A2: Nur so ist das Leben für viele in Wiener Neudorf erträglich

Nur eine wirksame Lärmschutzwand verbunden mit einer Temporeduktion kann das Leben für die Anrainer entlang der Autobahn in Wiener Neudorf erträglich machen.

Wiener Neudorf ist der letzte sogenannte „Lärm- und Schadstoff-Hotspot“ entlang der Österreichischen Autobahnen. Allen anderen ähnlich betroffenen Gemeinden wurde geholfen – nur Wiener Neudorf bislang nicht.

Zugegeben, das ist nicht alleine die Schuld des Ministeriums. Ich hatte mich als Bürgermeister in meiner ersten Ära im Jahre 2004 auf eine Temporeduktion auf 80 km/h mit den damaligen Vorständen der ASFINAG und dem damaligen Verkehrsminister Hubert Gorbach (die Verhandlungen waren schwer genug) auf einen 1-Jahres-Probebetrieb geeinigt. Als ich 2005 das Bürgermeisteramt an Christian Wöhrleitner (SPÖ) abgeben musste, verwarf dieser die Pläne und verzichtete großzügig auf endgültige Verhandlungen für eine Temporeduktion. Das war ein Riesen-Fehler, denn die derzeitig bestehenden deutlichen Überschreitungen jeglicher Lärm- und Schadstoffgrenzwerte sind extrem gesundheitsgefährdend.

Sofort nach dem neuerlichen Regierungswechsel in Wiener Neudorf habe ich begonnen, die Gespräche wieder aufzunehmen. Ein äußerst mühsames Unterfangen. Unsere neuesten Untersuchungen, die von den zuständigen Fachleuten der ASFINAG nunmehr bestätigt wurden, besagen eindeutig, dass nur eine Temporeduktion verbunden mit deutlich verbesserten Lärmschutzmaßnahmen Abhilfe schaffen können.

Dieses gemeinsame Ergebnis soll nun die ASFINAG dem für die Verhängung eines Tempolimits zuständigen Verkehrsministerium (BMVIT) mitteilen. Das Ergebnis dieser Gespräche steht noch aus.

6 Gedanken zu „A2: Nur so ist das Leben für viele in Wiener Neudorf erträglich

  1. Ein_Moedlinger

    Hubert „to small“ Gorbach, der König der Schnellfahrer, 160 km/h wollte er … kam zum Glück nie. Norbert „so gern“ Hofer, der Turbinenkonstrukteur, 140 km/h will er … aber will er auch 80 km/h auf diesem kurzen Stück der Südautobahn?

    Herr Janschka, was hat denn Ihr Termin bei Norbert Hofer im Februar 2018 ergeben?

    140 km/h ab Vösendorf?
    80 km/h bis Abfahrt Wr. Neudorf?
    Oder 100 km/h?
    Oder nette Worte, ein bisschen Shakehands, ein wenig Heuchelei, aber bisher wenig Substanz?

    Ihre aktuellen Zeilen klingen ja nicht mehr so euphorisch wie noch jene am 11. Jänner 2018 – aber inzwischen ist halt türkisblau – zumindest teilweise – in der Realität angekommen.

    Heute zB ist die A2 unerträglich laut … eine Schande, was in der Vergangenheit versäumt wurde.

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    1. Herbert Janschka

      Wir sind im Februar so verblieben, dass die ASFINAG unsere Vorschläge und Berechnungen kontrolliert. Nachdem unser Lärmsachverständige dasselbe anerkannte Berechnungsprogramm verwendet wie die ASFINAG, war es nicht weiter verwunderlich, dass unsere Ausführungen bestätigt wurden. Jetzt ist die ASFINAG am Zug, dies dem zuständigen (und der ASFINAG vorstehenden) Ministerium zu erläutern. Anhand dessen muss dann der Minister (in diesem Fall Ing. Hofer) eine Entscheidung treffen.
      Noch immer vertraue ich darauf, dass was vor einer Wahl gesagt wurde, auch nach einer Wahl gilt – und da hat Wiener Neudorf die Zusage der Herren Kurz und Strache, den betroffenen Anrainern zu helfen.
      Dass das „Problem Wiener Neudorf“ nicht zum plötzlichen 140-km/h-Vorstoß (allerdings nicht im Bezirk Mödling) des Verkehrsministern passt, mag stimmen. Aber auch anno 2004 konnte ich mich mit dem damaligen Minister auf eine Vorgehensweise einigen, obwohl damals 160 km/h in Diskussion stand.

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      1. Ein_Moedlinger

        Besten Dank für Ihre prompte Antwort.

        War es nicht so, dass die ASFINAG bisher Teil des Übels war, stets unwillig usw? Man darf sehr gespannt sein, und angesichts der Vorgeschichte darf man zweifeln …

        … ABER einen Vorteil gibt es – die EU-Umgebungslärmrichtlinie ist inzwischen soweit gereift, dass bald auch ein kleines Land wie Österreich, wo bekanntlich der Balkan beginnt, sich nicht mehr dauerhaft wird entziehen können.

        Türkisblau ist jedoch unglaubwürdig zum Quadrat, ausgerechnet die für Umgebungslärm zuständige Ministerin Köstinger findet an 140 km/h nichts Schlechtes – eine tolle Ministerin für Nachhaltigkeit, Lärmschutz etc. ÖVP, btw – dabei weiß heute wohl schon jedes Volkschulkind, dass Emmissionen (egal ob Abgase, Lärmentwicklung etc.) exponential zur Geschwindigkiet ansteigen …

        https://www.bmvit.gv.at/verkehr/strasse/autostrasse/laermschutz/umgebung/index.html
        http://www.laerminfo.at/laermkarten.html
        https://www.bmnt.gv.at/

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        1. Wiener Neudorfer

          Lieber Moedlinger!

          Schön, wieder einmal ein Lebenszeichen von Ihnen zu lesen!
          Dachte schon, Sie sind weggezogen!

          Inhaltlich kann ich Ihnen hierbei nur zustimmen.

          Glauben Sie mir, ich wohne weit näher am Ort des Geschehens. Bei schlechter Wetterlage ist es schier unerträglich.

          Aber der Mensch gewöhnt sich ja an alles, oder? Bis er dann halt vorzeitig das Besteck abgibt………

          Was ich erbärmlich finde, dass dergleichen JAHRE dauert! Wenn das in einem Privatunternehmen so lange dauern würde, wären alle Beteiligten längst gefeuert.

          Was ist so schwer daran, die verdammte Lärmschutzwand auf einen vernünftigen Stand zu bringen?

          Was ist so schwer daran, auf 1,4 Kilometern Tempo 80 einzuführen?

          Ein Fünftel der Neudorfer, das sind in etwa die Betroffenen, sollten jeden Tag die Süd per Sitzstreik blockieren. Jeden Tag………….

          Hoffentlich steht jetzt nicht gleich die Wega vor meiner Türe, ich bin ja quasi ein Terrorist mit meinen staatsfeindlichen Ideen.

          Aber der Staat darf sanktionsfrei bürgerfeindlich agieren?

          Ich hoffe, es geht Ihnen gut!

          Alles Liebe.

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          1. Ein_Moedlinger

            „Mander – ’s isch Zeit!“ sagte einst nicht nur Andreas Hofer, sondern auch das eine oder andere Mal Fritz Gurgiser, Transitforum Austria.

            Die nötigen Cojones scheinen in Tirol ausreichend vertreten zu sein, weshalb keiner die nötigen Cojones in Ostösterreich hat … keine Ahnung. Verstehe die Wiener Neudorfer nicht – ein sehr gutmütiges Volk, der Kaiser hätte seine Freude.

            Weshalb nur den Brenner blockieren? Staatsfeindlich? Wega? Ich bitte Sie! Das traue ich nichtmal dem Kickl zu.

            Aber blicken Sie nach Schwechat – 3. Piste … was für eine Sauerei. Aufschrei? Sehr dezent, die Landesmutter ist glücklich.

            Der siebtgrößte Flughafen der Welt, der größte Flughafen Europas mit jählich um die 475.000 Flugbewegungen sowie etwa 75 Mio Passagieren kommt mit … Trommelwirbel …. 2 Start/Landebahnen aus.

            Der Regionalflughafen Wien/Schwechat mit 225.000 Flugbewegungen und bescheidenen 25 Mio Passagieren braucht nun 3 Start/Landebahnen?

            Da frage ich mich schon, und wohl nicht zu unrecht – was können Fluglotsen am größten Flughafen Europas (wer es noch nicht erraten hat – London Heathrow), was die Austro Control nicht kann?

            Oder sind Sachargumente so dünn gesäht, dass man besser der Polit-Diktion folgt und … schweigt? Die Eigentümer – also das Land Wien und NÖ – wollen nunmal bauen … warum eigentlich? Und wer ist schon „das Land“? Sind das nicht eigentlich wir alle? Sollte unsere Meinung nicht gefragt sein, bei dermaßen richtungsweisenden Entscheidungen?

            Leider hat bei dieser Frage unseren Bumsti die Schneid verlassen – und verschiebt mit merkwürdiger Argumentationsakrobatik Volksentscheide auf Sankt Nimmerlein …. soviel zu „Noch immer vertraue ich darauf, dass was vor einer Wahl gesagt wurde, auch nach einer Wahl gilt“. Wiener Neudorfer – ein sehr gutmütiges Volk eben.

            Zum Verkehrswahnsinn Wien Süd:

            Statt intelligenter Verkehrslösungen gibt es für den Süden Wiens weit und breit genau … nichts. Phantasielos versucht man sich – wie in Achau – mit Umfahrungsgedanken am Leben zu erhalten, statt gebündelt als Region das Übel an der Wurzel zu packen und den Verkehr immerhin einzudämmen … die Südbahn in aktueller Form alleine ist keine Lösung, da kann man noch x mal den Takt verdichten, und so werden weiter hunderttausende PKW im Berzirk Mödling vorbei rauschen, bloß weil es keine Angebote gibt … vielleicht sollte man mal nach London oder Paris schauen aber … man scheitert ja schon an akzeptablen Radwegen, die jeder Dorfkaiser ganz für sich alleine realisieren lassen könnte … jessas – der Kaiser hätte seine Freude – so genügsam … 😉

            PS: Manches ist in anderen Gemeinden noch viel schlimmer, leider auch kein Trost.

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