Ich schwör’s: Ich wurde noch nicht gegen das Corona-Virus geimpft!

Eine Handvoll Berufskollegen, verteilt auf das gesamte Bundesgebiet, hat sich also, entgegen dem Impfplan, vorzeitig gegen das Corona-Virus impfen lassen. So weit, so schlecht, so unverständlich, so verwerflich, so nachvollziehbar – ich maße mir da kein Urteil an! Aber aus der Handvoll Bürgermeister haben die Medien – und einige Bundespolitiker – gleich eine ganze Vordrängler-Berufsgruppe gemacht. Deshalb beeile ich mich zuzugeben: Nein, ich wurde wie der Großteil aller Bürgermeister noch nicht geimpft.

Ich werde mich wie der Großteil aller Bürgermeister dann impfen lassen, wenn ich aufgrund meines Geburtsjahres 1960 an die Reihe komme. Das ist natürlich zweischneidig. Denn es wird die einen geben, die sagen: Na eh klar – der Feigling wartet einmal ob, wie die Alten auf die Impfung reagieren! Würde ich zu den Vordränglern zählen, dann würde es die anderen geben, die sagen: Na eh klar – er kann es sich ja richten! Als Bürgermeister bist Du da sowieso in der Zwickmühle.

Was mir an den Diskussionen der Jetztzeit nicht sehr gefällt, sind die gefährlichen Verallgemeinerungen. Eine Handvoll Bürgermeister – und schon geraten alle unter Generalverdacht. Ist ein Bericht in einer Zeitung falsch oder ungenau, dann wird allgemein von der Lügenpresse gesprochen. Wenn jemand mit Migrationshintergrund etwas anstellt – na eh klar: Ausländer! Passieren pädophile Einzelfällen in der Kirche, die erst verspätet an die Öffentlichkeit gelangen: Na eh klar, die vertuschen seit Jahrhunderten sowieso alles! Es gäbe noch unzählige Beispiele.

Dass einige wenige Bürgermeister ihr Amt zum eigenen Vorteil ausnützen, ist natürlich absolut nicht in Ordnung. Genauso wenig wie es in Ordnung ist, dass sich Spitzenpolitiker vor Monaten reihenweise in Wiener Neudorf einfinden, um vor laufenden Kameras und ausgewählten Fotografen die endlich in Österreich angelaufene Maskenproduktion am Palmers-Gelände zu loben, Unterstützung zusichern – und dann Wochen später Millionen Masken in China kaufen lassen. (Oh, sorry – Themenverfehlung, aber der Zorn darüber musste irgendwann aus mir raus).

Aber zum Thema zurück. Ich werde nicht drängeln, aber drängen. Und zwar darauf, dass nicht verbrauchte Impfstoffe weggeworfen werden. Aus einem Impf-Fläschchen gehen bekanntlich zwischen 5 und 7 Impfungen heraus. Angebrochene Fläschchen müssen innerhalb kürzester Zeit verbraucht werden. Also wurden diese offenbar in einigen Gemeinden an Personen verabreicht, die zufällig anwesend oder schnell verfügbar sind – auch wenn sie noch nicht an der Reihe sind. In Wiener Neudorf ganz sicher nicht. Denn ich will niemand in den Gewissensdruck – oder in die Zeitungen – bringen, sich vielleicht vorgedrängt zu haben. Ich habe durch die Reaktionen der letzten Tage gelernt, dass es da offenbar besser und unverfänglicher ist, den so heißbegehrten Impfstoff wegzuwerfen. Dann fühlt sich zumindest keiner benachteiligt.

19 Gedanken zu „Ich schwör’s: Ich wurde noch nicht gegen das Corona-Virus geimpft!

  1. Gerald Neuwirth

    Impfstoff wegwerfen ist sicher die schlechteste Lösung. Sollte Impfstoff übrig bleiben bitte rasch verimpfen. Besser jüngere bzw. noch nicht vorgesehene Personen werden geimpft (und werden dann halt später nicht mehr geimpft) als es wird der Impfstoff entsorgt.
    Bitte an alle Verantwortliche: Hausverstand

    Herbert bitte weiter so. Danke

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    1. Herbert Janschka

      Ich stimme mit dir überein, aber die eigenartigen Reaktionen der letzten Tage müssen mich aufpassen lassen, dass ja niemand in ein schiefes Licht gerückt wird.

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      1. Stefan Kohoutek

        Lieber Herbert!

        Wir haben im Ort sicherlich eine Menge über 80-Jährige, die noch nicht geimpft worden sind! Da sollten jetzt Listen erstellt werden!
        Ich habe im Radio gehört, dass Impfstoffe, die übrig bleiben, innerhalb von zwei Stunden verimpft werden müssen. Theoretisch, vielleicht praktisch ist da noch Zeit genug, jemanden aus der Liste der 80-Jährigen zur Impfstelle zu bringen und ihn gegen Covid zu impfen!

        Das bedeutet zwar im Vorhinein einige Arbeit, aber dann bekommen wirklich Leute der relevanten Altersstufe die Impfung.

        Liebe Grüße
        Stefan Kohoutek

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    1. Herbert Janschka Artikelautor

      Liebe Bürgerin, Sie haben wohl recht – wir beide werden so ziemlich gleichzeitig zur Impfung gebeten werden. Bis dahin werden wohl die Bäume wieder ergrünt sein.

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  2. Birgit

    Hallo, man könnte auch Listen erstellen mit Leiten die noch nicht dran sind, aber Prio 2 haben und den Impfstoff an diese weiterreichen. LG Birgit Lang-Santer

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    1. Herbert Janschka Artikelautor

      Noch einmal: Die Gemeinde hat nicht die Organisation über – und einmal aufgemachte Impf-Fläschchen müssen innerhalb kürzester Zeit verbraucht werden. Dieser Impfstoff kann deshalb nur an Personen weitergegeben werden, die zufällig in der Nähe sind.

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  3. Marianne Utner

    jetzt werden sich vielmehr Menschen impfen lassen (Der Neid ist a Hund) Man soll immer die positiven Seiten sehen.
    Aber die Sache Palmers ärgert mich schon lange.

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  4. S. Mayr

    Sehr geehrter Herr Janschka,

    bitte, bitte, bitte niemals Impfstoff wegwerfen! Es gibt sooo viele Leute, die verzweifelt auf eine Impfung warten!
    Das kann doch nicht die Schlussfolgerung aus der Drängel-Debatte sein… Der Impfstoff ist ohnehin schon so knapp bzw. langsam verfügbar und jetzt gibt es auch noch Lieferengpässe…

    Jeder der geimpft ist, entlastet das Gesundheitssystem… Da ist sogar „vordrängen“ besser als wegschmeißen!

    Gibt es vielleicht die Möglichkeit, eine Backup-Liste zu erstellen? In Absprache mit dem Hausarzt z.B.

    Mit freundlichen Grüßen, S. Mayr

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    1. Herbert Janschka Artikelautor

      Dieselbe Antwort, die schon so oft (nicht nur von mir) gegeben wurde. Ein einmal geöffnetes Impf-Fläschchen muss rasch verbraucht werden. Deshalb wurden ja bisher auch nur Personen „zusätzlich“ geimpft, die zufällig (möglicherweise auch absichtlich) in der Nähe waren. Aber: Die Gemeinden machen nicht die Organisation der Impfung. Wir haben die Testungen organisiert. Für die Impfungen sind die Gemeinden nicht zuständig. Wir (einige Gemeinden – darunter Wiener Neudorf) stellen nur Räumlichkeiten für Impfstraßen zur Verfügung.

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  5. Oliver Woller

    Wer übernimmt die Kosten für Impfschäden? Ist das schon versicherungstechnisch abgesichert? Diesbezüglich hört man von der Regierung gar nichts. Wenn was schief geht; wer haftet?

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    1. Herbert Janschka Artikelautor

      Was soll schief gehen? Meinen Informationen nach wird nur in einschlägigen Internetforen über Impfschäden berichtet. Wie bei vielen Impfungen können bei einer sehr geringen Anzahl an Menschen Allergiereaktionen bestehen – und die kennt in der Regel der/die Hausarzt/Hausärztin. Dann wird diese Person sowieso nicht geimpft. Die bisher durchgeführten Impfungen – und die gehen mittlerweile in die Millionen weltweit – zeigen, dass der menschliche Körper die Impfungen gut verträgt.

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      1. Oliver Woller

        Also zu Impfschäden gibt es offizielle Statements. Bekannte Nebenwirkungen.
        Eine leichte Nebenwirkung ist zum Beispiel Fieber – Das bis zu 3 Wochen anhalten kann.
        Schwere Nebenwirkungen wie spastische Lähmungen gibt es auch.
        Laut Statistik treten Nebenwirkungen bei <3% der geimpften auf. Im Moment zählt man 2,2%.

        Über Langzeitfolgen ist nichts bekannt. Wer haftet für Schäden die in 1-2-3 Jahren auftreten können?
        Krankenkasse? Sozialstaat? Pharma-Industrie? Wer?

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        1. P. Huber

          Seit Jahrzehnten gehen sich die Menschen gegen Grippe impfen obwohl die Grippeimpfung über viele jahre gemessen eine durchschnittliche Trefferquote von ca. 50% hat, es auch bei der Grippeimpfung zu kurzfristigen Nebenwirkungen kommt und auch die Grippeimpfung jedes Jahr an neue Mutationen des Grippevirus angepasst werden muss.
          Was das Wort „Langzeitfolge“ bei einer Impfung soll, ist mir nach wie vor ein Rätsel und scheint ein unglückliches Missverständnis zu sein: „Langzeitfolgen“ spielen bei Medikamenten ein Rolle, die man über längere Zeit regelmäßig einnimmt. Eine Impfung ist ein einmaliges Ereignis und 99,5 % der möglichen Nebenwirkungen treten innerhalb von längstens 2 Monaten auf. Die restlichen 0,5% sind ein überschaubares Risiko, denn, wie ein befreundeter Arzt immer schon sagt: Jeder Spitalsaufenghalt ist per se ein Riskio und sollte man, wenn möglich, vermeiden.

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  6. H von hier

    Wegwerfen wäre die schlechteste aller Lösungen. Die zuständigen Stellen werden die An- bzw. Vormeldelisten haben und demzufolge nur noch einen um den anderen anrufen brauchen. Diejenige Person aus der vorgesehenen Risikogruppe, die zuerst abhebt und zum Impfstoff kommt, bekommt ihn eben.

    Zum Thema Impfschäden gibt es es auf https://www.sozialministerium.at/Corona-Schutzimpfung/Corona-Schutzimpfung—Haeufig-gestellte-Fragen.html gut verständliche Antworten. Dass man nicht „weiß“, was in 3 Jahren sein wird, bedarf wohl keiner Begründung. Dass jedoch sehr sicher abschätzbar ist, dass diesbezüglich nichts sein wird, ebensowenig. Allerdings frage ich mich gerade, wenn ich dann in statistisch etwa 35 Jahren abtreten werde, ob nicht doch die Impfung… 😀

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  7. Stefan Kohoutek

    Lieber Herbert!

    Ich möchte noch etwas anmerken: mir wird nicht ganz egal sein, mit welchem Impfstoff ich geimpft werde! Wenn es ein mRNA-Impfstoff von Biontech-Pfizer oder Moderna ist, so mache ich mir keine Sorgen. Laut den Meldungen in Presse und Radio kann man sich darauf verlassen, dass diese beiden Impfstoffe sehr guten Schutz bieten und auch gegen die Mutationen wirksam sein sollen.

    Leider sieht das beim AstraZeneca offenbar anders aus. Studien ergaben eine merklich geringere Wirksamkeit, nun wurde der Impfstoff für über 65-Jährige nicht zugelassen, weil er im Test bei dieser Altersgruppe nur um die zehn (!) Prozent Wirksamkeit gehabt haben soll. Die Regierung wird jetzt viel Erklärungsbedarf haben, denn es scheint so, als sei dieser Vektor-Impfstoff wirklich nur das wert, was er kostet (er ist in der Anschaffung viel billiger als die mRNA-Impfstoffe und kostet auch weniger als Sputnik-V).

    Vielleicht sollte die Bundesregierung das Zulassungsverfahren für Sputnik-V genau verfolgen und, wenn der russische Vektor-Impfstoff zufriedenstellend sein sollte, diesen als Ergänzung anschaffen anstelle des AstraZeneca, über dessen Wirksamkeit starke Zweifel gesät worden sind!

    Herzliche Grüße
    Stefan

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  8. H von hier

    Lieber Herr Kohoutek,

    Zitat aus orf.at:
    „Rund acht Prozent der Probanden der AstraZeneca-Wirksamkeitsstudie waren zwischen 56 und 69 Jahren, nur drei bis vier Prozent über 70 Jahre.“ Daraus lasse sich aber nicht eine Wirksamkeit von nur acht Prozent bei Älteren ableiten.

    Die Empfehlung der EMA wird für Freitag erwartet, dann wissen wir sicher genaueres.

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  9. Wiener Neudorfer

    Ohne weitere Worte zu verlieren.

    Beispiel 1
    https://www.yamedo.de/blog/who-aendert-pcr-testvorgaben/

    Beispiel 2
    „Initiative Österreich impft
    Sehr geehrte Frau Simon!
    nach Absprache mit der Medizinischen Universität Wien möchten wir Ihnen mitteilen, dass derzeit noch nicht bekannt ist, wie lange der Schutz nach diesen zwei Impfungen besteht und ob und wann Auffrischungsimpfungen notwendig sind. Da jedoch die StudienteilnehmerInnen der Zulassungsstudien weiter beobachtet werden, wird es bald Ergebnisse zur Schutzdauer geben. Gesichert ist bis jetzt, dass die Wirkung des Impfstoffs mindestens sechs bis acht Monate anhält, der bisher gemessene Antikörperabfall bei den Testpersonen lässt darauf schließen, dass die Wirkung noch länger anhält. Zur Ansteckung gibt es noch keine Studienergebnisse, Geimpfte haben jedenfalls eine geringere Virenlast, was das Ansteckungsrisiko verringern sollte.
    Liebe Grüße,
    Ihr Social-Media-Team der Initiative Österreich impft“

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    https://www.facebook.com/oeimpft/posts/112336620809347?comment_id=112640937445582&reply_comment_id=795387531057303&notif_id=1611388165647359&notif_t=feed_comment_reply&ref=notif

    Also, keiner hat von irgendetwas eine Ahnung……………….

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