Hey, hey, hey Bund – ich brauch mehr Geld!

Die Aussagen, die von Land und Bund kommen, sind schon „leiwand“. Das Land verspricht mehr Plätze in den Landeskindergärten. Das bedingt Neu- oder Zubauten. Aber schon der Name „Landeskindergarten“ ist irreführend. Das Grundstück, das Gebäude, die Inneneinrichtung, sämtliche Energiekosten etc. und das Personal (bis auf die Pädagogen) muss die Gemeinde zur Verfügung stellen. Das kostet eine Gemeinde mehrere Millionen in der Entstehung und Hunderttausende in der jährlichen Erhaltung. Dafür brauchen die allermeisten Gemeinden Kredite. Dafür gibt es Förderungen, die derzeit nicht einmal die Zinsen für die dafür benötigten Kredite decken. Es braucht also höhere Förderungen. Die Botschaft höre ich deshalb gerne, dass höhere Zuschüsse bzw. Förderungen überlegt werden. Das Land verspricht zudem eine bessere Ferienbetreuung, gewährt aber ihren Landesmitarbeiter (Pädagogen) weiterhin 6 Wochen am Stück im Sommer Urlaub – frei nach dem Motto: „Gemeinden, dawirgst euch„! Für uns bedeutet das, dass die Kindergartenleiterinnen und ihre Gruppenleiterinnen (das sind die Landesbediensteten) – 18 an der Zahl – 6 Wochen im Sommer im wohlverdienten Urlaub sind, die Gemeinden aber für die durchgehende Betreuung sorgen müssen.

Der Herr Bundeskanzler wiederum ersucht die Gemeinden, auf Gebührenanpassungen zu verzichten. Das ist natürlich ein interessanter populistischer Ansatz, den die Bevölkerung mit Sicherheit gerne hört. Die Kosten für die Gemeinden steigen durch die Inflation, durch die Gehaltserhöhungen, durch die Zinserhöhungen und durch Preissteigerungen in allen Bereichen. Der finanzielle Spielraum aller Gemeinden, falls überhaupt vorhanden, ist nur mehr ein ganz ganz kleiner. Wenn die Gemeinden nun auch auf Gebührenerhöhungen oder – wie in unserem Fall – Gebührenanpassungen verzichten, dann geht sich das Budget hinten und vorne nicht mehr aus. Und außerdem agieren Gemeinden dann ungesetzlich. Denn lt. Gesetz müssen die sogenannten Betriebe mit marktbestimmter Tätigkeit (Wasserversorgung, Wasserentsorgung, Müll, Hausverwaltung) immer ausgeglichen bilanzieren. Wenn die Gebühren (also die Einnahmen) gleich bleiben sollen, aber die Ausgaben um etwa 10 % steigen, dann geht sich das nicht mehr aus und eine Gemeindeführung würde ungesetzlich handeln. Die einzige Möglichkeit ist, dass irgendein Dritter (z.B. Land, Bund) diesen Einnahmenentfall finanziell abdeckt. Danach schaut es derzeit nicht aus. Aber eine andere Möglichkeit, sprich einen Plan B gibt es nicht. Also frei nach unserer Landeshauptfrau: Her mit dem Zaster, her mit der Marie – Herr Finanzminister!

5 Gedanken zu „Hey, hey, hey Bund – ich brauch mehr Geld!

  1. Ilse

    Aber a Tunnel is schon drin…. oder diverse schnickschnack Wasserspiele demnächst beim Bahnhof. Oder der Abriss der alten Bahnhofs-Trafik, statt eine Spur zu kürzen, jedes WE a gratis Festl (oft und gern mit gratis Getränken) oder gratis Frühstück oder gratis Ausflüge oder oder oder.

    Is ja auch alles viiiiiiiiiiel wichtiger als Kinderbetreuung und Versorgung.

    Schon allein Ortsfremde aus dem Pflegeheim zu schmeißen, zeigt wie wenig Herz eine der reichsten Gemeinden Österreichs inzwischen hat.

    Lieber die Kohle wo anders verpulvern, wo man sich besser feiern lassen kann.
    Wo anders einparen kann ja wohl auch nicht sein, bei den paar € Einnahmen im Jahr.

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  2. Doris

    Es gibt Fachkräftemangel; Frauen haben weniger Pension weil sie wegen der Kinder weniger arbeiten und rutschen in die Altersarmut (immer mehr Frauen wollen deshalb keine Kinder mehr), wir wollen, dass es genug Menschen in Pflegeberufen = Schichtdiensten gibt, Einkaufen bis 20 Uhr möglich ist und genug Kinder geboren werden um spätere Pensionen zu finanzieren oder das Land am laufen halten und und und.
    Wie, wenn es keine Betreuung gibt? Wie, wenn man eben nicht die Großeltern in der Nähe hat? Wie, wenn man Alleinerziehend ist und von einem Halbtagsjob nicht mehr leben kann? Wie, wenn man keine 2 Monate Urlaub im hat? Wie?

    Sollte man nicht erst überlegen wo man (Luxus) einsparen kann, bevor man der Bevölkerung Angst macht mit Gebührenerhöhung? Hat man nicht schon durch die Pflegeheim-Rausschmisse angeblich sooo viel Geld eingespart? Müssen so viele Veranstaltungen im Jahr sein, die immer größer und größer werden? Helfen vielleicht Ausschreibungen an mehr und mal andere Firmen Aufträge in Neudorf günstiger und besser zu vergeben? Braucht es wirklich einen neuen zubetonierten Bahnhofsvorplatz mit wartungsintensiven Wasserspiel, wenn längere und bessere Kinderbetreuungsplätze zukünftig wichtiger wären??

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    1. Wiener Neudorfer

      Liebe Doris,

      da könnte einem schon das Wort „Großmannssucht“ einfallen, oder?

      Natürlich gibt es nur eine Firma, die quasi immer „Bestbieter“ ist. 🙂

      Wie profitable Firmen mit solchen „Dauergästen“ umgehen, weiß jeder, der in dieser Branche gearbeitet hat – es MÜSSEN irgendwann andere Anbieter aufgebaut werden.

      Ebenso würde mich interessieren, was die Betreuung und Erneuerung dieser zahllosen geschotterten „Friedhofsrabatte“ kostet?

      Derzeit wird nicht renaturiert, sondern eher Schönbrunner-Schloßpark ähnliche Strukturen geschaffen, nur ohne die großen, alten Bäume, weil die werden bei uns scheinbar alle gezielt eliminiert….

      Ja, traurig, das Ganze.

      LG

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