
Der Vizepräsident des Naturschutzbundes Österreich, Prof. Univ.-Doz. Dr. Johannes Gepp hat diesen Begriff geprägt: Mut zur Wildnis.
Schon klar, dass es gerade im städtischen Bereich in Parkanlagen schöne grüne Flächen geben muss. Auch in vielen Gärten wird permanent gemäht, um ja kein „Unkraut“ wachsen zu lassen. Mähroboter erleben einen wahren Boom, sind aber für Flora und Fauna nicht gerade die allerbeste Idee. Klein(st)tiere werden „geschreddert“ oder häufig verletzt (vor allem Igel). Aber für das ästhetische Empfinden des Menschen ist eine glattgemähte Wiese ein gewisser Augenschmaus.

Aber gerade für Insekten – und nicht nur Bienen – sind Blumenwiesen, Fettwiesen, Trockenrasen oder Feuchtwiesen lebensnotwendig. Wir haben in Wiener Neudorf deshalb – neben den Parkanlagen – auch Flächen, auf denen solche Wiesen entstehen dürfen und die nach einem Pflegekonzept auch nur wenige Male pro Jahr gemäht werden. Und derartige Flächen werden wir in den nächsten Jahren sukzessive vermehren.
Die bunte Vielfalt der Blumenwelt ist auch, aber nicht in erster Linie dafür da, um dem menschlichen Auge eine Freude zu machen oder um Blumenvasen zu füllen, sondern, damit Insekten sie besser finden und bestäuben können. Der bei uns zwar nahezu ständig wehende Wind kann diese Tätigkeit nur eingeschränkt übernehmen.
Ich schreibe diesen Blogeintrag deshalb, weil ich immer wieder Hinweise oder Beschwerden erhalte, dass diese oder jene Wiese offenbar vergessen wurde, zu mähen. Nein, es wurde nicht vergessen. Es ist Absicht.







