Die Corona-Impfstrategie des Landes Niederösterreich

In Österreich fahren die Bundesländer eigene Impf-Strategien. In Niederösterreich wird bislang über Arzt-Ordinationen geimpft. Wenn sich mehrere Ärzte dazu entschließen, nicht in ihren Ordinationen – aus welchen Gründen auch immer – zu impfen, dann können sie sich zu sogenannten „Impfstraßen“ zusammenschließen. Diese Impfstraßen werden dann organisatorisch wie die Ordinationen behandelt. Ich habe mit unseren Ärzten deshalb schon vor drei Monaten über eine gemeinsame Impfstraße im Festsaal des Freizeitzentrums gesprochen. Aus verständlichen Gründen haben sich die Ärzte aber für ihre eigenen Ordinationen entschieden.

Um so viele Impftermine wie möglich vergeben zu können, müssen die Impfzeiten derzeit „diktatorisch“ von oben vorgegeben werden. Da dies mit den normalen Ordinations-Öffnungszeiten oft nicht in Einklang zu bringen ist, haben viele Ärzte ihre Teilnahme leider wieder absagen müssen, denn die eigenen „Haus-Patienten“ haben Vorrang. Darüber hinaus standen bislang auch nur wenige Impfstoffe zur Verfügung. Das ist auch der Grund, warum in Wiener Neudorf derzeit nur in der Ordination „Dr. Nouri“ geimpft wird.

Da in den nächsten Wochen mit viel mehr Impfstoffen gerechnet wird, ändert das Land Niederösterreich seine Strategie. Bis jetzt werden durch die gelieferten Impfmengen bis zu 30.000 Personen in NÖ pro Woche geimpft. Ab Mai soll dies auf 90.000 bis 100.000 Personen gesteigert werden. In jedem Bezirk wird deshalb ein sogenanntes „Impfzentrum“ eingerichtet, das 7 Tage pro Woche geöffnet haben wird. Im Bezirk Mödling wird dies in Laxenburg sein. Ausgewählt wurden diese Impfzentren nach Größe, Verfügbarkeit und Erreichbarkeit der Einrichtung. Wer diese Impfzentren betreuen wird, ist derzeit Gegenstand eines internationalen Ausschreibeverfahrens. Bis zum Vorliegen eines Ergebnisses, werden diese Impfzentren (die ersten werden Mitte April öffnen, die restlichen in der 2. Mai-Woche) vorübergehend vom Roten Kreuz betreut.

Durch diese permanent geöffneten Impfzentren erhofft man sich eine schnellere Durchimpfung als bei nur stundenweise geöffneten Impfstraßen oder Ordinationen. Auch für diese Impfzentren wird es eine Anmeldung und einen genauen Impfzeitpunkt geben, den man wählen kann. Nicht auswählen kann man den Impfstoff. Jede/r Niederösterreicher/in kann jedes der 20 Impfzentren im Bundesland wählen, aber natürlich wird man im Regelfall zum nächstgelegenen greifen. Wir Wiener Neudorfer haben mit dem knapp 5 Kilometer entfernten Impfzentrum in Laxenburg nur einen vergleichsweise sehr kurzen Anfahrtsweg, auch mit einer – falls benötigt – guten Bus- oder Taxiverbindung.

Darüber hinaus soll auch weiter über die niedergelassenen Arztordinationen geimpft werden – und zwar mit den Impfstoffen „AstraZeneca und Johnson & Johnson“.

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