Kahrteich: Wir öffnen ab heute schrittweise!

Die Idylle trügt: Ohne Tiefenbelüftungsanlage hätte der Kahrteich längst nicht die gute Badequalität, der er (noch) hat.

Der Kahrteich war in den letzten Wochen eines der Bürgermeister-Hauptaufgabengebiete. Viele Wiener Neudorfer haben es begrüßt, dass der Gemeinderat Einschränkungen beschlossen hat. Nicht-Wiener Neudorfer haben dagegen protestiert. Die Gemeinde hatte einen regen Schriftverkehr mit der Volksanwaltschaft, mit dem Herrn Bundespräsidenten, mit der Landesregierung, Bezirksvertretungen von Wien und der Bezirkshauptmannschaft. Rechtsanwälte drohten mit Klagen u.s.w.

Was viele möglicherweise nicht wissen ist, dass der Wiener Neudorfer Kahrteich einer besondere Behandlung bedarf. Der Kahrteich hat weder einen Zufluss noch einen Abfluss und bekommt nur durch das Grundwasser und durch Regen Wasserzuwachs. Während Trockenperioden sinkt durch Verdunstungen deshalb der Wasserspiegel ab. Ohne eine kostspielige Tiefenbelüftungsanlage wäre längst kein Badebetrieb mehr möglich. Wäre der Kahrteich ein Mensch, dann wäre er ein Patient, dem es zwar dem Umständen entsprechend gut geht, der aber ohne Beatmungsgerät nicht mehr am Leben wäre. Es ist natürlich irgendwie verständlich, dass das vielen völlig egal ist – auch den Behörden. Würde der Kahrteich kippen und den Badeteichstatus verlieren, dann würden halt viele Auswärtige zu anderen Badeteichen abwandern – mit einem „Schade“ auf den Lippen. Die Behörden würden das Baden verbieten – und zur Tagesordnung übergehen. Betroffen wäre die heimische Bevölkerung, die sich dann ebenfalls ein neues Erholungsgebiet suchen müsste. Ich hoffe, dass deshalb Verständnis für die restriktive Haltung der Gemeindeführung aufgebracht wird.

Diesbezüglich hat dem Kahrteich die Corona-Situation extrem geholfen. Durch die Beschränkungen waren weniger als die Hälfte der Besucher von früheren Jahren zugelassen und der Teich konnte sich gut erholen. Die Wasserqualität hat sich merkbar verbessert, die Sichttiefen sind größer geworden.

Begründet durch die Corona-Situation hat der Gemeinderat bis Ende Juli 2021 Einschränkungen beschlossen, die aber schrittweise zurückgenommen werden können bzw. müssen, wenn sich die Corona-Zahlen positiv entwickeln – was sie derzeit tun. Bisher waren nur Inhaber der sogenannten Neudorf-Card zugelassen, die ausschließlich Wiener Neudorfer mit Haupt- bzw. Nebenwohnsitz erwerben konnten.

Ab sofort können auch Nicht-Wiener-Neudorfer eine Saisonkarte im Bürgerservice des Gemeindeamtes während der Öffnungszeiten erwerben. Allerdings ist dieses Kontingent mit 200 limitiert.

Im Laufe der zweiten Juli-Hälfte wird es auch wieder Tageskarten geben, die an Donnerstagen und Freitagen in der Zeit von 15.00 bis 18.00 Uhr im Gemeindeamt gekauft und irgendwann bis Saisonende verwendet werden können. Direkt beim Teich gibt es keinen Kartenverkauf mehr. Den genauen Zeitpunkt und das Prozedere erfahren Sie zeitgerecht auf diesem Blog bzw. auf der HomePage der Gemeinde Wiener Neudorf.

7 Gedanken zu „Kahrteich: Wir öffnen ab heute schrittweise!

  1. Frau Anonym

    Finde die Lösung super und bin stolz, dass hier auf die Wiener Neudorfer geschaut wird. Immerhin haben ja die meisten anderen Gemeinden selber Bademöglichkeiten. Top!

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  2. Hannelore Schmid

    Lieber Herr Janschka!

    Ich gehe nur manchmal am Abend eine Runde schwimmen und kann bestätigen, dass die Wasserqualität derzeit wirklich merkbar sehr gut ist gegenüber früheren Jahren um diese Jahreszeit und bei so einer Hitze.
    Dass es sogar einen Schriftverkehr mit dem Bundespräsidenten gibt, ist bemerkenswert. Es würde mich interessieren, ob er sich auch mit Herrn Ludwig auseinandersetzt bezüglich der Eintrittstests für 6jährige in die Wiener Bäder. Das führt natürlich dazu, dass noch mehr geplagte Eltern in das nahe NÖ ausweichen und auch der Kahrteich noch begehrter werden wird.
    Ihre diesbezüglich restriktive Haltung wird von vielen Wiener Neudorfer Einwohnern sehr begrüßt aber ich kann mir vorstellen, dass der erwähnte Schriftverkehr äußerst mühsam sein muss.
    Ich denke, gerade die „Grünen“ und mit Ihnen unser geschätzter Bundespräsident sollten Verständnis aufbringen, dass man so ein „Juwel“ schützen sollte. Wie Sie richtig schreiben, wenn der Teich kippt ist es diesen Herrschaften nachher wurscht.

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    1. Herbert Janschka

      Der Herr Bundespräsident hat sich nicht aktiv in das Thema eingemischt, aber nachdem sich Personen auch an ihn gewandt haben, hat er mir diesen Schriftverkehr weitergeleitet. So ist diese Korrespondenz zu verstehen.

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  3. Inge

    Welche Tests müssen Ungeimpfte aus Wien vorlegen? Weil nämlich unsere NÖ Selbsttest gelten NICHT in Wien (Restaurants usw) obwohl sie offiziell registriert sind bei NÖ144. Dann sollte für Wiener auch nur Tests die in Apotheken oder Teststrassen gemacht wurden, gültig sein. Oder?

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  4. Stefan Kohoutek

    Ich finde die derzeitigen Regelungen gut, die Gemeinde muss darauf achten, dass der Kahrteich nicht zu viel Schaden nimmt. Ich fürchte, dass es bald Klagen geben wird, die auf eine deutliche Erhöhung der Kontingente an Saisonkarten für Externe abzielen werden. Im schlechtesten Fall wird der Versuch kommen, die Kontingentierung der Saisonkarten gänzlich zu kippen (Stichwort: Gleichheitsgrundsatz).

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  5. Frau Anonym

    In Biedermannsdorf darf auch nicht jeder zum Teich rein, Ansässige mit Freunden. Wieso soll der Wiener Neudorfer Teich für die ganze Welt zugänglich sein? Diese Oase sollte für Wiener Neudorfer erhalten bleiben, jedoch wäre es wirklich wünschenswert, dass man zumindest pro Karte eine Person mitnehmen darf, die bezahlt. Ich warte dringend auf die Tages Karten, weil ich mein Enkelkind mitnehmen möchte. Hoffentlich sind die noch heuer erhältlich.

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