Kategorie-Archiv: Wiener Neudorf allgemein

Die skurrilste Autobahn der Welt

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Durch einen Zufall bin ich auf dieses Foto gestossen und habe ein wenig recherchiert. Auch außerhalb von Wiener Neudorf treibt die Bauwut offensichtlich skurrile Blüten. Das für mich beste Beispiel der letzten Zeit ist diese neu gebaute Autobahn in der chinesischen Provinz Zhejiang, die einfach um ein verfallenes, aber noch bewohntes Haus herumgebaut wurde. Etliche Häuser mussten der neuen Trasse der Autobahn weichen. Den beiden Besitzern dieses Hauses war die angebotene Entschädigungssumme allerdings zu gering. Statt zu verhandeln, wurden die an die von den Eigentümern bewohnten Wohnung angrenzenden Zimmer ganz gelassen und der Rest des Gebäudes wurde gemäß Bescheid der Behörde abgerissen. Die Autobahn wurde im Anschluss daran einfach um das Haus herumgebaut.

Angeblich sollen die Bewohner mittlerweile entnervt das Haus verlassen haben. Es soll mittlerweile abgerissen worden und die Autobahn ohne Schikane befahrbar sein.

Auf Wunsch unseres Bürgermeister ist Wiener Neudorf bekanntlich eine Städtepartnerschaft – neben Bärnkopf – mit der chinesischen Industriemetropole Dongyang in derselben oben genannten Provinz Zhejiang eingegangen. Wir, von den anderen Fraktionen, haben nie verstanden: warum. „Man könne sich von den Chinesen einiges abschauen“, hat unser Bürgermeister in seiner Begründungsrede im Gemeinderat gemeint. Da hat er recht, aber hoffentlich schaut er sich das Richtige für Wiener Neudorf ab.

Ich persönlich bleibe dabei: Für mich gehört die Bevölkerung vor dem überregionalen Durchzugsverkehr geschützt. Möglicherweise ist das in unserer Partnerschaftsprovinz Zhejiang anders, aber in Wiener Neudorf halte ich einen Tunnel dafür für besser geeignet, als Straßen entlang von Wohngebieten oder durch Wohngebiete zu führen – oder gar um Häuser herum.

A2 Umbau – Der Unterschied zwischen Presse und Wirklichkeit

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Der Umbau der A2-Anschluss-Stelle Wiener Neudorf wurde von den Medien hochgelobt. Von den Anrainern höre ich im Gegensatz dazu fast nur Negatives. Während die Presse, wie in dem obigen Artikel den Schutz der Anrainer durch den Umbau lobt, klagen die Anrainer über eine zusätzliche Lärmbelastung seit der Fertigstellung der Arbeiten.

Der Umbau der Anschluss-Stelle Wiener Neudorf war schon vor 10 Jahren Thema. Ich habe damals als Bürgermeister mein Veto dagegen eingelegt und im Masterplanverfahren die Alternative eines eigenen IZ-NÖ-Süd-Autobahnanschlusses angeregt. Alle Expertisen gingen von einer zusätzlichen Belastung der Anrainer durch den Umbau aus. Nach heftigen Diskussion wurde mein Alternativvorschlag angenommen und verwirklicht. Leider soll dieser neue Anschluss von den Mitarbeitern und Zubringerdiensten des IZ-NÖ-Süd nicht angenommen werden und so wurde die Idee des Umbaues der Anschluss-Stelle Wiener Neudorf wieder aufgegriffen.

Ich bin überzeugt, dass dieses Geld (10 Millionen Euro) gespart werden hätte können und die IZ-NÖ-Süd-Unternehmen hätten sowohl ihre Mitarbeiter als auch die Lieferanten durchaus anhalten können, die neue IZ-Anschluss-Stelle zu verwenden. Das war im übrigen auch damals so vereinbart. Ich weiß schon, dass das ein anderer Budgetposten ist, aber mit diesem Geld hätten wir schon einen Großteil des B17-Tunnels finanzieren können, der sowohl den Betrieben als auch der Bevölkerung etwas bringt.

Für den Umbau der A2-Anschluss-Stelle Wiener Neudorf wurde der Baumbestand entlang der bisherigen Lärmschutzwand ganz einfach gerodet. Es stimmt, dass die Lärmschutzwand etwas erhöht wurde, aber die Fahrbahn dahinter auch. Damit ergibt sich im Gegensatz zu den Aussagen unseres Bürgermeisters und den Presseartikeln kein besserer Lärmschutz – im Gegenteil.

Die Mitarbeiter des Autobahnbetreibers ASFINAG haben mir erklärt, dass der Bürgermeister in alle Pläne und Verhandlungen eingebunden war. Der Lärmschutz war nie Tagesordnung und wurde vom Bürgermeister, der die Interessen der Bürger/innen zu vertreten gehabt hätte, in keinem einzigen Gespräch und keiner einzigen Verhandlung thematisiert. Dass nunmehr nachträglich Verbesserungen der Lärmsituation nachverhandelt werden könnten, hat die ASFINAG definitiv ausgeschlossen. Das Projekt wurde jahrelang besprochen und ist abgeschlossen. Hätte der Bürgermeister das Thema des Lärmschutzes zeitgerecht angesprochen, dann hätte es behandelt werden können. Das war aber nicht der Fall. Na, toll!

Herr Wöhrleitner rühmt sich ständig, einen Sitz im Aufsichtsrat der „ecoplus“ (Betreiberin des IZ-NÖ-Süd) inne zu haben. Offenbar sind ihm diese Interessen wichtiger als die der Wiener Neudorfer/innen. Schade! Damit wurde wieder eine Chance für nachhaltige Lärmschutzmaßnahmen vertan.

PS: Auch mir wurde damals – wie übrigens jedem bisherigen Wiener Neudorfer Bürgermeister – ein Sitz im Aufsichtsrat der „ecoplus“  angeboten. Ich habe dies abgelehnt. Ein Bürgermeister hat, Aufsichtsratssitz hin oder her, sowieso die Interesse der Ortsbetriebe zu vertreten. Aber wenn  es einen Interessenskonflikt zwischen Bevölkerung und Betrieben gibt, dann war und ist meine Haltung immer sonnenklar: Dann hat ein Bürgermeister in erster Linie die Interessen derer zu vertreten, die ihn gewählt haben – und das sind nicht die Betriebe.

Sehr durchsichtige SPÖ-Polemik

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Quelle: NÖN 36/2014

Die Mödlinger SPÖ regt sich bei der NÖN auf, weil es während des Tunnelfestes eine Umleitung des Verkehrs über den Schulweg gab. Wir haben unser Tunnelfest exakt zu dieser Tageszeit geplant, Sonntag mittag, in der nahezu kein Verkehr über die B17 anfällt und damit auch nahezu kein Verkehr umgeleitet werden muss. Da es einen Autoverkehr von Mödling kommend über die B17 (Badner-Bahn-Kreuzung) nach Süden gibt, ist es wohl einsichtig, dass dieser Verkehr über die direkte Route (Schulweg – Schillerstraße) zur B17 (Bereich außerhalb unseres Festes) geführt wurde. Die Alternative wäre gewesen, dass wir den Verkehr von Mödling kommend wie gehabt zur Badner-Bahn-Kreuzung geführt, dann aber – weil die B17 in diesem Teil nicht befahrbar war – in der Gegend herumgeschickt hätten. Hätten wir das gemacht, hätte sich die Mödlinger SPÖ mit Recht aufregen können.

Eigentlich schon traurig. SPÖ-Bgm. Wöhrleitner hat mit allen Mitteln versucht, unser Tunnelfest zu verhindern (für ein Interview mit N1TV war er aber dann doch ein paar Minuten vor Ort). Weil ihm die Verhinderung nicht gelang, müssen ihm nun die Mödlinger Genossen zu Hilfe eilen und ihn medial unterstützen.

Was sollen denn eigentlich wir Wiener Neudorfer machen? Ein Großteil der Mödlinger fährt nahezu täglich durch unseren Ort auf die B17, auf die B11, auf die A2 … Wir könnten uns jetzt auch mit gesenktem Daumen für ein Gruppenfoto zusammenstellen. Und das täglich! Wir tun es deshalb nicht, weil wir damit das Verkehrsproblem der Region nicht ansatzweise lösen. Mit dem B17-Tunnel im übrigen schon. Wenn das kommt, was die SPÖ Wiener Neudorf möchte, nämlich die B17 so unattraktiv zu machen, dass sich ein Teil des heutigen B17-Verkehrs sowieso andere Wege sucht – nämlich über Ortsgebiete – dann wird der Schulweg und andere Straßen aber ordentlich belastet. Schon komisch, dass die SPÖ Mödling gegen dieses Projekt der SPÖ Wiener Neudorf nichts zu meckern hat.

Das Tunnelfest: Ein voller Erfolg!

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Was habe ich da in den letzten Tagen gezittert. Alle zwei Stunden habe ich den Wetterbericht von Wiener Neudorf gegoogelt. Erst in den letzten beiden Tagen war eine gewisse Hoffnung, dass sich ein „trockenes“ Tunnelfest ausgeht.

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Und dann das: Kaiserwetter ist übertrieben, aber ein tolles Spätsommerwetter, eine riesige Stimmung, viele interessierte Wiener Neudorfer, die sich beim Plan unseres Verkehrssprechers, GfGR Norman Pigisch aufhielten und sich durch ihn und Stelios Papadopoulos fachliche Informationen holten. Letztlich haben wir über den Zeitraum des Festes knapp 400 Personen gezählt, die sich auf der autofreien B17 wohl gefühlt haben und bei Freibier und Freiwürsteln auf Picknickdecken, den aufgestellten Bänken oder mitgebrachten Sitzgelegenheiten einfach wohl gefühlt haben.

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Ein Renner war die Bodenzeitung von Eva Wetsch, wo die Teilnehmer einige Fragen zum Ort im Speziellen und der B17 im Besonderen beantworten konnten. Auch einen inoffiziellen Spatenstich haben wir gemacht und für wenige Stunden einen Baum gepflanzt, auf den die individuellen Wünsche mit Zetteln aufgehängt werden konnten.

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Die Kinder haben die B17 bunt bemalt. Leider ist der Spielebus des Landes NÖ. in einen Unfall verwickelt worden und hatte einige Stunden Verspätung.

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Der Tenor war klar: Die Wiener Neudorfer wollen die Untertunnelung der B17. Einige Fragen hinsichtlich Finanzierung etc. werde ich in unserem nächsten Informationsblatt ausführlich beantworten.

Online-Umfrage NÖN: 94 % für den B17 Tunnel – ICH FREU MICH!

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Quelle: noen.at

In den Umfragen und Untersuchungen der letzten Jahren gab es immer wieder eine hohe Zustimmung zum Projekt „Untertunnelung B17“.

Nunmehr hat die NÖN eine Woche lang eine Online-Umfrage durchgeführt. Über 260 Personen haben daran teilgenommen. Wenn man bedenkt, dass bei österreichweiten Umfragen ein Sample von 400 genommen wird – also 400 Personen werden befragt, um ein aussagekräftiges Ergebnis zu bekommen – dann sind 260 für Wiener Neudorf ganz sicher repräsentativ. Das Ergebnis ist mehr als nur klar und eindeutig: 94 % wollen, dass dieses Projekt endlich angegangen wird, nur 6 % lehnen einen Tunnel ab.

Unter diesem Link kommen Sie zum offiziellen Endergebnis.

Das ist für mich und mein Team, ein paar Tage vor unserem Tunnelfest, natürlich ein gewaltiger Motivationsschub.

Kir(ch)tag: Ja oder Nein?

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Die „Standler“ bauten am Eumigweg auf, kurz darauf mussten sie wieder weg. Unser Bürgermeister hat den Kir(ch)tag in Wiener Neudorf kurzfristig abgeschafft. Ich finde das schade.

Seit dem Spätmittelalter gibt es Kir(ch)tage in Österreich. Nachdem unsere Pfarrkirche knapp über 230 Jahre alt ist und es keine Überlieferung des 1. Kir(ch)tages gibt, kennen wir die Dauer der Tradition dieses Tages in Wiener Neudorf nicht korrekt. Aber bis weit ins 19. Jahrhundert wird dieses Fest schon zurückgehen. Der Kir(ch)tag oder das Kirchweihfest, wie es richtigerweise heißt, wurde alljährlich anlässlich des Jahrestages der Kirchweihe als religiöses Fest im Rang eines Hochamtes gefeiert. Heute spielt der religiöse Aspekt bei den Feierlichkeiten eher eine untergeordnete Rolle.

Eigentlich wurde unsere Kirche am 4. Mai 1780 vom damaligen Kardinal Christoph Migazzi zu Ehren der Hl. Jungfrau vom Schnee, des Hl. Wolfgang und des Hl. Johannes Nepomuk eingeweiht. Der Gedenktag zu Ehren des unserer Kirche namengebenden Schneewunders von Rom ist der 5. August. Traditionell findet der Kir(ch)tag deshalb in Wiener Neudorf Mitte August statt. „Findet statt“ ist falsch ausgedrückt. Richtig ist: „Fand statt.“ Denn ab heuer soll es lt. unserem Bürgermeister keinen Kir(ch)tag mehr geben.

Aus den dem Gemeinderat völlig unbekannten und unerfindlichen Gründen trug der Bürgermeister dem Gemeindeamt auf, heuer keinen positiven Bescheid über die Abhaltung es Kirtages auszustellen. Aus absichtlichen oder unabsichtlichen Gründen wurde der Bescheid nicht rechtzeitig abgeschickt und zugestellt.

Der traditionelle Kirtag sollte heuer am 17. August stattfinden. In keiner Gemeindenachricht wurde über den heurigen Kirtag berichtet, nur im Veranstaltungskalender diverser Tageszeitungen war von einem „Maria-Schnee-Markt“ in Wiener Neudorf am 17. August zu lesen. Die Standler bauten wie alle Jahre auf und während sich die ersten Gäste einfanden rückte die Polizei aus und löste den Kirtag auf.

Eine jahrhundertealte Tradition findet damit vorerst im Jahre 2014 ihr Ende. Ich finde das sehr schade. Seit meinem Teenageralter in den 70er Jahren gab es 2 Kirtage, die für mich zum Fixpunkt meines Terminkalenders zähl(t)en: Der Portiunculamarkt Anfang August in Maria Enzersdorf und der Kirtag in Wiener Neudorf Mitte August. Für mich war das Gelände in der Parkstraße immer das bestgeeignete. In den letzten Jahren fand der Kirtag in Wiener Neudorf zumeist am Eumigweg statt. Während meiner Bürgermeisterzeit habe ich dann versucht, das Kir(ch)tagsgelände dorthin zu verlegen, wo es ursprünglich hingehört, zur Kirche, in die Nebenfahrbahn der B17. Das hat sich aber nicht bewährt.

Sollte ich nach der nächsten Gemeinderatswahl wieder mehr Mitgestaltungsmöglichkeiten haben, dann verspreche ich, dass es den Kirtag in Wiener Neudorf wieder geben wird. Meine Präferenz: Die Parkstraße!