
Das Land NÖ ließ von einer hochkarätigen Jury bestehend aus Journalisten des ORF, des Kurier, der Kronen-Zeitung, der NÖN und Marketingexperten sowie diesbezüglichen Fachleuten die Gemeinden dahingehend untersuchen. Das Ergebnis: Wiener Neudorf.
Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung, weil sie die gut funktionierende Zusammenarbeit zwischen vielen Organisationen und Institutionen in unserem Ort beweist.

Was hat die Jury letztlich überzeugt?
Wir haben umgehend einen Krisenstab unter meiner Führung eingerichtet. Diesem gehören bis jetzt Ärzte, Führungskräfte der Gemeindeverwaltung, politische Vertreter und Vertreter der Blaulichtorganisationen an. Mit dem Wirtschaftshofleiter-Stv. und Feuerwehrkommandant-Stv. Martin Billensteiner haben wir einen Covid-Beauftragten bestellt, bei dem alle Informationen zusammenlaufen. Übrigens habe ich den Krisenstab für kommenden Dienstag zur Bewertung der neuen Lage und der neuen Maßnahmen einberufen. Wir werden eingehend besprechen, wie wir mit den geplanten Veranstaltungen in unserer Gemeinde in den nächsten Wochen umgehen. Z.B. wurden sämtliche Adventmärkte bereits abgesagt.
Wir haben in Zusammenarbeit mit den Ärzte und Apotheken umgehend einen Medikamentenservice und in Zusammenarbeit mit den Pfadfinder/-innen einen Einkaufsservice anbieten können. Wir haben allen Haushalten ein Kontingent Masken zugestellt und weitere im Gemeindeamt bereit gehalten. Wir haben in den Kinderbetreuungseinrichtungen für zusätzliches Personal gesorgt und als nur eine von zwei Gemeinden Spucktests für Kleinkinder angekauft und angeboten.
Wir haben die Gemeindeverwaltung durch ein vorbereitetes Home-Office-Konzept ungehindert aufrecht erhalten, sind Bürger/-innen und Unternehmen mit zinsenfreien Stundungen sowie Ratenzahlungen und Vergünstigungen entgegengekommen. Wir haben das Mahnwesen auf ein Minimum eingeschränkt.
Wir haben innerhalb kürzester Zeit Massentests ermöglicht und Teststrecken eingerichtet und einen Großteil der Kosten vorgestreckt bzw. übernommen. Wir haben die Beschäftigten in den Kinderbetreuungseinrichtungen durch ein mobiles Team vor Ort permanent getestet.
Wir haben versucht die Wiener Neudorfer/-innen laufend über verschiedenste Kanäle zu informieren, haben diverse Kulturveranstaltungen gestreamt –
und vieles vieles andere mehr.
Insgesamt, so die Zusammenfassung der Jury, hat es bislang in Wiener Neudorf die beste Krisenkommunikation und Krisenbegleitung aller niederösterreichischen Gemeinden gegeben. Ich denke, darauf können wir stolz sein.
Mir ist natürlich bewusst, dass nicht alle mit meinen/unseren Entscheidungen einverstanden waren, sind und weiterhin sein werden. Wir haben an jedem Tag der letzten 20 Monate bemüht, das Richtige zu tun. Kann sein, dass manches – gerade am Beginn der Pandemie – auch überzogen war. Es war für uns nicht leicht, die Hunderten Verordnungen und Vorgaben von den verschiedensten Stellen zu lesen, zu bewerten und umzusetzen, manchmal auch auf unsere Bedürfnisse hin zu ent- oder zu verschärfen.
Es waren letztlich Hunderte Hände, die mitgeholfen, mitgearbeitet und vor allem zusammengearbeitet haben, dass wir – offenbar über die Ortsgrenzen hinweg beobachtet – halbwegs gut durch die Pandemie gekommen sind. Für mich ist es natürlich ein Wermutstropfen, dass auch in Wiener Neudorf die Impfrate nicht zufriedenstellend ist. Noch immer lassen sich auch bei uns viele von Fake-News, abstrusen Theorien und längst widerlegten Aussagen beeinflussen. Schön ist, dass beim Thema der Covid-Bekämpfung auch die politischen Fraktionen – leider mit der bekannten österreichweiten Ausnahme – an einem Strang ziehen.
Es gibt nur eine einzige Ausgangstür aus dem Pandemie-Zimmer, in das wir derzeit alle irgendwie eingesperrt sind. Um durch diese Tür zu kommen brauchen wir eine höhere Impfrate und – wie wir seit kurzem Wissen – unbedingt den 3. Stich als Auffrischungsimpfung. Ich werde auch weiterhin mit meinem Team nichts unversucht lassen, den Weg zu dieser Tür vorzugeben, auch wenn manche fälschlicherweise glauben, es gäbe auch einen anderen Ausweg.











