
Durch die absolute Mehrheit für meine ÖVP-Liste hat die Bevölkerung neben einem klaren Votum offenbar auch für eine politische Beruhigung gesorgt. Denn es ist spür- und hör- und lesbar ruhiger geworden. Das war bekanntlich nicht immer so.
Noch als Oppositionspolitiker habe ich absolute Mehrheiten erlebt und die Nicht-Information und das Drüberfahren der Mehrheitspartei immer kritisiert. Deshalb habe ich mir vorgenommen, anders zu agieren.
Ich versuche die anderen Fraktionen über wichtige Themen immer wieder zu informieren und bestmöglich einzubinden. Auch die geschäftsführenden Gemeinderäte der anderen Fraktionen (4 SPÖ, 1 UFO) wurden mit wichtigen Verantwortungen ausgestattet und haben weitestgehende Freiheiten in ihren Ressorts. Natürlich behalte ich mir als Bürgermeister überall ein Mitspracherecht und eine gewisse Korrekturmöglichkeit vor.
Der einzige Bereich, in dem ich mir von der Politik nicht dreinreden lasse, ist der Personalbereich. Das ist seit Jahrzehnten ausschließliche Angelegenheit des jeweiligen Bürgermeisters, der Amtsleitung und des Führungsstabes der Gemeindeverwaltung. Das hat sich bewährt. Und das werden wir auch so beibehalten.
Ich wurde immer wieder gefragt, warum ich einen Zweiten Vizebürgermeister brauche. Brauchen tue ich diese Position nicht, weil ich bekannt dafür bin, dass ich die Gemeinde auch bei Abwesenheiten führe. Im Gegensatz zu einigen Bundespolitikern habe ich einen Laptop, auch ein IPad und ein IPhone und bin deshalb auch in meinen Urlaubsorten (sowohl im In-, als auch im Ausland) für Entscheidungen erreichbar. In den mittlerweile fast 11 Jahren, in denen ich Wiener Neudorfer Bürgermeister sein darf, musste ich deshalb nur ganz wenige Tage vertreten werden. Dazu reicht ein Vize-Bürgermeister bei weitem aus. Den zweiten Vizebürgermeister haben wir der SPÖ deshalb freiwillig und ohne irgendwelche Gegenforderungen angeboten, um auch nach außen hin ein sichtbares Zeichen der gewollten Zusammenarbeit zu setzen. Die jährlichen Mehrkosten von ca. € 4.000,- sind bei einem 45-Millionen-Budget vernachlässigbar.
Natürlich wird diese derzeit gelöste und ruhige politische Stimmung nicht für alle Zeiten so bleiben. Es wird Themen und Projekte geben, die verschiedenartig gesehen werden und je näher der nächste Gemeinderatswahltermin (allerdings erst Jänner 2025) kommen wird, umso intensiver, lauter und energischer werden sich die einzelnen Fraktionen in Stellung bringen müssen. Aber bis dahin ist noch viel Zeit, um gemeinsam für Wiener Neudorf zu arbeiten.







