Kurzzeitpflege- und Tagesbetreuungseinrichtung liegen deutlich unter den wirklich anfallenden Kosten. Für die Differenz kommt derzeit alleine die Gemeinde Wiener Neudorf auf.

Während die SPÖ weiterhin darauf besteht, sämtliche Kosten (auch die für auswärtige Gäste) zu bezahlen, vertritt die Opposition die Meinung, dass Wiener Neudorf in Hinkunft nur mehr für die Wiener Neudorfer bezahlen soll.

Letztlich wurde ein Beschluss verabschiedet, dass die Fraktionsführer beim Ausschreibungstext mitreden dürfen. Ich werde in jedem Fall darauf bestehen, dass die Kostenverpflichtung der Gemeinde Wiener Neudorf ausschließlich für Wiener Neudorfer gilt. Es kann nicht angehen, dass die Gemeindeführung einerseits ständig Gebührenerhöhungen von den eigenen Bürgern verlangt, weil das Gemeindebudget vorne und hinten nicht mehr zusammengeht, und andererseits einen 6-stelligen Eurobetrag für Auswärtige bezahlt. Herr Wöhrleitner sieht das, und hat das bei der Gemeinderatssitzung mehrfach betont, als „unsere“ soziale Verpflichtung gegenüber Menschen anderer Gemeinden.

PS: Wenn Sie die weiteren Beschlüsse der Gemeinderatssitzung vom 1.12.2014 interessieren, dann: www.oevp-wienerneudorf.at

 

Wehe, wenn Du nicht richtig wählst – dann kriegst Du Kickbox!

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Nachdem meine Fraktion die neuen Bewohner/-innen des Anningerparks willkommen geheißen hat, wollte da die SPÖ nicht nachstehen. Von einer betroffenen Anrainerin habe ich dieses „Willkommens-Blatt“ übermittelt bekommen. Es liegt mir fern, Aussendungen von politischen Mitbewerbern zu verbreiten und zu kommentieren, aber den beiliegenden Text der Anrainerin (den ich nach Rücksprache wiedergeben darf) möchte ich Ihnen (auszugsweise) nicht vorenthalten:

“ ….  Ich habe heute einen Flugzettel eines rötlichen gedressten Boxklubs erhalten, der anscheinend für die Gemeinderatswahl um Stimmen kämpft. Es ist dies der fünfte Ort, in dem ich mich niederlasse. Mir ist in den paar Monaten, die ich hier lebe, schon aufgefallen, dass in Wiener Neudorf Friede, Freude und Eierkuchen auf der Tagesordnung steht. ….  Mein erster Eindruck beim Lesen des Flugzettels war, dass mir der rote Boxklub sagen möchte: Wir sind ein schlagkräftiges Team. Vorsicht, was Du wählst! Und wehe, wenn Du nicht richtig wählst! Soll mir das jetzt Angst machen? Wird man in Wiener Neudorf niedergeschlagen, wenn man nicht SPÖ wählt? …“

Liebe neue Wiener Neudorferin! Ich darf Ihnen aus eigener Erfahrung sagen, dass ich bei Gemeinderatswahlen seit Jahrzehnten aus bekannten Gründen nicht SPÖ wähle (ups – jetzt habe ich mich verraten und das Wahlgeheimnis gebrochen), mich auch nächtens auf den Dorfstraßen herumtreibe, aber noch niemals – von wem auch immer – attackiert wurde. Eigentlich, das müssen Sie mir glauben, sind wir Nuwendorfer (Anm.: erster dokumentierter Name für Wiener Neudorf) ein äußerst friedliebendes Volk. Wir haben bei einigen politischen Themen unterschiedliche Ansichten – doch das ist Ihnen wahrscheinlich schon bekannt. Die Opposition ist ziemlich geschlossen der Ansicht, dass der bisherige Bürgermeister eine schlechte Arbeit abliefert, dafür ist die SPÖ geschlossen gegen die Opposition und würde sie mit ihrer absoluten Mehrheit am liebsten per Dekret abschaffen.

Es wird ziemlich sicher am 25. Jänner 2015 nicht zu einem Boxkampf kommen, obwohl am Abend dieses Tages der eine oder andere wahrscheinlich niedergeschlagen wirken wird.

Quasi die Wiener Neudorf-Hymne

Prof. Arik Brauer! Er ist Sänger, Komponist, Bildhauer, Grafiker und als Maler einer der Hauptvertreter der Wiener Schule des Phantastischen Realismus. Er hat das Mahnmal zur Erinnerung an das KZ-Außenlager Guntramsdorf/Wiener Neudorf gestaltet (siehe meinen Blog-Beitrag vom 7. September 2014 und Artikel auf der Homepage www.oevp-wienerneudorf.at vom 25. Oktober 2014).

Heuer ist irgendwie sein Jahr, auch weil viele Institutionen anlässlich seines 85. Geburtstag Ausstellungen und Events veranstalten. Als Jugendliche sind wir damals Anfang der 70er Jahre an seinen Lippen gehangen, haben seine Lieder auswendig gelernt und nachgesungen. Er war einer der erste Vertreter und Mitbegründer der Dialektwelle des Austro-Pop. 1971 hat er ein Lied geschrieben, das gut und gerne als „Wiener-Neudorf-Hymne“ gelten könnte, wenn man den Bau- und Betonierungswahn mancher Bürgermeister vor Augen hat. Viele seiner Lieder – vor allem dieses – hat nichts an Aktualität eingebüßt. Vor allem in Wiener Neudorf.

Wiener Neudorf als Filmkulisse?

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Zugegeben, da habe ich mich doch ein wenig geniert. Als wir vor ein paar Wochen mit einem auswärtigen befreundeten Ehepaar in Wiener Neudorf spazieren gingen und ihnen unseren Heimatort zeigen wollten, da kamen wir auch in die Linkegasse. Der Garagenbereich zwischen Linkegasse und Hauptstraße 26 ist ja wahrlich nicht für einen Ortsbildwettbewerb geeignet. Aber nachdem ich dort nahezu täglich vorbeikomme, ist der Gewöhnungseffekt offenbar schon so stark geworden, dass mich der Anblick nicht mehr derart stört. „Ob das eine Kulisse für einen Ostblockfilm wäre“ wollten unsere Freunde tatsächlich wissen.

Über diese Aussagen habe ich mich einerseits gewundert, andererseits geärgert und möchte mich an dieser Stelle gleich bei den Ostblockländern für diese Diffamierung entschuldigen. Wir sind sehr viel in den früheren Ostblockländern unterwegs und kennen deren liebevolle Ortsbildgestaltung.

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Vor ein paar Tagen habe ich mir den Garagenbereich genauer angeschaut. Und ich muss geben: Das ist wirklich kein Ruhmesblatt für eine Gemeinde wie Wiener Neudorf. Da müssen wir schleunigst etwas machen. Das passt überhaupt nicht ins Ortsbild und zum Stil unseres Heimatortes. Und auch wenn dieses Grundstück im Privatbesitz ist, muss und wird es der Gemeinde etwas wert sein müssen, dass dieser Bereich besser und freundlicher gestaltet wird.