Der Fahrplan für den A2-Lärmschutz

Die Coronakrise hat zwar das Lärmschutz-Vorhaben auf der A2 Höhe Wiener Neudorf verzögert, aber durch das wochenlang geringe Verkehrsaufkommen war das Wohnen neben der Autobahn halbwegs erträglich. Jetzt nimmt das Verkehrsaufkommen – und damit der Lärm – wieder deutlich zu.

Hunderte Familien leben in Wiener Neudorf seit Jahrzehnten jenseits der Lärmschutzgrenzwerte. Wir halten damit einen Rekord: Keine andere Gemeinde ist in Österreich mehr vom Autobahnlärm betroffen.

Die Verhandlungen ergaben verkürzt dargestellt – Sie wissen das natürlich bereits – die Errichtung einer 13-Meter-hohen neuen Lärmschutzwand mit Seitenteilen, hochabsorbierend, damit nicht andere Anrainer vom Schallecho betroffen werden – zusätzlich zu anderen Maßnahmen. Da es kein vergleichbares Lärmschutzbauwerk gibt, musste viel neu berechnet, neu überlegt und neu konzipiert werden.

Das gesamte zweite Halbjahr 2019 über war ich gemeinsam mit der ASFINAG unter Beiziehung der Gemeindefachleute und -berater permanent in Gesprächsrunden. Wir hatten einen ganz konkreten Ablaufplan. Noch einmal wollten wir uns Mitte März 2020 (nach der Gemeinderatswahl und nach der Konstituierung des neuen Gemeinderates) zu einem allerletzten Abstimmungsgespräch treffen, um den Ausschreibungstermin und den endgültigen Baubeginn (Ende Juni/Anfang Juli) zu fixieren.

Dann kam Corona. Plötzlich stand über Nacht alles still. Termine wurden abgesagt. Die Bauwirtschaft kam zum Erliegen. Wir wussten nicht, wie es weitergeht. Auch das A2-Vorhaben wurde einstweilen von der Schiene genommen.

Nun gibt es wieder einen neuen Zeitplan. Alle notwendigen Vorarbeiten starten in diesen Tagen. Die Ausschreibung geht raus. Da eine so hohe Mauer tiefe Fundamentierungen voraussetzt, muss das Gelände auf mögliche Kriegsrelikte untersucht werden. Immerhin war während des 2. Weltkrieges die Autobahntrasse bereits von Flugzeugen aus sichtbar und es gab die Flugmotorenwerke Ostmark (heutiges IZ-Süd). Eine teilweise Bombardierung des Geländes ist also nicht auszuschließen. Eine Bodenuntersuchung ist deshalb vorgeschrieben, auch wenn das Finden eines Blindgängers eher sehr unwahrscheinlich ist.

Für ca. Mitte Juli planen wir eine Anrainerversammlung (ich nehme an, dass das dann schon möglich sein wird) vor allem mit jenen Grundeigentümern, an deren Grundgrenze die Wand errichtet wird. Im August sollen Beweissicherungen in den der Baustelle nahen Häusern durchgeführt werden, obwohl nach heutigen Gesichtspunkten keine Beschädigungen durch die Bauarbeiten zu erwarten sind. Und dann soll es im September losgehen. Insgesamt soll das gesamte Projekt innerhalb von 12 Monaten beendet sein. Während der Bauzeit wird es auch auf den Fahrbahnen Richtung Süden eine Temporeduktion geben.

Es ist zu hoffen, dass es zu keinen weiteren Verzögerungen mehr kommt und es von den unterliegenden Unternehmungen keine Klagen gegen die Auftragsvergabe geben wird. Denn dies würde den Zeitplan deutlich verändern und die gesundheitsschädlichen Belastungen unnötig verlängern.

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