Aus IZ-Nord wird Öko-Park

So in etwa wird der Ökopark in den Jahren 2027/2028 vom Dach Reisenbauer-Ring 6 aussehen. Optisch dominieren wird der 2020 angelegte Wald mit 15.000 Bäumen nördlich der Tennisstraße und östlich der B17 (etwa Bildmitte).

Ich entschuldige mich vorerst, dass dies ein langer Artikel werden wird, um die Situation verständlich und das so komplexe Thema begreifbar zu machen.

Das Ortsentwicklungskonzept für die nächsten 20, 25 Jahre ist fertig und ich konnte es am letzten Montag im prall gefüllten Festsaal des Freizeitzentrum vorstellen. Am längsten und intensivsten waren die Gespräche mit den Eigentümern des Betriebsgebietes zwischen der SCS und der Tennisstraße.

Vor 32 Jahren hat der Gemeinderat die Grundstücke zu Bauland für die Nutzung „Betriebsgebiet“ erklärt. Spätestens seit 1987 haben damit die Eigentümer ein Recht auf Verbauung durch Betriebe. Mir ist es bereits während meiner ersten Amtszeit im Jahre 2004 gelungen, darauf eine Bausperre zu verhängen mit dem Ziel, diese Bebauung nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen genehmigen zu dürfen, vor allem hinsichtlich der bestehenden überbordenden Verkehrssituation im Ort. Dem hat die Oberbehörde, das Land NÖ, zugestimmt und die Gemeinde beauftragt ein Generalverkehrskonzept zu erstellen.

Wir erinnern uns: Ex-Bgm. Wöhrleitner hat versucht, gemeinsam mit den Eigentümern eine Verbauung zu ermöglichen, in dem er erklärt hat, die Zufahrt würde über den Freizeitpark Reisenbauer-Ring erfolgen und damit wären die Verkehrsprobleme gelöst, die Bausperre nicht mehr nötig und einer Verbauung stünde nichts mehr im Wege. Das Konzept konnte bekanntlich in letzter Minute verhindert werden.

Nunmehr wurde mit den Grundeigentümer in den letzten beiden Jahren ein Gesamtkonzept erarbeitet, das zwar die Bebauung weiter einschränkt, aber letztlich verkehrsverträglich und machbar ist. Damit wird das neue Betriebsgebiet nicht nur den Namen „Öko-Park“ tragen (denn Namen sind wie wir seit Goethe wissen nur Schall und Rauch), sondern es wird ein wirklicher Öko-Park werden.

  • An der Süd- und Westseite des Gebietes wird ein Wald als Schutzzone zum Wohngebiet angelegt. Die Rede ist von 15.000 Bäumen.
  • Es muss gewährleistet sein, dass die Zu- und Abfahrten in und aus dem Gebiet über den Norden des Gemeindegebietes – und nicht über Wohngebiete – erfolgen müssen. Obwohl es anfänglich geheißen hat, dass das technisch nicht möglich ist, wurde nun doch eine Lösung gefunden.
  • Es werden „grüne“ Parkplätze im Betriebsgebiet vorgeschrieben, pro 3 Parkplätze ein Baum. Das ist für das Mikroklima notwendig.
  • Es wird eine Fuß- und Radwegverbindung vom Ort entlang bzw. durch das Gebiet in die SCS geben.
  • Wo möglich werden Grünfassaden und Gründächer vorgeschrieben.
  • Die Gesamthöhe der Gebäude wird 8 Meter betragen, weiter weg (Richtung SCS und Autobahn) bis zu 12 Meter.
  • Es werden bestimmte, verkehrsträchtige Betriebe ausgeschlossen (z.B. reine Logistikbetriebe, Fachmärkte, Einkaufszentren, Diskotheken etc.)
  • Es werden weiters lärm- oder schadstoffemittierende Betriebe ausgeschlossen.
  • Es sollen Betriebe mit hochwärtigen Arbeitsplätzen, vorwiegend aus dem Ökologie- und Gesundheitssektor, geeignet für gut ausgebildete Arbeitnehmer aus der Region.
  • Das Betriebsgebiet kann nicht wahllos besiedelt werden, sondern dies wird rund um die Badner-Bahn-Station Maria Enzersdorf-Südstadt (die auf Wiener Neudorfer Ortsgebiet liegt) in Richtung „Palmers-Hochhaus“ erfolgen, um diese öffentliche Verkehrseinrichtung für die zukünftigen Arbeitnehmer zu forcieren.
  • Für das Gesamtgebiet wird ein Mobilitätskonzept erstellt, das gewährleistet, dass nur eine bestimmte Anzahl von Autos (max. ca. 5.000 pro Tag) ein-, aus- und durchfährt.
  • Vor der ersten Baueinreichung muss der Wald und die Infrastruktur (Straßen, Geh- und Radwege) hergestellt sein. Die diesbezüglichen Errichtungskosten tragen nahezu ausschließlich die Grundeigentümer. Im Anschluss sollen Wald und Infrastruktur an die Gemeinde kostenlos übertragen werden.

Aus meiner jetzigen Sicht hoffe ich, dass der SCS-Radweg noch heuer errichtet wird, der Wald im kommenden Jahr und die Infrastruktur in den kommenden beiden Jahren. Damit könnten 2022 die ersten Baueinreichungen erfolgen.

Warum haben wir letztlich nicht ein ewiges Bauverbot bzw. eine Umwidmung auf Grünland angedacht? Weil es Bauland ist und es unter gewissen Voraussetzungen ein Recht auf Verbauung gibt. Weil unter den oben angeführten Bedingungen eine Verbauung sowohl aus verkehrstechnischen als auch aus Umweltgründen nunmehr möglich ist. Weil es uns gemeinsam nunmehr gelungen aus dem ursprünglichen IZ-Nord nun wirklich einen Öko-Park zu machen. Weil die Gesamtliegenschaft einen geschätzten Wert von etwa 120 bis 150 Millionen Euros hat und die Gemeinde mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nach einem langwierigen unvermeidbaren Prozess schadenersatzpflichtig geworden wäre. Weil das eine finanzielle Größenordnung gewesen wäre, die die Gemeinde nicht verkraftet hätte, außer wir hätten sämtliche Gebühren auf Jahre hinaus mindestens vervierfacht – und alle anderen Zukunftsprojekte (B17-Tunnel, Volksschulausbau, Straßenneubauten, und und und …) verworfen.

4 Gedanken zu „Aus IZ-Nord wird Öko-Park

  1. christine Brunner

    Unsere Tochter, welche in Brunn/Geb. wohnt hat einen Artikel über unseren ÖKO-Park und die 15000 Bäume gelesen und gemeint, sie hätte auch gerne so einen Bürgermeister, welcher nicht alles zubetoniert. Sie sehen, die Zustimmung reicht über unsere Gemeinde hinaus.

    Antworten
  2. Siggi

    Einen Wald neu pflanzen, ist ja einer der genialsten Ideen !!!!!!!!!!! Gratulation, dass find ich mal eine tolle Initiative für unsere Nachkommen.

    Antworten

Kommentar verfassen