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Ein Tag im Leben eines Bürgermeisters

Der 14:00 Uhr Termin mit Landeshauptfrau Mag. Johanna Mikl-Leitner (Eröffnung City-Wave Wiener Neudorf) war eine willkommene Abwechslung und sicherlich der gesellschaftliche Höhepunkt des Tages. (Fotos: Christoph Dworak)

 

Wie kann man sich eigentlich einen „normalen“ Tag eines Bürgermeisters vorstellen?

An sich ist jeder Tag durchgeregelt und bestimmt von einer Vielzahl direkt aufeinander folgender Termine. Manchmal ist es für mein Sekretariat eine wahre Herausforderung, die Vielzahl an Terminanfragen zu bewältigen.

13, 14-Stundentage sind keine Seltenheit, Termine an den Wochenenden eigentlich die Regel.

Das Bürgermeisteramt ist geprägt von Vielfalt, einer Fülle an Verantwortung und Zuständigkeiten. Es ist immens herausfordernd, umfangreich aber auch enorm interessant. Tage mir Leerläufen gibt es de facto nie.

 

Nehmen wir beispielsweise den vergangenen Donnerstag:

5:30 Uhr –

Das ist meine Normalzeit des Aufstehens. Es folgt das Lesen der Tageszeitung und  die Kontrolle der neuesten Nachrichten im Internet, gefolgt von Mailbeantwortungen, das Schreiben meines Blogs und Vorbereitungen auf die Tagestermine

7:30 Uhr – Bürgermeisterbüro

Besprechung mit den vier Klubsprechern (Gredler/ÖVP, Dr. Kleissner/UFO, Stania/FPÖ und Dr. Messogitis/SPÖ) betreffend die Neuaufteilung der Wahlsprengeln für die kommenden Wahlen.

8:30 Uhr – Bürgermeisterbüro

Besprechung mit Amtsleitung, Kindergartenpädagoginnen und der Kindergarteninspektorin wegen eines Vorfälle in einem Kindergarten.

9.30 Uhr – Bürgermeisterbüro

Kurzbesprechungen mit Abteilungsleitern, Unterfertigen von Schriftlichkeiten

10:00 Uhr – Bürgermeisterbüro

Besprechung mit der Abteilung „Öffentlichkeit“ und Vize-Bgmin. Dr. Kleissner betreffend der Presseaussendungen der Woche und der nächsten Zeit.

10:45 Uhr – Friedhof Mödling

Begräbnis einer verstorbenen Wiener Neudorferin

11:45 Uhr – Anningerpark

Pressetermin mit N1-TV bezüglich der Fertigstellung der Grünanlage „Anningerpark“

12:30 Uhr – Bürgermeisterbüro

Kurzbesprechungen mit Abteilungsleiter, Aktenstudium, Mailbeantwortungen, Unterschriften

13:30 Uhr – Arzttermin

14:00 Uhr – Multiplex/SCS

Eröffnung der City-Wave gemeinsam mit Landeshauptfrau Mag. Johanna Mikl-Leitner

15:30 Uhr – Bürgermeisterbüro

Unterfertigen von wichtigen Schreiben, die zur Post müssen

16:00 Uhr – Feuerwehr

Sicherheitsgipfel: Besprechung mit den Sicherheitsgemeinderäten GfGR Heindl und GR Bechtold, sowie GfGR Stania, Feuerwehrkommandant Wistermayer und jenem Fachmann, der das Sicherheitskonzept der Gemeinde auf neue Füße stellen soll.

19:00 Uhr – Bürgermeisterbüro

Beantworten von E-Mails, Rückruf von Telefonanfragen des Tages, Unterfertigen von Unterlagen und Freigabe von Rechnungen, gefolgt von ersten Arbeiten am Budget 2018

21:30 Uhr – zu Hause

Bügeln (das beruhigt und entstresst mich ungeheuer), Fernsehen (abwechselnd Altach-Match/Europa League Qualifikation und ZIB2).

Alles okay! Es geht mir wieder gut!

 

Eigentlich wollte ich die Geschichte tief halten und eigentlich möchte ich auch kein übertriebenes privates Interesse an meiner Person schüren. Aber in den letzten Tagen werden die diesbezüglichen Nachfragen per Telefon und E-Mail doch so umfassend, dass ich mich nach langer Überlegung doch entschlossen habe, öffentlich dazu Stellung zu nehmen.

Ich habe natürlich befürchtet, dass das nicht unbemerkt bleiben wird, wenn der Notarztwagen und zwei weitere Rotes-Kreuz-Wägen zu meinem Haus rasen.

Alles geschah wie im Trance. Als ich Freitag früh, ungewöhnlich spät aufgewacht bin, war meine Frau bereits in der Arbeit. Ich konnte mich nicht bewegen, der gesamte Körper war schwer, alles drehte sich inner- und außerhalb von mir. Meine Herzfrequenz, das erfuhr ich erst später, war während der Nacht auf unter 30 Pulsschläge gefallen. Dass die Hilferufe nichts halfen, war mir bald klar. Also versuchte ich einige Male ergebnislos aufzustehen. Irgendwann ist es mir gelungen. Dann kann ich mich noch vage daran erinnern, dass der Schwindel vollends die Kontrolle über mich gewann und ich einige Male gegen Mauern und Türen geworfen wurde und auf den Boden stürzte, mich aufrappelte und wieder stürzte. Irgendwann kam ich wieder zu mir und es gelang mir irgendwie mein Handy zu finden. Da ich  nur verschwommen sah, habe ich blindlings auf dem Handy – wahrscheinlich in einer gewissen Panik – herumgedrückt und glücklicherweise ist es mir gelungen, eine am Vortag gewählte Nummer zu aktivieren – es war die Telefonnummer meines Schwiegersohnes, der den Ernst der Lage sofort begriff.

Dann kann ich mich noch irgendwie entfernt an viele Personen (lt. Informationen mehr als 10) in roten Uniformen in meinem Wohnzimmer erinnern, die an mir herumworkten und dann wieder an Personen in weißen Kitteln, darunter ein mir bekanntes Gesicht, das des Oberarztes Dr. Andreas Dalos – und da wurde mir bewusst, dass ich im Mödlinger Krankenhaus gelandet war.

Die genaue Ursache, was meine normale Herzfrequenz von ca. 50 bis 55 Pulsschlägen unvermutet halbiert hat, konnte nicht restlos geklärt werden.

Ich bedanke mich auf diesem Weg beim Team des Roten Kreuzes Mödling sowie beim Ärzte- und Schwesternteam des Mödlinger Krankenhauses. Dass ich nach relativ kurzer Zeit wieder zu hause und ab Dienstag wieder wie gewohnt in der Arbeit sein konnte, verdanke ich der schnellen Reaktion meines Schwiegersohnes und meiner Tochter, der großartigen Organisation unseres funktionierenden Gesundheitssystems, dem Engagement der Mitarbeiter/-innen des Mödlinger Roten Kreuzes und der Erfahrung und der Kompetenz der Ärzte und Krankenschwestern des Mödlinger Krankenhauses.

Wie eingangs erwähnt, halte ich mein Privatleben für nicht besonders wichtig und interessant, aber weil derzeit manch Falsches und maßlos Übertriebenes im Umlauf ist, möchte ich doch klarstellen: Nein, ich hatte weder einen Herzinfarkt noch einen Schlaganfall. Nein, ich fühle mich in keinster Weise überarbeitet oder sonstwie überlastet.  Mein Körper hatte aus einem unerfindlichen Grund einen Aussetzer – das kann nach 56 Lebensjahren schon einmal passieren denke ich – und innerhalb kürzester Zeit war wieder alles in Ordnung.

Ich bedanke mich für die Fürsorge, die vielen Genesungswünsche und das gefühlte wirkliche Interesse an meiner Gesundheit. Die vielen Nachrichten haben mich sehr tief bewegt.

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Vielen Dank für die vielen Glückwünsche

Vielen Dank für die Hunderten Glückwünsche, die mich in den letzten Tagen persönlich, elektronisch und telefonisch erreicht haben. Zeit zum Feiern hatten Gaby (die bekanntlich am selben Tag im selben Jahr einige Stunden nach mir geboren wurde) und ich noch nicht – aber wir werden das demnächst nachholen.

Das schönste Geschenk haben wir schon vor knapp 3 Wochen mit der Geburt unserer zweiten Enkeltochter bekommen.

Elisabeth und Anna

Den beiden jungen Damen wird in meinem nächsten Lebensjahr ein Großteil meiner Aufmerksamkeit gehören: Anna (1 Monat) und Elisabeth (21 Monate).

Für das kommende, 57. Lebensjahr habe ich mir einiges vorgenommen. In einem Jahr will ich in Wiener Neudorf den Generalverkehrsplan und das Ortsentwicklungskonzept mit einem neuen Bebauungs- und Raumordnungsplan so weit fertig haben, sodass wir wissen, wohin sich Wiener Neudorf und jeder einzelne Ortsteil – und jede einzelne Straße – hinentwickeln soll und wird. Ich werde meinen Beitrag leisten, dass sich die Koalition in Wiener Neudorf noch weiter verfestigt und wir mit unserer bislang – aus meiner Sicht – so guten Zusammenarbeit viele, viele Akzente in Richtung Wohn- und Lebensqualität setzen.

Ich werde auch noch heuer wieder ein Buch veröffentlichen. Die Unterlagen dafür habe ich pünktlich vor einer Woche an meinen Verlag geschickt.  Es wird ein – ich hoffe nicht alltäglicher – Lyrikband werden.

Persönlich werden sich Gaby und ich einen jahrelang vorhandenen Wunsch erfüllen und uns einen Wintergarten errichten lassen und vor allem werde ich mich, soferne meine Tochter Michaela und mein Schwiegersohn Jo mich brauchen, so viel es geht um meine beiden Enkeltöchter kümmern.

Eine neue junge Dame in meinem Leben

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Opa (Bupa) Herbert, Anna Isabella, Elisabeth, Oma Gaby

Mein Mäderlhaus hat sich am Wochenende vergrößert. Nach zwei Töchtern (Barbara, Michaela) und einer Enkeltochter (Elisabeth) ist nun mit Anna Isabella (53 cm und 3,15 kg) eine weitere Enkeltochter in mein Leben gekommen.

Es tut mir leid, dass ich in den letzten Tagen ein paar Termine absagen musste, aber das Rundherum um die Geburt der junge Dame ging ganz einfach vor.

Die schönsten Aufgaben eines Bürgermeisters

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Bei der Weihnachtsfeier der Feuerwehr Wiener Neudorf: Mit Vize-Bgm. Dr. Kleissner und Bgm-Stv. Robert Stania, sowie Kommandant Walter Wistermayer (2.v.r.) und Kommandant-Stv. Markus Schock (2.v.l.)

Mein Terminkalender ist sowieso das ganze Jahr so überfüllt, sodass mein Sekretariat schon nicht mehr weiß, wann und wie es Terminanfragen erfüllen kann. Der Bürgermeister-Job ist auch deshalb ein ganz besonders interessanter, weil er den ganzen Tag über eine enorme Vielfalt an unterschiedlichsten Themen bietet. Der Dezember ist sowieso ein noch viel besonderer Monat, weil neben den „normalen“ Terminen noch viele, viele Weihnachtsfeiern und Adventveranstaltungen dazukommen. „Und bei allen musst Du dabei sein, Du Armer“ werde ich oft getröstet. Falsch: Zu (fast) allen werde ich eingeladen und bei fast allen DARF ich dabei sein.

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Weihnachtsfeier des Judo-Vereins Shiai-Do Wiener Neudorf: Alle Jahre ein Erlebnis in einem vollends gefüllten Freizeitzentrum.

Alle Einladungen schaffe ich leider nicht, weil es häufig vorkommt, dass mehrere diesbezügliche Veranstaltungen gleichzeitig ablaufen. Und das eine oder andere zusätzliche Kilogramm wird ab kommenden Jahr „abzuspecken sein“. Leider sieht man auf dem einen oder anderen Foto, dass die Hemden schon in der Höhe des „Gösser-Muskels“ zu spannen beginnen.

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Adventlesung Wiener Neudorf: Im ausverkauften Freizeitzentrum las Otto Schenk in seiner unnachahmlichen Art Weihnachtsgeschichten. In der Pause gab es einen kleinen Empfang für Gaby und mich. Vielen Dank an Willy Kraus für diese tolle Aufbereitung dieses Fotos.

Ich habe schon viele Feier-Höhepunkte hinter mir, wie  beispielsweise die stimmungsgeladene Feier mit 130 Gemeindebediensteten. Einige kommen noch, wie z.B. heute und morgen die Pensionistenweihnachtsfeiern im Freizeitzentrum, der Bastennachmittag der ÖVP mit (hoffentlich) sehr vielen Kindern am kommenden Samstag, die Feier mit der Lyra und der Union und und und. Die letzte Vereinsfeier ist dann am 23. Dezember abends. Und am 24. Dezember ist dann die allerwichtigste mit meiner Frau, meinen Kindern und meiner Enkeltochter.

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Auf das „Keksebacken“ mit den Kindern im Migazzihaus am kommenden Samstag freue ich mich auch ganz besonders.

Mitten im November: Frühstück im Freien

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Wiener Neudorf: November 2015, Frühstück im Garten Janschka

Normal wären in der Wiener Gegend in der ersten Novemberhälfte Temperaturen um 8 Grad Celsius und nasskaltes Nebelwetter. Normalerweise frühstücken wir um diese Jahreszeit im geheizten Zimmer. Normalerweise sind die Gartenmöbel längst verstaut, die Blätter gehäckselt am Komposthaufen und alle Bäume kahl. Heuer geht es sich berufsbedingt nicht aus, aber normalerweise verbringen wir im November ein paar Tage in Venedig, um am Campo Santo Stefano (und nicht nur dort) noch einen Nachmittagstee im Freien zu trinken. Aber wozu nach Venedig fahren, wenn es in Wiener Neudorf sogar noch ein paar Grade wärmer ist – und der Himmel mindestens genauso blau?

Aber möglicherweise freuen wir uns über das Wetter zu früh und das dicke Ende kommt noch auf uns zu. Ein Blick in den Bauernkalender lässt mich trotz Frühlingstemperaturen im November ein wenig frieren. Denn dort heißt es: Wenn’s Laub nicht vor Martini fällt, kommt eine große Winterkält‘!

Normalerweise stimmt der Bauernkalender. Aber was ist heuer wettermäßig schon normal. Und vielleicht fallen ja noch heute Nachmittag alle Blätter ab und der Winter wird halb so wild, ich meine: halb so kalt!