
Die Bevölkerung da und dort wird unvorsichtiger. Wir haben das Virus ein wenig aus unserem Leben verdrängt. Das ist zu einem Teil auch gut und richtig, dass wir zu einem halbwegs normalen Leben zurückkehren (wollen), aber zum anderen Teil auch gefährlich. Die Fallzahlen steigen. Die Reisewarnungen werden mehr. Die bundesweiten, aber auch örtlichen Krisenstäbe werden wieder auf Bereitschaft gesetzt. Auch in Wiener Neudorf.
Die Situation ist bei weitem in Österreich nicht (auch nicht in Wiener Neudorf) besorgniserregend, aber nur dann, wenn wir vorsichtig und umsichtig bleiben. Und das ausnahmslos. Ich führe immer wieder Gespräche (allerdings nur mit den wenigen Uneinsichtigen) die einen Nasen-Mund-Schutz kategorisch ablehnen. Mir ist schon klar, dass ein derartiger Schutz nicht sich selbst, aber andere schützt. Und in einer Gesellschaft und einer Gemeinschaft gilt es auch Rücksicht auf andere zu nehmen und nicht nur den eigenen Vorteil und das eigene Wohlwollen im Sinn zu haben. Dass das einigen komplett egal ist, irritiert mich ein wenig. Aber dass es in einer 10.000-Seelen-Gemeinde auch eine Handvoll Verschwörungstheoretiker und Menschen gibt, die in Richtung Staatsverweigerung tendieren, liegt leider im durchschnittlichen Trend.
19 Covid-Fälle hatten wir bislang in Wiener Neudorf, derzeit einen aktuell positiven. 16 Personen sind wieder gesundet, zwei Herren sind leider an dem Virus verstorben.
Gerade in den Kindereinrichtungen werden wir ab September besondere Vorkehrungen treffen, die bei Notwendigkeit umgehend ein- und umgesetzt werden. Ich bitte die Eltern schon heute dafür um Verständnis. Wir werden alles tun, damit Wiener Neudorf keinen Cluster bekommt und wir Gruppen, Klassen oder ganze Einrichtungen sperren müssen.
So wird auch der erste Schultag für die einzelnen Klassen zeitlich gestaffelt beginnen. Diesbezüglich erhalten die Eltern Post von der Schuldirektion. Ich bitte auch um Verständnis, dass die Eltern heuer ihre Kinder nicht in das Schulgebäude begleiten können. Es wäre einfach unmöglich, die gebotenen Abstandsregeln einzuhalten. Wir werden Fotografen vor Ort haben, um dieses wichtige Ereignis Ihrer Kinder für Sie zu dokumentieren.
Auch sonst kann es sein, dass wir über Nacht in Schule, Horten, Kindergärten oder Krabbelstube neue Maßnahmen setzen müssen. Wenn wir das tun, dann um die Kinder, die Pädagogen und natürlich in weiterer Folge auch die Eltern und Großeltern zu schützen.



