4 Stunden pro Woche gehören mir

Das Leben eines Bürgermeisters von Wiener Neudorf ist ein Leben aus und mit dem Terminkalender. In der Regel folgt ein Termin auf den nächsten. Zumeist müssen viele Personen gleichzeitig koordiniert werden. Normalerweise ist mein Terminkalender auf Wochen hinaus durchgehend befüllt. Bewundernswert, wie das mein Sekretariat schafft. Oft müssen zusätzlich Termine umgeplant werden, weil etwas dazwischenkommt, wie beispielsweise Begräbnisse-Termine, die nur kurzfristig bekanntgegeben werden können.

Wenn Kurt Tucholsky einmal gemeint hat, dass ein voller Terminkalender noch lange kein erfülltes Leben wäre, dann muss ich ihm leise widersprechen. Ich halte mein Leben für sehr erfüllt. Auch wenn bei meinem Job die Familie leider zu kurz kommt und Freundschaften nicht so gepflegt werden können, wie man es gerne möchte. So hat jeder Beruf seinen Preis und seine Sonnen- und Schattenseiten.

Zurück zum Kalender. Meiner kann von Montag bis Sonntag befüllt werden – mit einer Ausnahme im Ausmaß von 4 Stunden. Donnerstag 18 bis 22 Uhr. Das ist mein, wie ich ihn nenne: „Wöchentlicher heiliger Abend“. Da bin ich mit meinen Freunden am Tennisplatz und danach sitzen wir gemütlich beisammen und plaudern über Gott und die Welt, naja: meistens über die Welt.

Warum schreibe ich das? Manchmal finden Veranstaltungen in Wiener Neudorf auch am Donnerstag Abend statt – und da fehle ich normalerweise aus obgenanntem Grund. Und weil ich deshalb öfter darauf angesprochen werde, weil ich offenbar abgehe (was mich natürlich freut) schreibe ich hier die Erklärung. Es gibt natürlich Ausnahmen, zum Beispiel wenn mich unser Kulturreferent Nikolaus Patoschka am Donnerstag, den 16. November um 19.30 Uhr ins Alte Rathaus für eine Lesung einteilt. (Da muss ich mir übrigens noch eine Retourkutsche einfallen lassen. Das muss ich gleich in meinen Kalender eintragen, damit ich es nicht vergesse.)

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