Mein Corona-Alltag

Ein eigenes Haus, so heißt es langläufig, ist eine Sparkassa. Das kann ich bestätigen, aber in Virus-Krisen-Zeiten ist es aufgrund der Weitläufigkeit ein Segen. Auch das kann ich bestätigen. Genauso wie ein großer Garten.

Ich habe zwar derzeit weit weniger Termine, Besprechungen und Sitzungen, dafür hänge ich umso mehr am Telefon und am Computer. Aber je später der Tag umso ruhiger wird es. Das ist absolut neu für mich. Die gewohnten Abendtermine sind auf Null gesunken. Da bleibt Zeit. Und die Ehefrau hat Ideen. Man könnte doch das Haus komplett zusammenräumen, umorganisieren und neu ordnen. Zimmer für Zimmer. Dafür bliebe ja sonst sowieso nie die Zeit, so die Ehefrau.

Nachdem Auszug unserer Töchter sind wir daran gegangen, jeden möglichen Winkel in jedem Zimmer mit Bücherregalen vollzustopfen – eine Leidenschaft, die meine Frau und ich gemeinsam pflegen. Damit keine Gerüchte entstehen: Wir haben eh noch ein paar weitere zusätzliche gemeinsame Vorlieben. Jetzt hätten wir die Zeit, die Bücher endlich einmal abzustauben, so die Ehefrau. Und dann könnten wir sie ja gleich in eine neue Reihenfolge bringen, nach Wissensgebieten und nach dem Alphabet, so die Ehefrau weiter. Also gingen wir in den letzten Wochen daran jedes einzelne unserer 6.000 Bücher abzustauben und für jedes einen neuen geeigneten Platz meist auch in einem neuen Zimmer zu finden. Zumindest wissen wir jetzt, dass wir uns bislang verzählt haben und bereits an die 7.000 Bücher haben, die übrigens nach uns keiner haben möchte, wie uns die Erben schon mitgeteilt haben. Ich werde also noch eine Menge an Bücherzellen in Wiener Neudorf aufstellen müssen, um einst die Janschka-Bibliothek irgendwo unterzubringen.

Übrigens haben wir gestern den Umbau unseres Wohnzimmers beschlossen – natürlich mit zusätzlichen Bücherregalen. Wenn das die Erben erfahren, werden wir unsere Enkelkinder wohl auch nach der Corona-Krise weiterhin nicht sehen dürfen.

Anderes Thema: Klopapier. Ich habe ja eine gewisse Ahnung, warum derzeit so viel davon privat gekauft wird. Nach meiner Theorie wird das große Geschäft bislang zumeist an der Arbeitsstätte verrichtet. Das verkürzt die Arbeitszeit und spart bislang das private Klopapier. Durch Home-Office, Kurzarbeit u.s.w. fällt diese Außer-Haus-Möglichkeit weg und führt zu vermehrtem Klopapierverbrauch in den Haushalten. Aber das ist nur eine unbestätigte Theorie.

Ich muss eher etwas anderes horten. Seit Wochen läuft die Geschirrspülmaschine im Dauerbetrieb. Ich hoffe, dass genug Tabs in den Lagern der Märkte vorhanden ist.

8 Gedanken zu „Mein Corona-Alltag

  1. Roland Schuster

    7.000 Bücher sind super. Wir halten bei ca. 3.000 und wissen schon nicht mehr wohin damit. Kindle, etc brauch ich nicht. Ein Buch ist ein Buch.

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  2. Coga

    Der Geschirrspüler nimmt auch Pulver.

    Bei den Büchern kann ich beide Seiten verstehen. Sehr gut sogar.

    Und was die Ideen angeht – die hab ich auch… mir geht nur die Zeit ein bissl ab dafür. Weil auch im Homeoffice gearbeitet werden muss (sowas aber auch 😂)

    Passt nur gut auf eure Bandscheiben auf – wär blöd, wenn man sich grad jetzt weh tut. Und viel Spaß beim Räumen 😁

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  3. Lilli Raffay

    Bei den Büchern kann ich mitreden, wir haben viele viele Sachbücher, von Romane, Krimis nicht zureden. Wurden auch abgestaubt, neu sortiert. Viel Spaß noch

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  4. Wiener Neudorfer

    Lieber Herr Janschka!

    Vor 7000 Büchern kann ich nur den Hut ziehen! Mir haben die legendären Billy-Regale immer aus der Patsche geholfen.

    Ansonsten, lassen Sie es sich und Ihrer Familie gut gehen!

    Irgendwann wird es (fürs erste) wieder vorbei sein, und dann brauchen wir Sie erst recht wieder als unseren Bürgermeister.

    Alles Gute!

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  5. Oliver Woller

    Der Verfassungsgerichtshof ist schon in den Startlöchern, damit dieser willkürliche Regierungs-Verordnungs-Wildwuchs hoffentlich bald ein Ende hat.
    Zum Glück ist man in Österreich vor jeglicher Regierungsbildung halbwegs sicher.

    Klar ist die Corona Angelegenheit nicht einfach, aber die Regierung hätte zu mindestens den Verfassungs-Dienst heranziehen können.
    Hat man jedoch definitiv nicht. Da fragt man sich natürlich… Warum? Was steckt dahinter?

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