Heute ist der 100. Muttertag in Österreich

Wie viele Traditionen in Europa, hat auch der Muttertag seinen Ursprung in den USA. Sind es heute die verschiedensten, für unser Überleben so dringend notwendigen Klimaschutzbewegungen, die von einer saturierten und gleichgültigen Mehrheit streng beäugt und sogar verfolgt werden, waren es vor 150 Jahren die Mütter- und Frauenrechtsbewegungen, die irgendwo am Rande der Gesellschaft ihren Anfang hatten.

Eine gewisse Ann Maria Reeves Jarvis gründete 1865 in West Virginia (USA) eine Mütterbewegung unter dem Titel „Mothers Friendship Day“. An den von ihr organisierten Tages-Meetings konnten sich Mütter zu aktuellen Fragen austauschen – eine damalige revolutionäre Idee. In diesem Sog entstanden etliche Mütter-Friedenstag-Initiativen mit dem Ziel, dass die Söhne nicht mehr in den Kriegen geopfert werden sollen. Ab den späten 1860er Jahren entstanden auch in Europa die ersten Frauenbewegungen, die sich neben Friedensprojekten und mehr Frauenrechten auch für bessere Bildungschancen für Mädchen einsetzten. Die in unseren Breiten wohl bekannteste Vertreterin ist Bertha von Suttner, die mit Ihrem 1889 erschienenen Roman „Die Waffen nieder“ denn Nerv der – vor allem weiblichen – Gesellschaft traf.

Am 9. Mai 1905 starb Ann Maria Reeves Jarvis. Ihre Tochter Ann Jarvis sollte zur eigentlichen Begründerin unseres Muttertages werden. Denn am Sonntag, den 12. Mai 1907 (dem Sonntag nach dem 2. Todestag ihrer Mutter) veranstaltete sie ein großes Gedenk-Fest, das zu einem überwältigendem Erfolg wurde. Daraufhin startete sie in den USA eine Initiative für die Einführung eines offiziellen Feiertages zu Ehren aller Mütter und gewann einflussreiche Politiker, Geschäftsleute und Geistliche für ihre Idee. So kam es, dass der Muttertag bereits 1909 in 45 Staaten der USA gefeiert wurde – am 2. Maisonntag. 1914 wurde der Muttertag in den USA überall als nationaler Feiertag begangen.

Europa ließ nicht lange auf sich warten. Die ersten europäischen Muttertage fanden 1917 in der Schweiz, 1918 in Norwegen, 1919 in Schweden, 1923 in Deutschland und 1924 in Österreich statt. Die entscheidende Initiatorin bei uns war Marianne Hainisch, die Mutter des damaligen Bundespräsidenten, die gemeinsam mit der Pfadfinderbewegung dafür kämpfte.

Nur am Rande: Der erste Vatertag in Österreich fand 1956 statt, einen Monat nach dem Muttertag, am zweiten Juni-Sonntag.

In Österreich feiern wir also heute zum 100. Mal den offiziellen Muttertag. Ich wünsche allen Müttern einen schönen Tag, den die allermeisten wohl im Rahmen ihrer Familien begehen werden. Am meisten wünsche ich den Müttern aber, dass dieser zweite Maisonntag nur einer von sehr vielen Muttertagen im Jahreskreis sein möge.

Wir verschieben: „Wir räumen auf!“

Es ist die Woche der Absagen. Musste die geplante Musikschul-Aufführung „König der Löwen“ deshalb abgesagt werden, weil der Disney-Konzern derzeit für dieses Stück generell keine Berechtigung zu einer Aufführung erteilt, fällt morgen die Aktion „Wir räumen auf “ buchstäblich ins Wasser.

Aber wir werden diese Aktion auf Samstag, den 10. Juni verschieben und hoffen auf besseres Wetter.

Eröffnung des „Parks der Erinnerung“

Von 1943 bis 1945 bestand in Guntramsdorf – und nach dessen Bombardierung – in Wiener Neudorf ein Arbeitslager als Außenstelle des KZ Mauthausen für das „F.O. Flugmotorenwerk Ostmark“ (heutiges IZ-Süd). Nahezu 3.000 Häftlinge aus fast allen Ländern Europas wurden zu heute kaum vorstellbaren Schikanen des Lagerlebens und zur Zwangsarbeit verurteilt.

Es ist eine jahrelange Tradition, dass die Nachfahren von polnischen Zwangsarbeitern immer Anfang Mai das frühere KZ Mauthausen und die beiden Gedenkstätten in Guntramsdorf und Wiener Neudorf besuchen.

Mir war es schon länger ein Anliegen, rund um das Mahnmal von Arik Brauer (errichtet 2014) eine Gestaltung zu planen. Im Zuge der Errichtung des Unternehmens „eurofins“ wurde der Gemeinde dankenswerterweise ein Grundstück überlassen. Es folgte ein Architektenwettbewerb mit einer Jury, bestehend aus Mitgliedern des Mauthausen-Komitees, des Gedenkvereins Guntramsdorf/Wiener Neudorf, Prof. Arik Brauer und mir. Das Siegerprojekt wurde ein wenig adaptiert und nunmehr umgesetzt. Leider hat Prof. Arik Brauer die Fertigstellung des „Parks der Erinnerung“ nicht mehr erlebt.

Anlässlich des Besuches der polnischen Delegation am Dienstag, den 9. Mai werden wir um 10.00 Uhr die neu gestaltete Gedenkstätte im Beisein des Botschafters der Republik Polen feierlich eröffnen.

Maibaum 2.0

Ein Mai ohne Maibaum – das geht gar nicht. Gleich nach Bekanntwerden des Vandalenaktes des Ansägens des Maibaums – verbunden mit dem dann notwendig gewordenen sofortigen Umsägen desselben – in den frühen Morgenstunden des 1. Mai, haben mir Bgm. Arnold Bauernfried und Vize-Bgm. Erich Bauernfried aus Bärnkopf die Zusage gegeben, umgehend einen neuen Baum zu liefern. Schon gut, wenn die Partnergemeinde inmitten eines Waldgebietes liegt.

Aus Sicherheitsgründen mussten wir bekanntlich den Maibaum umschneiden. Seien wir froh, dass diese idiotische Aktion von bislang noch immer Unbekannten nicht zu einer Tragödie geführt hat. Gerade Hundebesitzer gehen auch in der Nacht und am ganz frühen Morgen mit ihren Lieblingen gerne durch den Park. Nicht auszudenken, wenn der Baum seine Stabilität verloren hätte, bevor wir das Ansägen bemerkt haben. Glücklicherweise ist nichts passiert.

Ein neuer Maibaum ist keine einfache Sache. Es muss im Wald ein geeigneter Baum gefunden werden, möglichst kerzengerade, möglichst an die 20 Meter hoch. Der Förster muss seine Zustimmung geben. Der Baum muss gefällt, entästet und entrindet werden. Er muss aus dem Wald gezogen, auf einen Tieflader verladen, gesichert, abtransportiert und an den Bestimmungsort gebracht werden. Das geht aufgrund der Länge des Baumes und damit des Fuhrwerks nur in der Nacht. Das ganze Prozedere dauert verständlicherweise einige Zeit. Vielen Dank an unsere Freunde in Bärnkopf, die das alles in kürzester Zeit organisiert und erledigt haben. Mittlerweile hat sich bei uns die „Gredlerei“ um die Schmuckgestaltung eines neuen Wipfels gekümmert. Der „alte“ Wipfel wurde durch das Umsägen und Umfallen des Baumes leider beschädigt.

Gestern Freitag in aller Frühe wurde der Baum in den Rathauspark geliefert. Für den LKW-Fahrer auch keine leichte Aufgabe. Die Kollegen des Wirtschaftshofes haben den Baum übernommen, diesen geschmückt und mit dem neuen Wipfel versehen. Gegen 10.00 Uhr wurde der Maibaum aufgestellt und ziert seither – wie alle Jahre – den Rathauspark.

Es wäre auch ein schlechtes Zeichen gewesen, wenn wir die heutige 50-Jahr-Feier der Gemeindepartnerschaft mit Bärnkopf ohne Maibaum aus Bärnkopf begangen hätten.

Der Maibaum wird heuer länger als üblich stehen und erst im Rahmen eines kleinen Festes in der Wiener Neudorfer Woche am Freitag, den 23. Juni Nachmittags feierlich umgeschnitten werden.

Florianimesse mit der Feuerwehr

Wie alt Florian von Lorch geworden ist, wissen wir nicht. Aber wir kennen seinen Todestag, den 4. Mai 304. Wir wissen auch, dass er Offizier im römischen Heer (stationiert in Lauriacum, dem heutigen Lorch) und später Leiter der Kanzlei des römischen Stadthalters in St. Pölten war. Während der Christenverfolgung in den Jahren 303 und 304 wurden auch in Lorch (heutiger Stadtteil von Enns – im Bezirk Linz-Land) etwa 40 Christen enttarnt, verhaftet und gemartert. Als Florian, ein ebenfalls bekennender Christ, davon erfuhr, eilte er dorthin, um ihnen beizustehen. Beim Versuch, seine Glaubensgeschwister aus dem Gefängnis zu befreien, wurde er von seinen früheren Militärkameraden verhaftet. Da er sich während der Folterungen weigerte, dem christlichen Glauben abzuschwören, wurde er mit Knüppeln brutal geschlagen, seine Schulterblätter wurden gebrochen und er letztlich zum Tode verurteilt. Eigentlich sollte er bei lebendigem Leib verbrannt werden. Als er aber dafür dankte, weil er durch die Kraft der Flammen in den Himmel aufsteigen würde, wurde die Verbrennung abgesagt. Man beschloss ihn am 4. Mai 304 in der Enns zu ertränken, führte ihn auf eine Brücke, hängte ihm einen schweren Stein um den Hals und wollte ihn in den Fluss werfen. Als Florian zu beten begann, erstarrten viele in Ehrfurcht und es fand sich kein Soldat, um ihn in die Enns zu stoßen. Nach einer ganzen Betstunde, so die Legende, stieß ihn letztlich ein ungeduldig werdender wütender junger Mann, der der Hinrichtung beiwohnte, schließlich von der Brücke ins Wasser.

Sein Leichnam wurde abgetrieben, auf einen Felsen gespült und – so will es die Überlieferung – von einem Adler bewacht, damit die Römer seinen Leib nicht schänden konnten. Er wurde gefunden, geborgen und auf einer Privatliegenschaft begraben. Über seinem Grab entstand später das heutige Stift Sankt Florian. Und sein Todestag wurde sein Gedenktag.

Als Schutzpatron machte Florian postum Karriere. Er gilt heute als Schutzpatron der Bäcker, Rauchfangkehrer, Gärtner, Bierbrauer, Seifensieder und vieler anderer Berufsgruppen mehr. Er ist seit 2004 auch Landespatron von Oberösterreich. Aber vor allem ist er Schutzpatron gegen die Gefahr des Feuers und damit der Feuerwehren. Deshalb auch die Bezeichnung „Florianijünger“. Warum er gerade diese Patronanz übertragen bekam, ist auch nicht restlos geklärt. Wahrscheinlich, weil er im Wasser getötet wurde und man mit Wasser Feuer bekämpfen kann.

Vielerorts, so auch in Wiener Neudorf, ist es üblich zu seinem Sterbe- und Gedenktag eine „Florianimesse“ abzuhalten, der traditionell die Feuerwehrkameraden beiwohnen. Diese Messe dient dazu, dem Heiligen Florian für seine schützende Hand bei den oft sehr gefährlichen Ausfahrten zu danken und um seinen weiteren helfenden Segen zu bitten. Es ist aber auch eine Gelegenheit, unseren Feuerwehrleuten für ihren Einsatz und ihr selbstloses, freiwilliges Engagement zu danken.

Es ist auch Tradition, dass nach der Kirche Einkehr gehalten wird und der Bürgermeister, namens der Gemeinde, die Kameraden zu Speis und Trank einlädt. So haben wir heuer nach der Messe „den Hacker“ zu diesem Zweck heimgesucht.

Gruppenbild mit Pater Josef Denkmayr und den Feuerwehrkameraden

Idioten-Aktion in Wiener Neudorf

Natürlich darf das nicht passieren, wenn am 30. April der Maibaum aufgestellt, ein großes Fest veranstaltet und eine Bewachung organisiert wird. Wenn die eingeteilten Bewacher dann gegen 2 Uhr nach Hause gehen und den Maibaum unbewacht lassen, ist man natürlich auch ein wenig selber schuld, wenn etwas passiert.

Vor allem in ländlichen Gebieten ist das Stehlen eines Maibaumes in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai Brauch. Aber was in Wiener Neudorf passiert ist, war eine gefährliche Idioten-Aktion. Den unbewachten Baum einzuhacken und einzusägen, noch dazu so, dass dieser bei einem Windstoß in alle Richtungen umfallen hätte können, ist eigentlich kriminell. Nicht auszudenken, was passieren hätte können, wenn in der Früh die ersten mit ihren Hunden „äußerln“ gegangen wären und es hätte einen Windstoß gegeben.

So eine Aktion ist nichts Lustiges, ist nichts Cooles, hat nichts mit einem Brauch zu tun, sondern ist eigentlich nur vertrottelt, unintelligent, unbedacht, gefährlich und idiotisch. Auch der Maibaum in Biedermannsdorf wurde umgesägt und die Spur der Halbstarken (die eine politische Botschaft hinterließen) verliert sich dann auf einem Weg Richtung Laxenburg.

Als in Früh des 1. Mai die Aktion bemerkt wurde, wurde der Rathauspark sofort großräumig abgesperrt und die bereits für das Fest aufgestellten Tisch und Bänke weggeräumt. Nach Rücksprache mit mir wurde der Maibaum durch die Feuerwehr und den Wirtschaftshof der Gemeinde aus Sicherheitsgründen umgesägt.

Die Maifeier fand dann erstmals ohne Maibaum, aber bei herrlichem Wetter trotzdem bei guter Laune und Musik (Musikverein Lyra) statt. Die Gemeinde Bärnkopf wird im Laufe dieser Woche einen Ersatz-Baum liefern, der spätestens am Freitag Abend stehen wird.

So schön war der Maibaum, der wieder aus unserer Partnergemeinde Bärnkopf geliefert wurde, am 30. April Abends.