
Ich muss leider zugeben, dass die an sich positiven Verhandlungen der letzten beiden Jahren mit der ASFINAG in eine Sackgasse geraten sind.
Bei meiner letzten Besprechung im März – gemeinsam mit Frau Vizebgmin. Dr. Kleissner – habe ich noch fest daran geglaubt, dass wir knapp an einer baldigen Lösung sind. Wir haben in den letzten Monaten alle an uns gestellte Hausaufgaben erfüllt. Ein von der Gemeinde beauftragter Lärmsachverständiger hat bewiesen, dass weite Teile des Wiener Neudorfer Wohngebietes über allen Lärmgrenzwerten liegen (die Schadstoff- und Feinstaubgrenzwerte werden sowieso in nahezu ganz Wiener Neudorf überschritten). Derselbe Gutachter hat festgestellt, dass die Lärmschutzwand in vielen Bereichen löchrig und damit unwirksam ist. Derselbe Sachverständige hat in seinem Gutachten, dass von der ASFINAG bestätigt und für richtig erklärt wurde, herausgearbeitet, dass eine Kombination aus verbesserten Lärmschutzmaßnahmen und einer Temporeduktion endlich eine Entlastung für die leidgeprüfte Bevölkerung bringen kann.
Allein Tempo 80 statt 130 kann nachgewiesenermaßen den Lärm bis zu 40 % verringern und die Schadstoffe um bis zu 80 %. Nachdem Wiener Neudorf ausgewiesene Feinstaubsanierungsgemeinde – vor allem durch den Verkehr von über 180.000 Fahrzeugen täglich auf der A2 – ist, ist Tempo 80 nahezu unerlässlich.
Ende April kam dann die Ernüchterung. Über verbesserte Lärmschutzmaßnahmen könne man reden, aber das zuständige Verkehrsministerium (so die ASFINAG) würde eine Temporeduktion ablehnen. Stimmt nicht (so das BMVIT), wenn die ASFINAG ein Konzept vorlege, könne dies begutachtet werden. Offenbar ist unsere Gesundheit zum Spielball zwischen dem Verkehrsministerium BMVIT und der ASFINAG geworden.
Ich bin kein besonderer Freund von Agitation und Demonstrationen, aber unsere Gesundheit verträgt keine Spompernadeln und Hinhaltetaktiken mehr. Deshalb habe ich nach Rücksprache mit meiner Fraktion und meinen Koalitionspartnern eine Demonstration für Freitag, den 8. Juni nachmittags bei der BH Mödling angemeldet.
Sie werden in den nächsten beiden Wochen ausreichend Informationsmaterial seitens der Gemeinde, seitens der politischen Fraktionen und auch seitens verschiedenster Medien über den Ablauf erhalten (z.B. www.wiener-neudorf.gv.at oder www.oevp-wienerneudorf.at ).
Wenn es für Sie möglich ist, ersuche ich um Ihre Teilnahme. Wir müssen der ASFINAG zeigen, dass jetzt „Schluss mit Lustig“ ist, dass unsere Geduld am Ende ist und dass wir mindestens genauso laut sein können wie die A2. Damit das Zeichen ein eindeutiges ist, brauchen wir starke Unterstützung.
Dass viele hinter unserer Vorgehensweise stehen, beweist auch eine neutrale Umfrage der NÖN von dieser Woche, in der 80 % die Demo für den richtigen Schritt halten. Nur knapp 20 % haben die Demo als überzogen bewertet.






