Der VCÖ-Mobilitätspreis 2021 geht an: Wiener Neudorf!

Preisverleihung in St. Pölten: Aus den Händen von Landesrat DI Ludwig Schleritzko (2.v.r.), VCÖ-Sprecher Mag. Christian Gratzer (l.) und ÖBB-Vorständin Mag.a Silvia Angelo (r.) durfte ich für unsere Gemeinde die Auszeichnung entgegen nehmen. Foto: NLK/Filzwieser

Der VCÖ (Verkehrs-Club-Österreich) verleiht jährlich einen Mobilitätspreis an jene Gemeinde oder Organisation, die im Bereich des Verkehrs neue Wege geht und die innovativsten Akzente setzt.

Unsere Gemeinde wurde heuer von der Fachjury deshalb ausgezeichnet, weil wir seit einigen Jahren konsequent an der Umsetzung unseres umfassenden Generalverkehrsplans arbeiten und der Bevölkerung mit geeigneten Maßnahmen, den Verzicht auf das Zweit- und Drittauto ermöglichen. Während andere Gemeinden durchschnittlich € 8,- bis € 10,- pro Einwohner für den Radwegeausbau ausgeben, dotieren wir diesen Budgetposten mit bis zu € 85,- pro Einwohner, sodass wir in drei bis vier Jahren unser Radwegekonzept umgesetzt haben werden. Positiv herausgehoben wurde, dass wir bei Straßenneugestaltungen schmale Gehsteige zu barrierefreien Geh- und Radwegen ausbauen und die Lücken zu den Nachbargemeinden großteils bereits geschlossen haben bzw. demnächst schließen werden. Persönlich freue ich mich in diesem Zusammenhang, dass beispielsweise immer mehr Kinder zu Fuß, mit dem Rad oder dem Scooter zur Volksschule kommen.

Als äußerst bemerkenswert wurde erwähnt, dass bei Wohn- und Betriebsbauprojekten Mobilitätskonzepte vorzulegen sind, wie der Autoverkehr hinantgehalten und der Öffentliche Verkehr forciert wird. Wir haben demnächst mit über 10 E-Car-Sharing-Standorten das diesbezüglich dichteste – und günstigste – Netz aller Gemeinden. Vorbildfunktion hat auch, dass wir bei neuen Wohnbauprojekten verlangen, die Haushalte (egal ob Eigentum oder Miete) für einige Jahre bei den Kosten für den Öffentlichen Verkehr zu unterstützen, dass große Radabstellanlagen geschaffen und auch für die E-Mobilität Vorsorge getroffen werden muss.

Auch dass der Bevölkerung im Vergleich kostengünstige Taxifahrten und durch die Neudorf-Card verbilligte Badner-Bahn-Fahrten angeboten werden, sind wichtige Puzzlesteine.

Unser Straßensystem ist vorwiegend vor 50 bis 60 Jahren geschaffen worden, als wir die Hälfte der heutigen Einwohner hatten und vielleicht 1 Auto pro Familie. Dasselbe Straßensystem nützen heute mit fast 10.000 Personen die doppelte Anzahl von damals mit erheblich mehr Fahrzeugen. Das kann auf Dauer nicht funktionieren, weder was das Fahren noch was das Parken anbelangt. Die Aufgabe der Politik ist es, Maßnahmen zu setzen und Möglichkeiten zu schaffen, damit das Zweit- bzw. Drittauto pro Haushalt nicht mehr notwendig ist. Dazu braucht es natürlich auch eine aufgeschlossene zukunftsorientierte Bevölkerung, die bereit ist ihr Mobilitätsverhalten zu ändern. In diesem Sinne durfte ich den Preis stellvertretend für alle 9.500 Wiener Neudorfer/-innen entgegen nehmen.

Wir können stolz auf uns sein!

In diesem Zusammenhang bedanke ich mich bei meinem Vize-Bürgermeister DI Norman Pigisch (Liste ÖVP), der auch Verkehrsreferent ist, bei DI Stelios Papadopoulos (Liste ÖVP, Vorsitzender des Verkehrsausschusses) und seinem Ausschuss-Team und beim Abteilungsleiter für Bau, Verkehr und Umwelt, Ing. Fritz Hudribusch und seinem Team. Diese Auszeichnung beweist, dass wir allesamt gemeinsam einen ganz guten Job machen und – über die Ortsgrenzen anerkannt – auf einem richtigen Weg sind.

4 Gedanken zu „Der VCÖ-Mobilitätspreis 2021 geht an: Wiener Neudorf!

  1. Peter Stockhammer

    Dankeschön für die Verbreiterung des Gehsteiges entlang des Grenzgraben. Es ist jetzt, durch gleichzeitige Verbreiterung der Fahrbahn auch leichter für die Autofahrer, diesen Bereich im Gegenverkehr zu benutzen.

    Wird der Gehsteig auch einmal ein gemeinsamer Fuss- und Radweg? Oder kommen keine Schilder bzw. Bodenmarkierungen? Die Pflasterung im Bereich der Kreuzung mit der Gartengasse ist leider nicht selbsterklärend.

    Vielen Dank für diesen Lückenschluss.

    Antworten
    1. Herbert Janschka Artikelautor

      Sie schreiben richtigerweise von einer Verbreiterung des Gehsteiges. Und genau das ist es. Es handelt sich um einen ausschließlichen Gehweg. Für einen gemeinsamen Fuß- und Radweg ist die Gesamtsituation leider zu schmal. Dafür hätten wir die Fahrbahn so verengen müssen, dass es für die Autofahrer unmöglich geworden wäre, dort gefahrlos zu fahren.

      Antworten
      1. Peter Stockhammer

        Vielen Dank für die Aufklärung, im Video der Gemeinderatssitzung kam es leider damals so heraus, als würde ein komplett durchgehender Fuss- und Radweg gebaut werden.

        Antworten

Kommentar verfassen