Wiener Neudorf hat es schon wieder getan!

Es gibt derzeit kaum einen landes- oder bundesweiten Wettbewerb, an dem wir nicht zu den Gewinnern gehören. Das freut mich und macht mich stolz, weil es irgendwie ein Beweis ist, dass wir uns auf einem richtigen Weg befinden.

Nun haben wir auch den Österreichischen Verkehrssicherheitspreis AQUILA 2023 des Kuratoriums für Verkehrssicherheit gewonnen. Und zwar, weil wir die örtliche Verkehrssicherheit auch durch ein Konzept des Angebots mit einem Blick durch Kinderaugen sehen. Es ging uns darum, Schulwege interessanter, ungefährlicher und erlebenswerter zu machen. Wenn ich mich an meine Volksschulzeit zurückerinnere, dann bin ich zwar gerne in die Schule gegangen, aber das Wichtigste war mir der gemeinsame Schulweg mit meinen Freunden in Mödling. Es war zwar damals weniger Verkehr als heute, aber die Straßen waren noch mehr verstopfter als heute, vor allem wenn ich beispielsweise an die Elisabethstraße denke, die heute Fußgängerzone ist und auf der früher in beiden Richtungen gefahren wurde. Wie das funktionierte, ist mir noch heute ein Rätsel. Ein Gräuel wäre mir gewesen, wenn mich meine (Groß-)eltern oder ein Bus in die Schule gebracht hätten.

Unser Vize-Bürgermeister und Verkehrsreferent DI Norman Pigisch und der Leiter unseres Bau-, Verkehrs- und Umweltamtes, Ing. Fritz Hudribusch), haben sich deshalb über kindgerechte Schulwege (aber auch Kindergartenwege) Gedanken gemacht. Alleine wenn ich mir die Situation beim Gemeindeamt ansehe, wo täglich 450 Kinder entweder in die Volksschule oder in den Kindergarten kommen, ist es wichtig etwas zu tun, um das sicherlich bequeme „Elterntaxi“ bestmöglich zu vermeiden. Es ist pädagogisch für den Lernerfolg so wichtig, dass sich Kinder gerade vor dem Schulbeginn im Freien bewegen und nicht vom Bett ins Auto (Bus) und von dort auf die Schulbank kommen. So wie die Ernährung, gehört auch die Bewegung zum Bildungsprogramm dazu.

So war es uns wichtig, das Geh- und Radwegenetz auszubauen, den Straßenraum mit Baumpflanzungen und Grünflächen zu attraktivieren und möglichst kurze Durchgangswege zu schaffen. Aber auch kleine Abenteuer wurden auf den Wegen eingestreut – Balancierbalken, Reckstangen, Piktogramme.

Alle Jahre wird mit den Kinder der 4. Klassen der Volksschule auf einem 20 Quadratmeter großen Luftbild der Schulweg besprochen und Gefahrenpunkte aufgezeigt. Es ist einfach wichtig, den Schulweg aus der Perspektive der Kinder zu sehen, denn nicht Verbote, sondern Angebote schaffen einen Perspektivenwechsel – wie dies Vize-Bgm. DI Pigisch in einer der letzten Gemeinderatssitzung so treffend erläuterte.

Dass wir unsere Fahrrad- und Rollerabstellplätze bei der Volksschule jährlich erweitern müssen zeigt, dass dieser Mobilitätswechsel bereits stattgefunden hat. Vor kurzem hatten wir noch 16 Rollerabstellplätze bei der Volksschule. In kürzester Zeit wurde diese Anzahl auf 96 versechsfacht. Aber es sind mir persönlich noch immer viel zu viele Kindergarten- und Schulkinder, die mit dem Auto in die Kinderbetreuungs- bzw. Bildungseinrichtungen gebracht werden. Dafür mag es vielfältige – und auch verständliche – Erklärungen geben.

Auch wenn der AQUILA 2023 beweist, dass wir schon viel getan haben, werden wir an diesem Thema weiter dranbleiben.

3 Gedanken zu „Wiener Neudorf hat es schon wieder getan!

    1. Herbert Janschka Artikelautor

      Ja, da haben Sie recht. Nur liegt das leider nicht bei uns bzw. an uns. Wir haben unseren Teil längst getan. Wir haben die Radverbindung bis zur Badner-Bahn-Station Südstadt bereits vor Jahren erledigt. Es fehlt von dort der Lückenschluss in die SCS. Dabei ist es notwendig über die Autobahnzubringer-Brücke zu kommen. Diese Brücke gehört allerdings nicht der Gemeinde, sondern der ASFINAG. Diese Brücke soll saniert und in diesem Zuge verbreitert werden. Wir werden seit Jahren vertröstet. Angeblich soll es nun 2025 so weit sein.

      Wenn die Brücke saniert und verbreitert ist, dann können wir die Verbindung von der Badner-Bahn-Station-Südstadt bis zur Brücke in Angriff nehmen – und die SCS-Verwaltung von der Brücke Richtung Multiplex.

      Im übrigen liegt auch der SCS sehr viel an dieser neuen Radweg- bzw. Fußwegverbindung. Aber wir beide (Gemeinde und SCS-Verwaltung) sind diesbezüglich leider von der ASFINAG abhängig.

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  1. Christiane Mieth

    Herzlichen Glückwunsch! In unserer Gemeinde findet statt, was eigentlich das Ziel aller Gemeindeveraltungen sein sollte: Man macht Politik mit und für die Bürger und ihre Zukunft und nicht für die Partei. Daher seid Ihr so erfolgreich und der Opposition fällt kaum etwas zu meckern ein, trotz großer Anstrengung. Der Dank geht an das Konzept von Herrn Janschka, alle einzubeziehen, die mitmachen wollen, auch wenn sich mal ein Misston einschleicht. Wer hat schon immer nur Geduld? Das negative Beispiel ist für mich Guntramsdorf, wo recht wenig für die Bürger getan wird. Ich bin heute froh über unsere Entscheidung vor 53 Jahren nach Wiener Neudorf gezogen zu sein, auch wenn es zwischenzeitlich wenig Grund zur Freude gab.

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