Das Inhalatorium ist wieder offen

Unser Inhalatorium, Wiesengasse/Ecke Raimundweg, ist nach der Winterpause nun wieder geöffnet. Gerade für Menschen mit Atemwegserkrankungen ist ein Aufenthalt in dieser Einrichtung (wohin es gute Rad- und Fußverbindungen gibt) sehr empfehlenswert.

Kurz und knapp gesagt, ist ein Inhalatorium ein Raum zum Inhalieren. Historische Inhalatorien wurden einst gebaut – wie es der Name schon verrät – zur Inhalationstherapie. Solche Bauwerke – auch Gradierbauten genannt – entstanden üblicherweise an salzhaltigen Solequellen. Es sollte die salzhaltige Luft inhaliert werden, die eine wohltuende Wirkung auf die Atemwege hat.

Die feinen Salzkristalle (Aerosole) in der Luft reinigen und befeuchten die Atemwege und lassen angegriffene Schleimhäute abschwellen. Besonders Menschen mit Erkältung, Bronchitis, Asthma oder Allergien profitieren von dieser heilsamen Wirkung. Durch tiefes Einatmen gelangen die Aerosole noch besser in die feinsten Verästelungen der Bronchien und sorgen für eine deutliche Verbesserung bei Atemwegserkrankungen.

Nachdem wir in Wiener Neudorf über kein natürliches salzhaltiges Wasser verfügen, müssen wir dieses imitieren. Dafür sorgen die täglichen Kontroll- und Wartungsarbeiten der Mitarbeiter unseres Wirtschaftshofes.

Ich werde oft gefragt, warum das Inhalatorium über die Wintermonate geschlossen werden muss. Das ist an sich leicht erklärt. Mit Salz angereichertes Fließwasser wird langsam über Reisig geleitet und verbindet sich durch einen Verdampfungsprozess mit der Atemluft. Bei Minustemperaturen kommt es trotzdem zu Kristallbildungen. So hatten wir bei Inbetriebnahme in der Nacht von Donnerstag auf Freitag Gefrierungen und Eiszapfenbildungen. Dadurch funktioniert das System dann nicht mehr. Da wir aber glauben, dass die Minustemperaturen nun endgültig vorbei sind, haben wir die Anlage frühestmöglich geöffnet. Gerade jetzt ist es wichtig, unsere Bronchien zu reinigen.

Bitte beachten Sie die Corona-Maßnahmen. Die Vorsichts- und Abstandsregeln gelten natürlich auch in dieser Einrichtung. Ich freue mich, dass es für dieses Pilotprojekt bereits viele interessierte Gemeinden gibt, die eine ähnliche Einrichtung überlegen. So haben wir erst gestern einen Termin mit der nächsten Delegation vereinbart.

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