Vor 39 Jahren

Interessiert das überhaupt wen? Meine Berater sagen, dass viele der Mensch hinter dem Bürgermeister-Amt interessiert und darum wäre es wichtig. Ist das so?

Vor 39 Jahren war der 17. April ebenfalls ein Samstag. Es war deutlich wärmer, aber auch regnerischer, als Gaby und ich uns das Ja-Wort gaben. In der Pfarre Herz-Jesu. 12 Jahre lang war ich nahezu täglich in der Pfarre St. Othmar in Mödling in etlichen Funktionen tätig. Aber als der „Fernsehpfarrer“ (wie wir Monsignore Müller nannten) erfuhr, dass Gaby schwanger ist, verweigerte er uns eine Brautmesse. So wichen wir in die Herz-Jesu-Kirche aus, Kaplan Wolfgang Schwarz nahmen wir mit. Noch heute gibt es neben der Liebe zu einem Menschen für mich keinen passenderen Grund zu heiraten, als wenn sich Nachwuchs einstellt. Aber mit dem Begriff der Sexualität hat die Kirche, vor allem die katholische, nach wie vor ihre Probleme. Vor der Hochzeit hatten wir verpflichtenden Eheunterricht. Ein etwas älteres Pärchen erklärte uns 5 Brautpaaren (darunter waren vier Bräute schwanger) wie das mit der Zeugung von Kindern theoretisch geht.

Zwei Töchter und zwei Enkeltöchter später, möchte ich behaupten, dass es ein erfülltes und aufregendes gemeinsames Leben war. Meine Frau dürfte es mit „anstregend“ umschreiben. Wir sind gemeinsam durch „dick und dünn“ gegangen, wobei ich nicht weiß, welcher Begriff von den beiden die guten Zeiten – und welcher die schlechten – bedeutet. Sagen wir besser: Wir haben viele Höhen, aber auch einige Tiefen überwunden. So wie alle Ehepaare. Ich habe die Zeit rundum als glücklich empfunden und Gaby gibt mir täglich das Gefühl, das auch zu tun.

Vor ein paar Jahren haben wir vereinbart, dass wir unsere Hochzeitstage immer irgendwo anders verbringen. Das Corona-Virus hat auch diesbezüglich in unser Leben eingegriffen. Also haben wir gestern beschlossen, an unserem 39. Hochzeitstag alles das zu machen, was wir immer schon gerne gemeinsam taten und tun. Wir brunchen gern. Also haben wir ausführlich gebruncht. Wir reden gern über interessante Artikeln im Standard, profil, der Zeit us.w. Also haben wir darüber gesprochen. Wir gehen gern wandern. Also sind wir die mittlerweile gewohnten 9 Kilometer über die Felder nach Biedermannsdorf und Vösendorf marschiert. Wir saunieren gern. Also haben wir in Anschluss daran ordentlich geschwitzt. Natürlichen machen wir auch DAS gern. Also haben wir auch DAS gemacht. Wir hören gern klassische Musik. Also haben wir uns den „Bolero“ aufgedreht. Gratis-Tagestip von mir: DAS und das Hören des „Bolero“ lässt sich wahnsinnig gut kombinieren, vor allem, wenn man etwas lauter aufdreht.

Wir schauen uns gern Dokumentationen an. Also haben wir uns gestern die „7 Rätsel der Menschheit“ gegeben. ZDFInfo – einer unserer Lieblingssender. Wir essen gern. Übrigens haben ich in der Corona-Zeit meine Liebe zum Kochen entdeckt. Also haben wir uns gemeinsam etwas Gutes gekocht und den Tisch festlich gedeckt. Beim Wein sind wir fremdgegangen. F.X. Pichler – Wachau. Nicht, dass ich damit sagen möchte, dass wir auch gerne Fremdgehen. Beim Wein ist das erlaubt.

Und dann wollten wir noch am Hochzeitstag in die Samstag-Vorabend-Messe. Die Messe müssen wir heute nachholen. Das haben wir gestern nicht geschafft. Als wir hätten aufbrechen müssen, haben wir plötzlich Maurice Ravel gehört. Bolero. Relativ laut.

18 Gedanken zu „Vor 39 Jahren

    1. Herbert Janschka Artikelautor

      Naja, Hermann. Wenn man alle Deine Ehejahre zusammenzählt, dann liegst Du nicht schlecht im Rennen.

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  1. Krammer Rudi

    Lieber Herbert,lieber Bürgermeister, als einer der schon über 60 Hztage zurückblickt. sage ich Dir, mit der Einstellung zur Liebe und Ehe schafft Ihr noch viele gemeinsame glückliche Jahre.Alles Gute dazu.
    Übrigens: Bei uns war es auch nicht nur Hochzeit,sondern Höchstezeit!!

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  2. Erika

    Ist es nicht schön wenn man zu dem Menschen steht,wenns Höchstezeit ist,wenn man die Liebe weiterlebt und einfach ja sagt? Es gibt so viele die dieses Glück nicht erleben und das ist schade.Auch wir leben diese Liebe schon 61 Jahre und wir wünschen Ihnen und Ihrer Gattin noch viele gesunde und gemeinsame Jahre – bleibt euch treu

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  3. Elisabeth Kaupil

    So genau muss ich über das Privatleben des Bürhermeisters nicht Bescheid wissen. Der Beitrag war unnötig.

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    1. Herbert Janschka Artikelautor

      Ich entschuldige mich bei Ihnen für meinen instinktlosen und völlig unnötigen Beitrag. Am besten ist, sie lesen ihn gar nicht.

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  4. Erika

    Seien wir doch froh das auch unser Bürgermeister – Mensch ist und wenn Ihnen Fr Kaupil, das Privatleben des Bürgermeisters nicht interessiert,lesen Sie es einfach nicht oder streichen Sie es aus Ihrem Gedächtnis

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    1. Brigitte Kerschhofer

      Herzlichen Glückwunsch und noch viele gemeinsame Jahre!

      Im Übrigen kann ich aus eigener Erfahrung sagen: ohne die Tiefen erlebt zu haben, könnten wir die Höhen nicht wirklich wert schätzen.
      Außerdem macht der „Mensch hinter dem Bürgermeisteramt“ das Bild erst vollständig!

      Und wer das nicht wissen will, braucht es doch gar nicht zu lesen!

      Herzlichst
      Brigitte Kerschhofer und Ronald Volf

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  5. Rose Schweighofer

    herzlichen Glückwunsch Euch beiden durchhalten ist das >Motto, nach 55 jahren kann ich das behaupten, weiter so

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  6. Hans Grath

    Herzliche Glückwunsch und weitere viele schöne Jahre. Sie vergehen so rasch. Wir haben heuer 51. Hochzeitstag

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  7. Renate&Franz Ott

    Alles Gute und noch viele Jahre wünschen Renate &Franz,

    wir haben schon unseren 62,Hochzeitstag gehabt.

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    1. Herbert Janschka Artikelautor

      Na, dann seid ihr uns diesbezüglich ein Vorbild. Noch 23 Jahre??? Könnte sich ausgehen.

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  8. Doris

    Herzlichen Glückwunsch! Ich wünsche euch Kraft für die Hochs und Tiefs. Genießt die gemeinsame Zeit, genießt das Zusammenleben, genießt eure Gemeinsamkeiten. So habt ihr noch viele schöne gemeinsame Jahre!

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