B17-Untertunnelung wieder ganz oben auf der Agenda

Die Medien haben es in den letzten Tagen bereits berichtet. Die Untertunnelung der B17 im Ortsgebiet von Wiener Neudorf ist wieder Thema und steht sowohl in der Gemeinde als auch im Land NÖ wieder ganz oben auf der Tagesordnung. Noch heuer soll es zu einer endgültigen Entscheidung kommen.

Gerade in den letzten beiden Jahren haben wir intensiv daran gearbeitet, sowohl auf politischer Ebene als auch durch Beauftragungen zahlreicher Untersuchungen. Nunmehr hat die Gemeinde mit dem Land NÖ ein technisches Büro, das auf Tunnelbau, Wasserhaltung, Eisenbahnbau und Brückenbau spezialisiert ist, beauftragt alle vorliegenden Untersuchungen zusammenzuführen, zu evaluieren, noch fehlende Details auszuarbeiten und vor allem eine exakte Kostenermittlung durchzuführen. Der Gemeinderat hat vor wenigen Tagen in seiner letzten Sitzung grünes Licht dafür gegeben. Schade, dass die SPÖ nicht zugestimmt hat. Ein einstimmiger Beschluss ist natürlich immer ein stärkeres Zeichen an die Landesregierung.

Bis 30. Juni 2018 soll und wird ein endgültiger Bericht vorliegen und bis zum Jahresende, so ist es zwischen dem zuständigen Landesrat DI Ludwig Schleritzko und mir vereinbart, wird es zwischen Land und Gemeinde eine endgültige Entscheidung geben.

Mittlerweile ist auch klar, dass die B17-Untertunnelung nicht nur für Wiener Neudorf, sondern für die gesamte Region einen enormen Vorteil bringt. Für Wiener Neudorf bedeutet der Tunnel nach Verwirklichung eine Entlastung der Lärm-, Schadstoff- und Stausituation mitten im Ort. Endlich könnte unser zweigeteilter Ort auch optisch zusammenwachsen. Derzeit belasten durchschnittlich 22.500 Fahrzeuge die Ortsmitte – mit Höchstwerten bis zu 30.000. Das sind praktisch Autobahnverhältnisse mitten durch eine Gemeinde. Etwa 60 % sind reine Durchfahrer. Das heißt, dass durch die Untertunnelung weniger als 10.000 Fahrzeuge durchschnittlich täglich an der Oberfläche bleiben würden. Das ist der Verkehr im Ort und in der nahen Umgebung. In etwa ist das der Verkehr der Hauptstraße. Durch die Untertunnelung würde plötzlich ein ganz neues Ortsbild entstehen und Wiener Neudorf würde – sagen wir in 10 Jahren – nicht mehr wieder zu erkennen sein.

Durch die Untertunnelung könnte auch der 7,5-Minuten-Takt der BadnerBahn Richtung Baden weitergeführt werden. Derzeit ist das unmöglich, weil die Geleisequerung beim Alten Rathaus zu einer ständigen Stausituation führen würde. Der 7,5 Minuten-Takt ist aber gerade für den Bereich „Wiener Neudorf – Baden“ ein wichtiges Zeichen für den Umstieg vom Auto auf den öffentlichen Verkehr.

Mit derzeit mehr als 35.000 Fahrgästen werktäglich (12 Millionen pro Jahr) ist die BadnerBahn eine wichtige öffentliche Verbindung zwischen der Bundeshauptstadt und den Bezirken Mödling und Baden. Das Ziel ist eine mittelfristige Steigerung der Fahrgastzahl auf 50.000 täglich. Auch dazu braucht es die B17-Untertunnelung und die Ausweitung des 7,5-Minuten-Taktes von Wiener Neudorf Richtung Süden.

6 Gedanken zu „B17-Untertunnelung wieder ganz oben auf der Agenda

  1. Christiane Mieth

    Es zeigt sich immer mehr, dass die SPÖ nur für die SPÖ arbeitet und nicht das Wohl der Gemeinde ihr Ziel ist. Gibt es eine Begründung, warum sie einem solchen Projekt wie der Untertunnelung der B17, die ja nur Vorteile für Wiener Neudorf bringt, nicht zustimmen? Hat Herr Wöhrleitner das Projekt nicht weiter vorangetrieben weil er es nicht vorteilhaft fand? Gibt es eine Begründung für die Nichtzustimmung der Gemeinderäte? Wofür stehen und arbeiten sie denn ?

    Antworten
    1. Mustermann

      Bei der Untertunnelung kann ich das „dagegen sein“ ja noch verstehen. Mit den extrem hohen Kosten gibt es ja auch durchaus wichtige Gründe die dagegen sprechen (wobei dieses Argument aus Sicht Wr. Neudorf auch nur „zieht“ wenn die Kosten nicht durch Land/Bund übernommen werden – was meines Wissens ja durchaus realistisch sein dürfte.

      Wo ich die SPÖ in Wr. Neudorf überhaupt nicht verstehen kann ist bei dem Thema Lärmschutz/ 80er. Hier positioniert sie sich wirklich klar gegen die Gemeinde und den Großteil der Bewohner und macht sich damit für alle vernünftig denkenden Menschen (unabhängig von sonstigen politischen Präferenzen) unwählbar. Obwohl ich mich eher als „rot“ sehe und auf anderen Ebenen niemals „schwarz“ wählen würde, ist genau aus diesem Grund in Wr. Neudorf nur Hr. Janschka wählbar.

      Antworten
  2. Wiener Neudorfer

    Passt nicht hier hin, aber: dritte Piste genehmigt!
    Ein Trauerspiel. Politik knickt wieder einmal vor Profitgierinteressen ein.

    Was zählen dann noch Volksbefragungen?

    Eine (unangenehme) Frage: Warum weisen Sie nicht auf die Befragung über die Abschaffung der GIS Gebühren hin?

    Antworten
    1. herbert janschka

      Über die Situation um die „dritte Piste“ bin ich bekanntlich nicht glücklich. Aber letztlich ist es nicht die Politik, die eingeknickt ist, sondern der Bundesverwaltungsgerichtshof hat gesprochen, glücklicherweise mit strengen Auflagen, von denen wir erst warten müssen, ob der Flughafen diese erfüllen kann.
      Zu Ihrer für mich keineswegs unangenehmen Frage: Persönlich halte ich nicht recht viel von der Abschaffung der GIS-Gebühren, weil ich gerne einen unabhängigen Rundfunk habe, der einem kulturellen und gesellschaftspolitischen Auftrag – ohne Einflussnahme von wem auch immer – nachkommt. In diesem Sinne werde ich nicht auf meinem persönlichen Blog dafür Werbung machen. Es darf allerdings darüber diskutiert werden, ob der ORF diesem Auftrag nachkommt.

      Viel unangenehmer ist für mich die Tatsache, dass wir auf der Gemeinde-Homepage zu wenig über die nach wie vor laufenden vier Volksbegehren informieren. Das werde wir sofort nachholen.

      Antworten
      1. Wiener Neudorfer

        Lieber Herr Janschka!

        Danke für die offene Antwort.

        Aber hat nicht auch Frau Landeshauptfrau Mikl Leitner immer die dritte Piste forciert?

        In Bezug auf die GIS Gebühren gebe ich Ihnen schon recht, aber dann muss auch der Rotfunk, der bis heute (!), für alle ersichtlich, weitermacht, ein Ende finden.

        Weil beides, Rotfunk und Gebühren, sind nicht vereinbar.

        Öffentlich über Volksbegehren zu informieren wäre begrüssenswert!

        Antworten
  3. Ein_Moedlinger

    Man sollte überlegen, ob nicht die Situation bei der Kreuzung „Griesfeld“ dahingehend verbessert werden kann, indem künftig dieser Straßenabschnitt in Tieflage, jedoch ohne Überplattung, geführt wird (vergleichbar Bahnunterführung Brunn/Gebirge).

    Dh. vom Tunnelportal Süd weg bleibt die Straße in Tieflage, die Kreuzung Griesfeld wird tiefergelegt, sodass die Badner Bahn mit dem PKW-Verkehr nicht mehr in Berührung kommt. Eine weitere Taktverdichtung der Bahn scheint diese Kreuzung nach all diesen Neubauten nicht mehr zu verkraften, die Bahn jedoch erspart uns zahlreichen Individualverkehr und sollte stark priorisiert werden.

    Unsere Verkehrsplanung krankt nicht nur an fahrbaren Radwegen und Radabstellanlagen, um innerorts PKW-Fahrten zu reduzieren (Hallo Bosheitsakt Triesterstraßen-Unterführung!), sondern auch an praktikablen P&R-Anlagen in Autobahn-Nähe mitsamt Einbindung der Bahn. Es ist keine Lösung nach Wiener Neustadt, Baden, Mödling oder sonst wohin in eine Ortschaft hinein stauen zu müssen, um von der A2 wegzukommen ….

    Antworten

Kommentar verfassen