Das ist halt der Unterschied

Beim Lesen mancher Zeitungen und beim Zuschauen mancher Nachrichtensendungen kommen einem wie mir gewisse Gedanken:

Bei uns macht man sich Sorgen über steigende Spritpreise. Anderswo steigen die Kriegsopferzahlen. Bei uns kommen manche ein paar Tage später vom Urlaub zurück, weil sie auf irgendeinem Flughafen festgehalten sind. Anderswo würden die Menschen gerne auf einem Flughafen auf die Ausreise warten, egal wie lange. Bei uns steigt die Inflationsrate um 0,2 %. Anderswo fliegen Wohnhäuser in die Luft. Bei uns macht man sich Sorgen, wie die Kinder eine 3-wöchige Handypause verkraften werden. Anderswo kommen Schüler/-innen wegen eines Bombenabwurfes überhaupt nicht mehr nach Hause. Aufgrund des Krieges wird es bei uns zu einem Engpass bei Pistazien kommen. Anderswo gibt es einen Engpass bei Freiheit, Demokratie und Überleben.

Ich wundere mich über manche Unzufriedenheit, die bei uns herrscht und über die größten Sorgen, die uns angeblich plagen. Eigentlich sollten wir dankbar sein, dass wir bei uns leben dürfen – und nicht anderswo. Wahrscheinlich hätten über 90 % der Menschen, die anderswo leben, gerne unsere Sorgen. Aber wahrscheinlich müssten wir anderswo leben, um zu begreifen, welches Glück wir haben, bei uns leben zu dürfen.

2 Gedanken zu „Das ist halt der Unterschied

  1. Gerald Neuwirth

    Das hast du, lieber Herbert, gut auf den Punkt gebracht.
    Im Vergleich zu anderen Ländern sind unsere „Sorgen“ wirklich gering.

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