Wiener Neudorf setzt ein Zeichen gegen Radikalität!

Gemeinsam mit der Präsidentin des P.E.N.- Club NÖ, Dr. Susanne Dobesch habe ich den Irene-Harand-Literaturpreis der Presse vorgestellt.

Wer mich kennt, weiß das zu gut. Mir ist persönlich und politisch jeder Extremismus zuwider. Jeder Versuch der Spaltung der Gesellschaft, jede absurde Verschwörungstheorie, jedes politischmotivierte Religionsverständnis, jede absolutlinke und absolutrechte Radikalität, und zwar in Gedanken, Worten und Werken. Dieser offensichtliche Zerstörungstrip, auf dem sich die Menschheit gerade durch irrationale und abwegige politische Wahlentscheidungen und politische Handlungen, durch suizidales Verhalten im Umweltverständnis und vieles mehr befindet, müsste eigentlich zu einem globalen Umdenken führen. Tut es aber groteskerweise nicht. Irgendwie sind wir Menschen uns selbst in unserer Gesamtheit irrigerweise egal geworden.

Wir werden in Wiener Neudorf und aus unserem kleinen Ort heraus nichts oder bestenfalls wenig bewirken können. Aber wir wollen es wenigstens versuchen. Sowohl mit politischen Maßnahmen, als auch mit dem Setzen von Zeichen. Das war auch der Grund, weshalb wir vor wenigen Tagen einen neuen Literaturwettbewerb gemeinsam mit dem P.E.N.-Club (eine renommierte, anerkannte und respektierte Vereinigung von Autorinnen und Autoren) ins Leben gerufen haben, der an die Arbeiten der österreichischen Autorin und politischen Aktivistin gegen den Nationalsozialismus und rechten Radikalismus, Irene Harand, erinnert.

Ich weiß, dass dies für eine Gemeinde eher eine ungewöhnliche Maßnahme ist. Aber da ich mich in der Literaturszene ein wenig auskenne, glaube ich, dass es ein richtiges Zeichen ist, hoffentlich auch ein wichtiges. Schade nur, dass die SPÖ Wiener Neudorf als einzige Fraktion des Gemeinderates diese Initiative gegen den Radikalismus abgelehnt hat.

7.000 Euro Preisgeld für Lyrik-Beiträge

Die Ausschreibung richtet sich an begabte und erfahrene Autorinnen und Autoren des deutschsprachigen Raumes, die mindestens eine Publikation nachweisen können, die nicht im Selbstverlag erschienen ist. In den kommenden Jahren sollen abwechselnd die Gattungen Lyrik und Prosa von einer namhaften Jury bewertet werden. Begonnen wird heuer mit Lyrik zum für Irene Harand passenden Thema „Zivilcourage“.

Im ersten Jahr des Literaturpreises werden heuer drei Preise im Gesamtwert von 7.000 Euro ausgelobt. Eingereicht werden dürfen maximal drei Gedichte zum Thema „Zivilcourage“ im Zeitraum 1. Mai bis 30. Juni 2019. Der Preis wird im Rahmen der Irene-Harand-Matinee am Nationalfeiertag vergeben. Geht es nach den Initiatoren soll der Irene-Harand-Preis im Laufe der kommenden Jahre zu einem Höhepunkt der Österreichischen Literaturszene heranwachsen.

Mit Zivilcourage gegen Nationalsozialismus

Irene Harand verkörpert literarisches Schaffen, politisches Engagement und Zivilcourage, die 1938 zu einem Kopfgeld im heutigen Wert von über 400.000 Euro und zur öffentlichen Verbrennung ihrer Bücher führte. In ihr ist auch das Zusammenwirken zwischen Literatur und Politik in einer Person vereint. Das sind auch die Gründe, weshalb ich diese Namensgebung vorgeschlagen habe.

Die jeweiligen Literaturvereinigungen und Fachzeitschriften werden in den nächsten Tagen und Wochen ihre Mitglieder von den Details und Einreichbedingungen verständigen. Da die Einreichfrist am 1. Mai 2019 (bis 30. Juni 2019) beginnt, werden die Details in knapp einer Woche auch über die Webseite der Gemeinde: www.wiener-neudorf.gv.at abrufbar sein.

4 Gedanken zu „Wiener Neudorf setzt ein Zeichen gegen Radikalität!

  1. Wiener Neudorfer

    Lieber Herr Janschka!

    Ihren Worten kann man nur zustimmen!

    Aber dann müssen Sie aber auch erklären, warum eine Landeshauptfrau einer idiotischen dritten Landebahn beim FH Schwechat so begeistert zustimmt! Und damit für mich unwählbar geworden ist.

    Oder warum ein Herr Hofer in unsäglicher Technik „Geilheit“ ein 5G Netz protegiert.

    Und, und, und…………..

    Aber dagegen kritisch eingestellt zu sein, fällt gleich wieder in die Sparte „Verschwörungstheorie“, oder?

    Aber hier im Ort agiert man wenigstens anders, wenn man uns halt trotzdem im Rest der „Welt“ den A…. zubetoniert und zuverdigitalisiert.

    Aber schön, dass Sie und Ihre Koalition das im Kleinen wenigstens anders sehen!

    Alles Gute!

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    1. Herbert Janschka Artikelautor

      Lieber Wiener Neudorfer. Es ist bekannt, dass ich bezüglich der 3. Piste eine gänzlich andere Ansicht als unsere Landeshauptfrau habe. Dass diesbezüglich die Wirtschaftsinteressen über jene der Umwelt gestellt werden, ist aus meiner Sicht sicher keine Verschwörungstheorie. Es ist schade, dass der für die Umwelt (und damit auch für die Gesundheit) so positiv ausgefallene Richterspruch von einem Obergericht revidiert wurde.

      Tja, und nachdem wir uns bereits laut Kommentar von allen maßgebenden Zukunftsexperten bereits mitten drin in der „digitalen Revolution“ befinden, wird dieser Zug weiterfahren, vor allem weil wir in unserer Mehrheit uns diese Revolution wünschen. Wohin diese führt und ob wir sie eines Tages möglicherweise verdammen werden, wissen wir heute nicht. Heute sehen wir ihr (mehrheitlich) mit Interesse, Neugier und Staunen entgegen. Auch wir in der Gemeindeverwaltung haben begonnen uns mit dem „digitalen Amt“ zu beschäftigen, weil dieses gefordert, gewünscht und mit Sicherheit kommen wird.

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      1. Wiener Neudorfer

        Lieber Herr Janschka!

        Danke für die offene Antwort! Im ersten Absatz ihrer Antwort sind wir gleicher Meinung.

        Aber dann. Wenn ich schon höre, „maßgebende Experten“. Aha, unsere Mehrheit (wer sagt das? Wo steht das?) wünscht sich diese „Revolution“? Sie wissen sicher, was „Revolution“ im Wortsinn bedeutet.

        Das digitale Amt und die smarte Steuerung der Straßenbeleuchtung hat doch damit überhaupt nichts zu tun. Hätte man schon vor 15 Jahren machen können, wenn man wollen hätte…… Solche Dinge sind natürlich zu begrüßen!

        Aber wenn die „Digitalisierung“ dazu dient, den Menschen wegzurationalisieren, dann frage ich Sie, was sie dann mit den Menschen machen, die deswegen ihre Arbeit verlieren.

        Ich hoffe doch, dass Sie entsprechende Prognosen der so hochgelobten „Experten“ kennen.

        Der zweite Punkt ist die dadurch ermöglichte (fast) lückenlose Überwachung und Kontrolle des Bürgers.

        Wollen Sie das?
        Finden gerade Sie die „Versmartifizierung“ unseres Lebens gut?

        Eines noch: Die Politik, und damit meine ich gar nicht Sie, macht immer den Fehler, dass sie auf Experten hört, die das sagen, was sie hören wollen.

        Die Ergebnisse sieht man überall……….

        Ostern kommt! Ein ruhiges Wochenende wünsche ich!

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  2. Oliver Woller

    Die digitale Revolution initiieren Unternehmen wie

    1) Boston Dynamics
    2) TSMC
    3) Tesla
    4) Samsung (NAND)
    5) Google / Amazon AWS
    etc.

    und nicht eine „Regierung“.

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