Archiv für den Autor: Herbert Janschka

Baumschutz-Anstrich gegen den Biber

Biber gehören zu den schützenswertesten Tieren. Fast ausgerottet, ist es gelungen ihn vor wenigen Jahrzehnten wieder in Österreich anzusiedeln. Der Biber erfüllt eine ökologische Schlüsselfunktion. Hat der Biber erst einmal ein Revier gefunden, beginnt er auch schon mit der Umgestaltung seines Lebensraumes. Ist ihm der Wasserstand zu niedrig, baut er sich Dämme, um Fließgewässer zu stauen. Vom Menschen begradigte Flüsse bekommen wieder einen natürlicheren Lauf. Das mildert die negativen Auswirkungen von Starkregen, Hochwasser oder Trockenperioden ab und wirkt ausgleichend auf den gesamten Wasserhaushalt eines Gebietes. Durch die Schaffung eines kleinräumigen Mosaiks an Lebensräumen und ihren Elementen trägt der Biber entscheidend zur Artenvielfalt bei. Es entstehen besonnte, pflanzenreiche Flachwasserzonen und große Totholzmengen in unterschiedlichster Form. Ufer- und Auengehölze werden aufgelichtet und strukturiert. Die permanenten Biberaktivitäten schaffen so Lebensräume für viele Insekten, Vögel und Laich- und Versteckmöglichkeiten für Fische und Amphibien. Daher wird der Biber zu Recht als „Ökosystem-Ingenieur“ bezeichnet.

Dessen ungeachtet kann der Biber im „städtischen Bereich“ auch Unfrieden stiften, vor allem, wenn er wie bei uns entlang des Mödlingbaches zur Rodung ansetzt. Kommend von Mödling hat ein Biber bis zur Ortsgrenze Wiener Neudorf schon einen gewissen Kahlschlag verursacht.

Nach einigen Gesprächen mit und Empfehlung von Fachleuten haben wir uns dazu entschlossen, den „wichtigen“ Baumbestand mit einem Biber-Abwehrmittel zu bestreichen. Es handelt sich um eine Paste auf Quarzsandbasis, die für Mensch und Tier ungiftig ist, und weder die Wasserqualität noch die Atmungsaktivität der Bäume beeinträchtigt. Wir haben den weiß-transparenten Anstrich bis zu einer Höhe von ca. 1 Meter angebracht.

Biber mögen den Geruch dieses Anstriches nicht und dessen Fraß- und Bissaktivitäten sollen damit auf weniger schützenswerte Bäume gelenkt werden.

Kinder an die Macht



Eigentlich schon traurig, dass etliche politische Entscheidungsträger noch immer nicht begriffen haben, worum es wirklich geht. Ich bin im Augenblick enorm stolz und froh, dass Kinder und Jugendliche begriffen haben, dass sie ihre Zukunft nicht willenlos älteren Generationen anvertrauen dürfen, die sich lieber mit Rauchen und höheren Tempolimits beschäftigen und tatsächlich glauben, damit einen Beitrag für unsere Umwelt zu leisten. Und von denen manche glauben, weil in der Früh die Sonne aufgeht und es nach wie vor hin und wieder schneit, gäbe es keinen Klimawandel.

Es ist schön und traurig zugleich, dass das politische Establishment mahnende Worte einer 16jährigen bedarf, um auf einem Irrweg innezuhalten. Es ist wunderschön, dass die junge Generation über Staatsgrenzen hinaus begriffen hat, dass sie genau diesen Moment ausnützen muss. Und wenn irgendjemand bis jetzt noch Zweifel hatte, ob Menschen unter 18 überhaupt die Reife hätten, bei Wahlen mitentscheiden zu dürfen, dann ist dieser Beweis spätestens jetzt erbracht.

Ich bin immer wieder beeindruckt, mit welchen Themen, Vorstellungen und Wünschen Volksschulkinder im Rahmen ihres Heimatkunde-Unterrichts zu mir kommen. Da geht es bereits den unter 10jährigen mehr um Lebensqualität, Umwelt und Gesundheit für alle, als um profane Eigeninteressen. Da könn(t)en sich manche Erwachsene ein Beispiel nehmen.

Natürlich müssen in den Realität viele Aspekte berücksichtigt werden, die die Jugendlichen (noch) nicht kennen und abschätzen können. Und viele der Forderungen werden nicht oder nicht jetzt erfüllbar sein. Aber das Ziel und der Auftrag an uns Erwachsene muss klar sein: Bei allem was wir tun und entscheiden, haben wir absolut kein Recht und keine Berechtigung, unseren Planeten bis hinunter zum kleinsten Umfeld zu ruinieren und damit die Zukunft späterer Generationen zu gefährden.

Wenn nun gemeint wird, dass Demos natürlich gut wären, aber bitte außerhalb der Schulzeit, dann sehe ich das anders. Was hilft es den Kindern und Jugendlichen, wenn wir sie drinnen (aus)bilden, aber die Politik daran arbeitet, dass draußen nicht mehr gesund geatmet und gelebt werden kann?

In Wiener Neudorf werden wir unseren Beitrag im Kleinen leisten und den Weg der umweltbewussten Steigerung der Wohn- und Lebensqualität konsequent und unbeirrt weitergehen. Die Kritik am Ausbau der Fuß- und Radwege zulasten der Autostraßenbreiten muss ich aushalten. Ich glaube auch mit meiner Forderung nach einem restriktiven Mobilitätskonzept bei allen neuen Wohn- und Betriebsbauten richtig zu liegen – bis hin zur Anlage eines neuen Waldes. Dass der Ausbau des E-Car-Sharing-Netzes richtig ist, zeigt uns die zunehmende Auslastung. Und so weiter und so fort.

Ich hoffe, dass die jungen Generationen bei ihren Überzeugungen bleiben und weiterhin für diese eintreten und kämpfen und die derzeitigen Entscheidungsträger beeinflussen. Dann hat diese Erde wieder eine Chance.

200 neue Arbeitsplätze in Wiener Neudorf

Eröffnung der ABB-Zentrale mit Hans Wimmer (GF der ABB-Tochter B & R), Hans-Georg Grabbe (ABB-Aufsichtsratsvorsitzender), Herbert Janschka (Bürgermeister), Franz Chalupecky (Vorstandsdirektor ABB), Petra Bohuslav (Landesrätin), Hans-Stefan Hintner (Bürgermeister Mödling) und Leo Windtner (ABB-Aufsichtsrat und ÖFB-Präsident).

Zwischen meinen vielen Arbeitsgesprächen, Besprechungen, Sitzungen und Verhandlungen hatte ich diese Woche gleich zwei Termine mit Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav, um Unternehmungen in Wiener Neudorf zu begrüßen. Damit haben wieder zusätzlich mehr als 200 Menschen einen Arbeitsplatz in unserem Ort.

Einerseits ist die Firmenzentrale der ABB (vormals BBC) von Wien nach Wiener Neudorf übersiedelt. Begonnen hat die gemeinsame Geschichte zwischen diesem Unternehmen und unserer Gemeinde vor fast 60 Jahren, als ein Werk von Steyr mitsamt vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nach Wiener Neudorf übersiedelt ist. Die Anlage der früheren Werkswohnungen in der Hauptstraße 50 heißt heute noch im Volksmund: Brown-Boveri-Siedlung. Dass es nunmehr gelungen ist, auch das Headquarter anzusiedeln erfüllt mich mit besonderem Stolz. Vielen Dank an meinen lieben Freund, Vorstandsdirektor Ing. Franz Chalupecky, der nebenbei mit einem besonderen Mobilitätskonzept dafür sorgt, dass der Autoverkehr in seiner Mitarbeiterschaft deutlich eingedämmt wird.

Offizielle Eröffnung der Autohauses Grünzweig in Wiener Neudorf mit: Jochen Danninger (Ecoplus), Philipp Grünzweig, Petra Bohuslav (Landesrätin), Andreas Grünzweig, Renate Grünzweig, Herbert Janschka (Bürgermeister Wiener Neudorf), Hans-Stefan Hintner (Bürgermeister Mödling), Loic Claude (Volvo Österreich), Chongwoo Kim (Kia Österreich), Helmut Miernicki (Ecoplus)

Andererseits ist das Autohaus Grünzweig (Kia, Volvo) von dem zu klein gewordenen Firmensitz in Mödling Felberbrunn nach Wiener Neudorf übersiedelt. In Zusammenarbeit mit der niederösterreichischen Wirtschaftsagentur Ecoplus als Bestandvermieter wurde ein neuer Platz in der Gewerbestraße gefunden. An diesem Standort erfolgte im April 2018 der Spatenstich zum Neubau. Und bereits nach 11 Monaten konnte am Donnerstag, den 14. März 2019 die offizielle Eröffnung des neuen Standortes mit einem einzigartigen modernen Schauraum gefeiert werden.

Alles neu rund um das „Alte Rathaus“

Bmst. DI (FH) Ing. Wolfgang Müller (Büro Form + Farbe, Mödling) erläuterte den Anrainern bei einer Info-Veranstaltung im Festsaal des Alten Rathauses das Bauprojekt.

Die nähere Umgebung rund um das Wiener Neudorfer Wahrzeichen, das Alte Rathaus, wird neu gestaltet. Das „Alte Rathaus“ an der B17 war schon vieles. Eine Kirche. Eine Schule. Ein Wohnhaus. Ein Rathaus. Und jetzt: Ein Kulturzentrum.

Die Rathausgasse davor ist ein der Umgebung mittlerweile unwürdig gewordener Fleckerlteppich aus Beton, Asphalt und diversem Steinzeug. Das wird sich noch heuer ändern. Die Rathausgasse wird zwischen dem Parkplatz bis zu den Badner-Bahn-Geleisen neu gestaltet. Der Platz auf der Rückseite des Alten Rathauses wird ausgebessert. Durch den Abbruch des Hauses direkt vis-à-vis des Einganges zum Alten Rathaus konnte die Gemeinde ein knapp 200 m2 großes Grundstück erwerben. Darauf wird ein begrünter Platz mit einer direkten Verbindung für Fußgänger und Radfahrer in die Schillerstraße entstehen.

Das Projekt wurde den Anrainern im Rahmen einer Informationsveranstaltung vorgestellt und ist – so mein Eindruck – durchwegs positiv aufgenommen worden.

Auf dem freien Privatgrundstück planen die Eigentümer ein Mehrfamilienhaus mit Wohnungen und 4 Reihenhäusern. Die Arbeiten für Straße und Platz werden großteils während der Sommermonate 2019 erfolgen. Die Fertigstellung ist bis längstens Oktober vorgesehen.

Die privaten Eigentümer planen einen Baubeginn des neuen Wohnhauses im heurigen Herbst bei einer ca. 18monatigen Bauzeit. Pläne und Unterlagen sind diese Woche im Gemeindeamt zur Genehmigung eingelangt.

Umweltbewusst unterwegs


Es gibt zwar eine tägliche Personaleinteilung für die Kollegen des Wirtschaftshofes, aber trotzdem kommt es nahezu immer vor, dass die Kollegen dahin und dorthin gerufen werden. Weil da etwas kaputt ist. Weil dort etwas passiert ist. Weil da illegal Müll abgelagert wurde. Weil dort „Papierln“ herumliegen. Weil …..

Ein Mitarbeiter war permanent entweder zu Fuß oder mit dem Auto im Ort unterwegs, um sich um die täglichen unvorhergesehenen Dinge zu kümmern. In Zukunft wird er dies umweltfreundlich mit der neuesten Anschaffung erledigen: mit dem Lastenfahrrad.

Karfreitag: Die Lösung, die alle Probleme löst!

Ich freue mich über das Medienecho und auch über die durchwegs positiven Reaktionen, die meine Entscheidung betreffend Karfreitags-Lösung im Gemeindeamt Wiener Neudorf hervorgerufen hat.

Wie viele Gemeindeämter und staatliche Institutionen waren die Gemeindeeinrichtungen in Wiener Neudorf seit Jahrzehnten am Karfreitag geschlossen. Durch die Neuregelung der Bundesregierung, habe ich mich entschlossen – gemeinsam mit der Personalvertretung – eine Neuregelung anzustreben.

Ab sofort ist der Karfreitag ein normaler Arbeitstag im Gemeindedienst Wiener Neudorf. Damit bietet die Gemeinde den Bürgern einen zusätzlichen Servicetag. Allerdings erhalten die Mitarbeiter/-innen zusätzliche Gutstunden auf ihr Urlaubskonto gutgeschrieben. Diese zusätzlichen Urlaubsstunden können sie verbrauchen, wann immer sie wollen. Entweder wie bisher am Karfreitag oder an einem x-beliebigen anderen Tag. Mir ist nur wichtig, dass in allen Einrichtungen (außer in den in der Karwoche sowieso geschlossenen Kinderbetreuungseinrichtungen) ausreichend Personal tätig ist, um den Betrieb zu gewährleisten.

Damit ist auch die Ungleichbehandlung zwischen den Gläubigen aller Religionsgemeinschaften gelöst. Alle können sich jetzt den für sie persönlich wichtigen religiösen Feiertag durch die zusätzlichen Urlaubsstunden (= persönlicher Feiertag) frei nehmen, falls dieser an einen Werktag fällt. Die allermeisten, davon gehe ich aus, werden sich wahrscheinlich irgendeinen Tag zur Erholung – losgelöst von kirchlichen Vorgaben – freinehmen.

Damit haben wir in Wiener Neudorf dieses Thema rasch erledigt und gelöst und können uns wieder (verzeihen Sie mir, wenn Sie es anders sehen) schwierigeren Themen widmen.