Hält die Tempo-80 Verordnung auf der A2?

Wie Sie habe ich aus den Medien erfahren, dass die Tempo-80-Verordnung auf der A2 im Bereich Wiener Neudorf/Biedermannsdorf/Laxenburg gerichtsanhängig ist. Kann es sein, dass Juristen im Verkehrsministeriums beim Verordnungstext einen Fehler gemacht haben?

Seit einigen Tagen gibt es hitzige Diskussionen darüber. Warum wurde Tempo 80 in diesem Bereich eigentlich verhängt? Es lag eine gravierende Gesundheitsbeeinträchtigung der anrainenden Bevölkerung vor, die jahrzehntelang weit über allen gesetzlich erlaubten Lärmgrenzwerten (aber auch Schadstoff- und Feinstaubgrenzwerten) leben und wohnen musste. Viele litten unter psychischen Problemen und Atemwegserkrankungen. Nachdem die Gemeinde Wiener Neudorf in einem jahrelangen Prozess alle erforderlichen Unterlagen und Untersuchungen beigebracht hat, wurde folgerichtig eine Temporeduktion verordnet. Herausgearbeitet wurde eindeutig, dass nur eine Kombination von einer extrem hohen Lärmschutzwand und einer Temporeduktion auf 80 km/h Abhilfe schaffen kann, weil die A2 in diesem Bereich eine derart hohe Verkehrsbelastung aufweist, noch dazu auf einer sehr lauten Betondecke – und nicht, wie vielfach vermutet einer Flüsterasphaltdecke.

Da es von Norden und Süden Einfallswinkel der Lärmbelastung auf die Wohngebiete gibt, musste der Temporeduktions-Abschnitt dementsprechend ausgeweitet werden genauso wie er derzeit verordnet ist. Genau das wird derzeit bekämpft.

Ich will mir nicht vorstellen, dass den Juristen und Verantwortlichen des Verkehrsministeriums bzw. der ASFINAG ein Fehler passiert ist, weder absichtlich noch unabsichtlich. Nun müssen wir abwarten, wie der Verfassungsgerichtshof entscheidet.

Was passiert, wenn Tempo 80 zurückgenommen wird?

Das wäre eine gesundheitliche Katastrophe, weil sich bei Tempo 130 die Schadstoff- und Feinstaubsituation bis zu 2 km links und rechts der Autobahn (kommt auf die Windrichtung) an, gravierend erhöhen würde. Die gesamte Bevölkerung von Wiener Neudorf, Biedermannsdorf, Maria-Enzersdorf-Südstadt, Teile von Mödling und Laxenburg wäre negativ betroffen. Wir sprechen von ca. 20.000 Menschen und zusätzlich über 10.000 Personen, die täglich zu Unternehmen in diesem Gebiet einpendeln, dort arbeiten und stundenlang die Luft einatmen.
Am meisten betroffen wären Kinder, Kranke und ältere Personen. Darüber hinaus würden wieder Hunderte Familien über allen erlaubten Lärmgrenzwerten wohnen und leben müssen.

Auch wenn es sehr eigenartige, oberflächliche und egoistische, fast gesundheits- und menschenverachtende Kommentare zu diesem Thema in den sozialen Medien gibt: Es kann doch unmöglich irgendjemand wollen, befürworten oder gut heißen, dass Mitmenschen wieder gesundheitlich gefährdet werden.

Die Auswirkungen der Temporeduktion haben sich für die Gesundheit der anrainenden Bevölkerung enorm positiv entwickelt. Und das sollte, bei aller Diskussion um dieses Thema, im Vordergrund stehen.

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