Wir setzen auf Bewässerungssäcke

Gerade frisch gepflanzte Bäume (wie beispielsweise hier in der Friedhofstraße) müssen feucht gehalten werden. Bis zu 50 Liter Wasser pro Baum sind in heißen Monaten sogar mehrmals wöchentlich notwendig um ein sicheres Anwachsen zu garantieren. Wir haben mit den Gärtnern, die die Bäume liefern und pflanzen, eine ein- bis zweijährige Anwuchspflege vereinbart. Das bedeutet, dass falls ein Baum in dieser Zeit abstirbt, muss er auf Kosten des Gärtnerbetriebes ersetzt werden. Das ist natürlich nur eine finanzielle Absicherung für die Gemeinde und liegt in niemandes Interesse.

Da wir gerade in den letzten Jahren viele neue Bäume gepflanzt haben, ist die Anwuchsbewässerung sehr zeitintensiv. Vor wenigen Jahren haben wir deshalb vermehrt auf Bewässerungssäcke umgestellt. Diese Säcke, haben eine Füllmenge von 50 oder 100 Litern Wasser und kleine Öffnungen an der Unterseite lassen kontrolliert das Wasser langsam ablaufen. So ist der Ballen der Pflanze, der empfindlichste Teil nach der Pflanzung, immer schön feucht und Wurzeln können sich in den Wurzelraum ausbreiten.

Nicht zu vergessen ist natürlich, dass nur dauerhafter Regen auch wirklich bis zum Wurzelballen vordringt.

Es ist auch Absicht, dass die Säcke nicht immer nachgefüllt werden und tagelang absichtlich leer gehalten werden. Ständige Feuchtigkeit würde zu einem Pilzbefall führen. Darüber hinaus sollen die Wurzeln lernen, tiefer zu wachsen, um sich die Feuchtigkeit vom Bodeninneren zu holen. Würden wir ständig bewässern, dann blieben die Wurzeln an der Oberfläche, was auch die Standfestigkeit der Bäume gefährden würde.

Von vielen bemerkt wird das Einrollen der Blätter und dabei geglaubt, dass der Baum beim Eingehen wäre. Das ist so nicht richtig. Es handelt sich dabei um eine Schutzfunktion. Wenn es einem Baum nachhaltig an Feuchtigkeit fehlt, dann wechselt er in einen Krisenmodus. Dabei wird zuerst die Weitergabe der zu wenig vorhandenen Feuchtigkeit an die Blätter unterbunden, weil dieser Teil für einen Baum der unwichtigste und unnötigste ist. Bei wieder ausreichend vorhandener Feuchtigkeit entfaltet sich das Blätterwerk sofort wieder.

3 Gedanken zu „Wir setzen auf Bewässerungssäcke

  1. Grobe

    Lieber Herr Bürgermeister,

    Sie waren ja kürzlich bei uns in der Parkstrasse und haben es sicher bemerkt: 5 von 7 nachgepflanzen Bäumen haben gelbe Blätter (hat nix mit der Minirmotte zu tun) und sind eingetrocknet.

    Wir haben die Säcke noch nie voll gesehen oder jemanden zufällig beim gießen. Was nutzt eine Nachpflanzgarantie, wenn die Bäume groß werden sollen!

    Herzlichst Fam. Grobe und Rastner

  2. Herbert Janschka

    Sehr geehrte Familien Grobe und Rastner,

    ich habe Ihre Anmerkung umgehend an die zuständige Fachabteilung der Gemeindeverwaltung geschickt und soeben nachstehende Antwort erhalten

    lg

    Herbert Janschka

    Die Beobachtungen der BürgerInnen entsprechen nicht zur Gänze den Tatsachen. Die Baumpflanzungen wurden gewässert; leider war die Wasserversorgung dennoch nicht immer ausreichend.

    In Zusammenhang mit der heißen Witterung 2018 und 2019, dem deutlich zu trockenen Winter 2019/2020 und schließlich mit den Arbeitseinschränkungen aufgrund von COVID-19 im Frühjahr 2020 konnte die Wasserversorgung der Baumpflanzungen insgesamt nicht ausreichend gewährleistet werden. Etliche Baumpflanzungen kämpfen mit Trockenschäden; nur wenige sind kaputt gegangen. Ausfälle in der Verantwortung der Gärtner sind von diesen zu ersetzen. Die MG WN als Auftraggeberin zieht sich jedoch keinesfalls auf eine bloße „Nachpflanzgarantie“ zurück.

    Um die Anfragen vollständig beantworten zu können, müssten die Protokolle über die Gießvorgänge seit Auspflanzung angefordert werden. Das werde ich gerne machen; die Antwort dauert evtl etwas.

    Aktuell nachvollziehbar ist, dass die Baum-Gießaktion in Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftshof ab Mittwoch, 15.07.2020, eingeleitet wurde, wonach ca 430 Bäume über zwei Wochen lang mehrmals pro Woche, viele davon täglich gewässert wurden. Eine abschließende Dokumentation liegt mir noch nicht vor.

    Nach Abschluss der Gießaktion wurden die Gärtner aufgefordert, die Bäume entsprechend zu wässern, die Bewässerungssäcke möglichst zweimal pro Woche zu befüllen, auf die Möglichkeit des Austrocknens des Stammfußes entgegen Pilzbefall zu achten.

    Letztlich ist festzustellen, dass die Gelbfärbung der Blätter bzw das Abtrocknen und/oder Einrollen nicht zwingend auf Vitalitätsverlust hinweist.

  3. Grobe und Rastner

    Herzlichen Dank für Ihre Bemühungen.

    Die meisten jungen Bäume im Marienpark gibt es erst seit heuer 2020 und die Bäume, denen wir ab und an Wasser geben, geht es im Vergleich zu den anderen, die auch inzwischen einen Großteil ihrer (gelben) Blätter verloren haben, wir können gerne Fotos schicken, besser……
    LG

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