Großes Thema: Kinderbetreuungseinrichtungen

Der Kindergarten am Anningerpark (links) und die Volksschule (rechts) wurden erst vor wenigen Jahren errichtet bzw. erweitert. Schon wieder zu klein? Möglich, aber genau wissen wir es nicht.

Ich möchte heute ein Thema ansprechen, das mich nahezu ständig beschäftigt: Wir haben eine Krabbelstube (Wichtelhaus in der Mühlgasse) mit ab September 3 Gruppen. Wir haben 3 Kindergärten mit insgesamt 14 Gruppen und eine Volksschule mit  jeweils 4 Klassen pro Jahrgang und eine Vorschulklasse. Wir haben Ganztagesklassen und zwei Horte. Die Volksschule haben wir erst vor wenigen Jahren um einen 7-stelligen Betrag ausgebaut, den Kindergarten am Anningerpark erst vor drei Jahren mit 2 Gruppen eröffnet, mittlerweile sind wir mit 4 Gruppen komplett ausgelastet. Im Wichtelhaus wird es ab September eine dritte Gruppe geben.

Aber: Reicht das? Der Zuzug, vor allem von jungen und jüngeren Menschen nach Wiener Neudorf wird immer mehr. Das wissen wir und das ist schön. Aber dann brauchen wir fast eine Glaskugel. Planen diese junge Menschen Kinder zu bekommen? Kommen sie eventuell sogar schon als Familie? Wie alt sind die Kinder? Brauchen Sie möglicherweise einen Kindergarten- oder Volksschul- und/oder Hortplatz? Bleiben die Mamis eher zu Hause oder kehren sie in den Arbeitsprozess zurück – und wenn ja, wann? Wenn das Kind 1 Jahr ist, 3 Jahre oder älter? Das sind Fragen, die schwer zu beantworten sind, die wir aber erraten müssen.

Bis vor wenigen Jahren waren Kinderbetreuungsplätze planbar. Man wusste früher mit ziemlicher Genauigkeit einige Jahre im voraus wann es knapp werden könnte und wann ein eventueller Aus- oder Neubau notwendig ist. Jetzt kann es innerhalb weniger Wochen so weit sein, dass Betreuungsplätze fehlen. Gab es im April noch durchaus freie Kapazitäten, kann es im Juni bereits Wartelisten geben. Aber: Werden die Wartelisten länger oder entspannt sich die Situation in wenigen Wochen oder Monaten wieder? Können wir mit organisatorischen Maßnahmen eingreifen? Können Schulräume, die bislang nur Vormittags gebraucht werden, auch Nachmittags für die Betreuung verwendet werden?

Der Kindergarten am Anningerpark wurde so errichtet, dass noch eine Erweiterung um zwei Gruppen möglich ist. Kosten: ca. € 800.000,-. Sehr viel Geld. Wenn wir uns dazu entschließen, dann müssten wir umschichten. Aber ist es notwendig? Vielleicht gibt es diesen Engpass nur kurze Zeit und in wenigen Monaten hat sich die Lage wieder gedreht und entspannt?

Meine Mitarbeiter in der Gemeindeverwaltung und ich sind ständig dabei die Entwicklung zu beobachten. Wir wollen zeitgerecht agieren, aber wir wollen nicht umsonst agieren. Wiener Neudorf ist gerade in den letzten Jahren zu einer Zuzugsgemeinde geworden, zu einem Ort, in dem man sich gerne ansiedelt. Andererseits gibt es auch etliche Familien, die wieder wegziehen, vor allem aus beruflichen Gründen. Wiener Neudorf ist damit für die Bereitstellung von Kinderbetreuungsplätzen ein Stück weit unberechenbarer geworden.

Ich möchte Ihnen mit diesem Beitrag nur das Gefühl vermitteln, dass wir permanent nahe an diesem Thema dran sind. Wir wollen rechtzeitig handeln, aber nicht vorschnell falsch.

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