Noch einmal: Thema Spielplatz – dieses Mal in eigener Sache!

Die kontroverse Diskussion des heutigen Nachmittag zeigt mir, dass es einen enormen Unterschied zwischen der digitalen Welt und der Realität gibt. Ja, ich war überrascht und verwirrt, als der Herr Gesundheitsminister heute mittag bei der Pressekonferenz gesagt hat, dass die Spielplätze offen bleiben.

Dass das Gesundheitsministerium im Stundenrhythmus jetzt diese Darstellung umdeutet und meint, die Bürgermeister könnten ja selbst entscheiden und wenn Spielplätze nun einmal geschlossen seien, dann können sie halt auch geschlossen bleiben – verwirrt und überrascht weiter.

Ja, vielleicht habe ich dann auch zu schnell gehandelt und die vor Tagen gesperrten Spielplätze wieder geöffnet. Durch die digitale Diskussion im Facebook und weiteren Foren war ich dann verunsichert und habe mich in die reale Welt begeben. Dort fühle ich mich auch – zugegeben – sicherer und wohler als in der digitalen Welt. Dort kenne ich mich besser aus und dort bin ich seit über 59 Jahren zu hause. Da habe ich Erfahrung. Und diese Welt ist mir auch lieber. Und so bin ich heute Nachmittag – bis auf einen – alle Spielplätze abgegangen. Wiener Neudorf ist eher klein, da ist das in weniger als 2 Stunden möglich.

Die meisten Menschen, die ich angetroffen habe, waren auf der Straße unterwegs. Mit vielen habe ich – mit großem Abstand – gesprochen. De facto haben alle die Pressekonferenz mitbekommen. Viele sind offenbar zu hause und warten auf Neuigkeiten und schauen sich deshalb die Pressekonferenzen an. Ich bin keinen Gruppen begegnet, alle waren im Familienverband oder alleine unterwegs. So wie es sein soll.

Auf den Spielplätzen herrschte hohe Disziplin. Ich weiß, dass das viele nicht glauben werden und glauben können – Kinder können auch am Spielplatz Abstand halten. Das habe ich heute mit eigenen Augen gesehen. Möglich, dass es ihnen die Eltern eingebläut haben. Ich weiß es nicht. Alle waren dankbar, weil das tagelange Verweilen in der Wohnung schon auf das Gemüt der Kinder geschlagen hat. Das Öffnen der Spielplätze, das haben mir die von mir besuchten Spielplätze bewiesen, war für den heutigen Tag die richtige Entscheidung – auch wenn sie überraschend und verwirrend gekommen ist. Ob es morgen auch noch die richtige Entscheidung ist, weiß ich jetzt noch nicht. Das lasse ich auf mich zukommen. Derzeit ändern sich Situationen sowieso täglich. Warum nicht auch diese.

Wir stehen ganz am Anfang eines langen Weges. Die Corona-Situation wird uns noch einige Monate begleiten. Es wird steinig. Es wird hart. Es wird unangenehm werden. Unangenehmer als wir derzeit wahrscheinlich annehmen. Es ist eine Situation, die wir nicht kennen. Das macht Angst. Das macht unsicher. Das vermitteln mir auch die Kommentare, die vor den Bildschirmen entstehen. Da glauben viele alles zu wissen, alles vorhersehen, alles abschätzen zu können – alles kommentieren zu können.

Nein, wir werden uns jetzt nicht wochen- und monatelang einsperren und wegsperren können. Nein, wir werden uns nicht wochenlang isolieren und absondern können. Das kann auch ein normaler Mensch nicht. Was wir jetzt brauchen ist ein hohes Maß an gegenseitigem Vertrauen, dass jede/r von uns das richtige macht. Dass er/sie sich schützt und damit die anderen – und damit uns. Dass er/sie sich richtig verhält. Zu hause, auf der Straße, am Arbeitsplatz, im Supermarkt, am Spielplatz.

Das richtige Verhalten ist vielleicht wichtiger als das gehorsame Warten auf Verbote, Gebote oder Erlaubnisse. Natürlich ist auch das wichtig und in der jetzigen Situation unumgänglich.

Ich habe in den letzten fast drei Wochen ständig Entscheidungen wegen dieses verdammten Virus treffen müssen und werde es in den nächsten Wochen wieder und wieder. Ich habe damit kein Problem. Entscheidungen zu treffen habe ich jahrelang in der Privatwirtschaft lernen dürfen. Auch für mich ist diese Situation aber Neuland. Am Ende dieser Krise werde ich viele richtige und viele falsche Entscheidungen getroffen haben. Heute weiß ich es nicht. Würde ich es wissen, dann würde ich nur richtige Entscheidungen treffen.

Aber auch wenn ich für Wiener Neudorf viele Entscheidungen treffen muss, es gibt auch eine Selbstverantwortung und eine Selbstbestimmung. Immerhin sind wir alle selbstbewusste Menschen. Wenn ein Supermarkt geöffnet hat, dann muss man dort nicht unbedingt etwas kaufen. Wenn ein Park geöffnet hat, dann muss man dort nicht spazieren gehen. Wenn ein Spielplatz geöffnet hat, dann muss man dort nicht hineingehen.

Ich weiß nicht, ob Sie wissen, was ich damit sagen will. Es war mir nur irgendwie wichtig.

12 Gedanken zu „Noch einmal: Thema Spielplatz – dieses Mal in eigener Sache!

  1. Ein_Moedlinger

    Eventuell für die eine oder andere Familie mit Kindern hilfreich – auch im Sinne der “Spielplatz-Disziplin”:

    Das Coronavirus Kindern einfach erklärt (youtube)

    Ob Wiener Neudorf über entsprechende Ausstattung verfügt, entzieht sich meiner Kenntnis – sollten die Spielplätze jedoch geöffnet bleiben, so sollte über eine zumindest ein- bis zweimal tägliche SPIELGERÄTE-DESINFEKTION nachgedacht werden … insbesondere Griffflächen etc.
    Natürlich nur mit Mitteln, die nicht alles Leben killt … ob es Gründe gibt, die dagegen sprechen, kann ich nicht beurteilen … dafür finden sich sicherlich Expertenmeinungen.

    btw – was macht eigentlich Hans Stefan Hintner oder “die Mödling Partei”? Alleine diese Namensgebung ist eine ungeheure Anmaßung … jedenfalls auf der Gemeinde-Website findet sich keinerlei Information dazu, auf deren Facebook-Channel feiern sich die üblichen Verdächtigen ab … Information null. Aber leider immer noch Bürgermeister … diesmal halt in der Koaition des “Schwachen mit noch Schwächeren”.

    Herr Janschka – Thumbs up … auch wenn zB in Wien die Spielplätze unisono geschlossen bleiben …

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    1. Roland Schuster

      Mödlinger, bleiben Sie in Mödling bitte. Solche idiots like you (um bei Ihren englischen Akronymen zu bleiben) brauchen wir in Wr. Neudorf nicht. Jemanden, der allen Ernstes anregt, die Geräte in den Kinderspielplätzen 1-2x pro Tag zu desinfizieren und damit ist alles gut, kann nicht ganz dicht sein. Dazwischen können sich Hundetete infizieren. Aber auch Ihre sonstige Besserwisserei ist ja unschlagbar. Ich sag Ihnen was : Selbstverantwortung JA, aber für Menschen wie Sie helfen ob Ihrer Intelligenz nur strikte Vorschriften.
      Ein Neudorfer.

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      1. Ein_Moedlinger

        Sie sind ja ganz schön emotional, Herr Schuster, anyway … Sie werden die Ursachen dafür kennen, lassen wir das also.

        … mit Sicherheit wäre eine Öffnung mit Desinfektionsmaßnahmen sinnvoller als eine Nutzung/Öffnung ohne solche – aber mit Sicherheit keine vollständige Prävention, das wäre wohl einzig eine Totalsperre bzw. Nichtverwendung, ganz klar … hat auch niemand Gegenteiliges behauptet, keine Ahnung wo Sie das von mir gelesen haben wollen.

        Und was haben Sie gegen Desinfektionsmaßnahmen wie sie auch zb in öffentlichen Verkehrsmitteln, Krankenhäusern etc. etc. vorgenommen werden? Ihrer Meinung nach also alles völlig sinnlos? Dann kann man damit ja aufhören, die Unternehmen werden sich freuen …

        Überall und für jeden gilt Eigenprävention, das schließt jedoch zusätzliche Begleitmaßnahmen nicht aus – schlussendlich müssen die verantwortungsbewussten Bürger auch für jene paar Prozent „mitschaffen“, die leichtfertige Handlungsweisen zeigen.

        Allerdings bin ich auch der Meinung, dass sich zumeist bessere Alternativen finden lassen, als aktuell Kinderspielplätze zu frequentieren, es mag jedoch bei Mangel von Alternativen begründete Besuche geben … nicht immer ist das Motiv reine Bequemlichkeit.

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        1. Roland Schuster

          Haben Sie die Empfehlungen von Virologen nicht gehört?
          1) Abstand halten.
          2) Nach Aufenthalt ausser Haus hat der erste Weg zu Hause ins Badezimmer zu führen, um sich gründlich mit Seife die Hände zu waschen. Ausser Haus nicht mit den Händen ins Gesicht fassen.
          Und das wär’s dann auch schon
          Vergessen Sie den ganzen Schwachsinn mit Desinfektionsmittel und Gesichtsmasken.
          LG Roland Schuster

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          1. Inge

            Ich stimme zu 😉 Wie oft greift man sich selbst unbewusst ins Gesicht? Tja und die Kids am Spielplatz am laufenden Band, schon mal beobachtet Mödlinger?

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          2. Wiener Neudorfer

            Lieber Herr Schuster!

            Sie wissen schon, was eine Tröpcheninfektion und eine Schmierinfektion sind?
            Und sie können hoffentlich zwischen den beiden unterscheiden!

            Aber ihre obigen Aussagen beweisen leider das Gegenteil!!!

            Bleiben Sie gesund!

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  2. Inge Barria

    HEFTIGES THEMA! Klar “sollte” man es von 2 Seiten betrachten. Familien mit einem oder mehreren Kindern haben es sicher nicht einfach..gerade jetzt wo es so toll frühlingshaft ist und nicht nur Kinder einfach raus wollen und sich austoben, weil ihnen die Decke am Kopf fällt. Ich verstehe das!!!! Meine Gedanken dazu: Das kann man aber auch in Form von Radtouren, Spaziergängen im Grünen oder im Wald machen, wo man besser darauf achte kann, Abstand zu halten. Auf einem Spielplatz geht das so gut wie gar nicht! ICH bin davon nicht betroffen, da ich keine kleinen Kinder habe und auch somit keinen Grund zu diesen Spielplätzen zu gehen, ABER (!!!) betroffen bin ICH und WIR ALLE wenn diese Kinder und deren Eltern vielleicht nicht 100% die danach notwendigen Hygienemaßnahmen befolgen und am Weg nach Hause oder im Treppenhaus alles berühren oder auch husten und niesen, da viele zur Zeit immer noch leichte Erkältungen haben….oder weils grad so ein schöner sonniger Tag ist und man gelöst im Freien die Kinder spielen lässt und Glückshormone sich einstellen, geht man danach vielleicht auch noch zum Billa, Penny oder wohin auch immer und die Kids bekommen ein Eis oder whatever…..oder man verbindet diesen kleinen Ausflug auch gleich mit direkt danach ein paar Lebensmittel zu kaufen! TADAAAAA und genau dort sind dann wir auch, egal ob zur selben Zeit oder danach (es ist noch immer unklar wie lange sich die Viren auf den verschiedenen Oberflächen halten und aktiv bleiben! Die Vermutungen sind zwischen 1 Stunde bis 9 Tage) Ja Eigenverantwortung..logo….aber diejenigen die diese Eigenverantwortung nicht haben, haben vielleicht auch nicht die Eigenverantwortung die Hygienemaßnahmen einzuhalten! Werden die Wasser und Seife mitnehmen oder Desinfektionsmittel um die Kinder und sich selbst gleich nach dem Verlassen des Spielplatzes bestmöglich zu “entviren”??? EINDÄMMUNG? Lt. Pilz gibt es nur 3 Gründe um die Wohnung zu verlassen? OOOOOPS jetzt gibt es 4 ….morgen vielleicht 5 usw……! Ich bin auch Mutter und meine Tochter war mal ein Kleinkind/Kind und ich WEISS dass es jetzt extrem schwer ist und versuche wirklich Verständnis aufzubringen für ALLE
    Eltern…..”doch” jetzt gerade bin ich ehrlich gesagt “pissed off” (sorry) weil die Strategie der Eindämmung damit wieder gestört wird und kontraproduktiv ist! Trotzdem DANKE für ihren unermüdlichen Einsatz! Die Entscheidung liegt bei ihnen und sie haben das Recht für ihre Mitbürger regional zu entscheiden, egal was das Gesundheitsministerium propagiert oder ob sie sich unter Druck fühlen, weils andere Regionen machen. Ich persönlich bin dagegen und dazu stehe ich genau so, wie sie zu ihrer aktuellen Entscheidung, die sie ja jederzeit rückgängig machen können! Viel Gesundheit für sie UND ihre Bürger! Herzlichst Inge

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  3. Gerald Neuwirth

    Ja + es ist schwer bei diesem Wetter drinnen zu bleiben aber wir sind noch in der akuten Phase. Wenn das Virus beherrscht wird dann könnten die Spielplätze geöffnet werden. Ich denke jetzt ist es noch zu früh.
    Alles Gute

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  4. Oliver Woller

    Die Menschen sollte sich mal lieber informieren und keine Headlines lesen.
    Ist in Österreich schwer, aber es gibt gute Reportagen und Dokumentationen aus den USA und Frankreich. Einiges davon ist auch auf Deutsch verfügbar.

    Ziel ist es die zeitgleiche Infektionskurve so flach wie möglich zu halten, damit die Ressourcen für eine Behandlung noch verfügbar sind bzw. die Behandlung überhaupt gewährleistet werden kann.
    Es macht einen Unterschied ob ein Krankenhaus 1000 Patienten pro Woche hat, oder 1000 pro Stunde.

    Ergo sind die Maßnahmen seitens der Regierung bezüglich der Verbreitung definitiv RICHTIG.
    Die Regierung zögert die Verbreitung hinaus. Das sollte auch im Sinne der Bevölkerung sein.
    Nur ist es nicht so, das dies auch umsetzbar ist. Viren sind nun mal nicht “deppert” 🙂
    Schlussendlich kann nur jeder so vorsichtig wie möglich agieren, damit sich nicht zu viele auf einmal anstecken.
    Das in einem Monat alles wieder gut ist, ist ein absoluter Schwachsinn. Das wird noch mindestens ein Jahr so weitergehen. Die Regierung wird in so Situationen niemals die Wahrheit aussprechen um das Volk nicht zu beunruhigen. Ein Arzt sagt einem auch vor der Operation das alles bestens verlaufen wird und das man keine Schmerzen hat und danach auch bald wieder Gesund wird.
    De Facto stimmt das nicht, aber der Mensch lässt sich durch diesen psychologischen Trick auf eine Operation ein, die ihm langfristig mit einer hohen Wahrscheinlichkeit ein besseres Leben beschert.

    Die Zahlen bzw. die Statistik zum Thema Corona hat viele Unbekannte. Die Tests dauern zu lange und man müsste alle testen und dies regelmäßig.
    Schätzungen der Virologen liegen um den Faktor 3 höher.
    Also aktuell weltweit etwa 600.000 Infizierte.

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  5. Viktoria Lintner

    Für uns alle ( ohne Ausnahme) ist es eine herausfordernde Zeit , weil wir damit noch nie konfrontiert waren.
    Ich bin überzeugt, dass alle Entscheidungsträger versuchen, das Richtige zu tun.
    In solch einer Zeit sollten wir unsere Worte mit Bedacht wählen und unser Tun immer wieder kritisch hinterfragen.
    Alles zu kommentieren und dabei noch
    in solch verachtender Weise , wie es leider auch auf diesem Blog zu lesen ist, halte ich für entbehrlich.
    Gute Ideen, aufmunternde Gedanken, Hilfsangebote, das sollten wir teilen.
    Ich danke von Herzen allen Menschen, die , wo auch immer und wie auch immer, hren Beitrag leisten, dass unser System funktioniert.
    DANKE
    Mit den besten Wünschen und herzlichen Grüßen,

    Viktoria Lintner

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